Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
A. C. Sewell

Tryptophan

Tryptophan
Synonym(e)
Trp
Englischer Begriff
tryptophan
Definition
Trp ist eine proteinogene α-Aminosäure mit einem aromatischen Indolring. Gemeinsam mit Phenylalanin, Tyrosin und Histidin zählt Trp daher zu den aromatischen Aminosäuren.
Struktur
Molmasse
204,23 g.
Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination
Trp ist eine essenzielle Aminosäure, muss mit der Nahrung aufgenommen werden und ist in vielen Lebensmitteln enthalten, vor allem in Milch und Milchprodukten. Trp ist auch in Kakaobohnen (Schokolade) enthalten. Beim Abbau von Trp werden beide aromatischen Ringe gespalten, und es entsteht 3-Hydroxykynurenin (Kynurenin) als Endprodukt.
Funktion – Pathophysiologie
Trp ist wichtig als Vorstufe der Serotoninsynthese (Schokolade macht glücklich!), gilt daher als „natürliches Antidepressivum“ (Antidepressiva, trizyklische) und wird zur Behandlung von leichten Depressionen und Verstimmungen sowie bei Schlafstörungen eingesetzt. Verzögerte gastrointestinale Absorption führt zu einer Erhöhung der Indolausscheidung im Urin (Morbus Hartnup).
Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen
Plasma, Serum, Liquor, Urin.
Analytik
Referenzbereiche
Literatur
Duran M (2008) Amino acids. In: Blau N, Duran M, Gibson KM (Hrsg) Laboratory guide to the methods in biochemical genetics. Springer, Berlin, S 53–90CrossRef
Levy H (2001) Hartnup disorder. In: Scriver CR, Beaudet AL, Sly WS, Valle D (Hrsg) The metabolic basis of inherited disease II. McGraw-Hill, New York, S 2525–2527