Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
D. Meißner und T. Arndt

Wismut

Wismut
Synonym(e)
Bismut
Englischer Begriff
bismuth
Definition
Wismut (chemisches Symbol: Bi) ist ein Element der Stickstoffgruppe mit der Ordnungszahl 83 und der relativen Atommasse von 208,98037. Es ist ein nicht essenzielles Spurenelement.
Beschreibung
Wismut hat keine physiologische Funktion. Die häufigste Wertigkeitsstufe ist +3. Wismut hat antimikrobielle, antisekretorische sowie enterotoxinbindende und gallensäurenbindende Eigenschaften. Es hat als kolloidales Wismutsubcitrat therapeutische Bedeutung bei Reisediarrhö, peptischen Ulzera und Helicobacter-positiver Gastritis. Langzeiteinnahme kann zu Enzephalopathie, auch mit tödlichem Ausgang, führen. Wismutintoxikationen ähneln jenen von Blei und Quecksilber.
Referenzwerte bei unbelasteten Personen (Erwachsene und Kinder): Blut: <0,008 μg/L; Urin: <0,02 μg/L (Heitland und Köster 2006a, b).
Als toxischer Schwellenwert gilt eine Plasmakonzentration von 50 μg/L, bei Werten über 100 μg/L sind toxische Effekte möglich.
Literatur
Heitland P, Köster HD (2006a) Biomonitoring of 37 trace elements in blood samples from inhabitants of northern Germany by ICP-MS. J Trace Elem Med Biol 20:253–262CrossRefPubMed
Heitland P, Köster HD (2006b) Biomonitoring of 30 trace elements in urine of children and adults by ICP-MS. Clin Chim Acta 365:310–318CrossRefPubMed
Raedsch R (1991) Wismut-Therapie in der Gastroenterologie. Dtsch Med Wschr 116:821–824CrossRefPubMed