Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
G. Schumann

Verschleppung

Verschleppung
Englischer Begriff
carry-over
Definition
Übertragung von Probenbestandteilen zwischen verschiedenen Proben (s. Probe) oder die unbeabsichtigte Übertragung von Reagenzien auf die Proben (DIN 58936-2).
Beschreibung
Die Verschleppung von Probenmaterial oder Reagenzien (probenbezogene und/oder probenunabhängige Verschleppung) kann entweder aufgrund des verschleppten Materials (Probe, Diluent, Reagenzien) oder nach dem Ort, an dem die Verschleppung stattfindet (Probengefäß, Waschstation, Probenaufnahmesystem, Pipettiersystem), klassifiziert werden. Verschleppung von Reagenz oder Probenmaterial kann zu falsch niedrigen (z. B. durch Verdünnungseffekt), falsch hohen (z. B. durch Analyteintrag) und/oder daraus resultierend falsch negativen oder falsch positiven Messergebnissen führen. Die Messsysteme sind deshalb regelmäßig und dokumentiert auf Verschleppung zu prüfen.
Literatur
Haeckel R (1988) Recommendations for the definition and determination of carry-over effects. J Autom Chem 10:181–183CrossRef
Haeckel R (1993) Evaluation Methods in Laboratory Medicine. VCH, Weinheim, S 259–264
Qualitätsmanagement in der Laboratoriumsmedizin (2001) Teil 2: Begriffe zur Qualität und Anwendung von Untersuchungsverfahren. Beuth-Verlag, Berlin. DIN 58936-2, 3.1.2.1