Pneumonie
Autoren
Santiago Ewig

Nosokomiale Pneumonie: Biomarker

Biomarker sind bei Patienten mit nosokomialer Pneumonie in fünf Indikationen geprüft worden: Diagnose und Prognose der VAP, Indikation zur antimikrobiellen Therapie, Überprüfung des Therapieansprechens und Bestimmung der Therapiedauer. Kein Biomarker ist ein unabhängiger Parameter für die Diagnose einer Pneumonie unter Beatmung, es besteht lediglich ein Potenzial von PCT, eine solche auszuschließen. Prognostisch sind CRP und PCT gleichermaßen prädiktiv. Das CRP ist in Form der Ratio aus CRP Tag 4/Tag 1 geeignet, ein Therapieansprechen und somit eine Reduktion der Keimlast im Tracheobronchialsaekret durch adäquate antimikrobielle Therapie anzuzeigen. Eine Verkürzung der antimikrobiellen Therapiedauer wurde zwar belegt, doch weisen die entsprechenden Studien erhebliche Limitationen auf. Legt man eine Standardtherapiedauer von sieben Tagen fest, bleibt das zusätzliche Potenzial des PCT zur Unterbietung dieser Zeit fraglich.

Mögliche Indikationen

Biomarker sind bei Pneumonien unter Beatmung in folgenden möglichen Indikationen evaluiert worden:
  • Diagnose der VAP
  • Prognose der VAP
  • Überprüfung des Therapieansprechens
  • Bestimmung der Therapiedauer

Biomarker zur Diagnose der VAP

Die Unsicherheiten der Diagnose einer VAP haben Erwartungen geweckt, durch Biomarker ein weiteres Instrument zur Verfügung zu bekommen, um den Verdacht auf eine VAP zu überprüfen. Dabei sind sowohl systemische Biomarker als auch solche in der BALF evaluiert worden.
Alle Untersuchungen zur Validierung von Biomarkern haben sich als Referenz auf Trennwerte in quantitativen Kulturen tiefer respiratorischer Sekrete (meist BALF) bezogen. Damit unterliegen die Ergebnisse einem Risiko falscher Klassifizierungen. Dies gilt vor allem dann, wenn antimikrobiell vorbehandelte Patienten untersucht wurden, die naturgemäß die Aussagekraft der Befunde in der BALF weiter vermindern.
Obwohl es keine bessere Referenz gibt, muss das Problembewusstsein für die Wahl dieser Referenz aufrecht erhalten bleiben; man gewinnt jedoch nicht den Eindruck, dass dies in den entsprechenden Untersuchungen wirksam war.

Systemische Biomarker: Procalcitinin (PCT) und C-reaktives Protein (CRP)

Am häufigsten untersucht ist das PCT. Zum CRP gibt es keine eigenständige Untersuchung, wohl aber im Vergleich zu PCT (Duflo et al. 2002; Ramirez et al. 2008; Luyt et al. 2008).
Die Studien fanden übereinstimmend folgende Befunde:
  • PCT erreichte mit hohen Trennwerten von ≥ 3 bzw. 4 ng/ml eine hohe Spezifität nahe 100 %, allerdings nur eine geringe Sensitivität (Duflo 2002). Niedrigere Trennwerte waren nicht mehr prädiktiv (Luyt et al. 2008). Bestimmungen im Verlauf zeigten vielfach bereits ohne VAP erhöhte PCT-Werte (Luyt et al. 2008).
  • PCT war dem CPIS-Score nicht konsistent überlegen (Jung et al. 2010).
  • Etwas überraschend zeigte auch das CRP ähnliche prädiktive Werte: hohe Spezifität, geringe Sensitivität (Ramirez et al. 2008).
Insgesamt scheint PCT (unter Zugrundelegung hoher Trennwerte) allenfalls den Ausschluss einer VAP stützen zu können.
Jüngst wurde ein neuer Ansatz vorgestellt, in dem der CPIS mit Kriterien der Echokardiographie und Procalcitonin zu einem CEPPIS („Chest Echography and Procalcitonin Pulmonary Infection Score“) verarbeitet wurde (Zagli et al. 2014). In einer retrospektiven Untersuchung ergaben sich bessere Prädiktionen als mit dem CPIS. Dieser Score bedarf jedoch noch der weiteren Evaluation.

Alveoläre Biomarker: sTREM-1, Interleukine, G-CSF, TNF-alpha, MIP1alpha

sTREM-1
Die Bestimmung des löslichen Trigger-Rezeptors, der auf Myeloid-Zellen-1 exprimiert wird, in der BALF wurde in einer viel beachteten Studie als prädiktiv für das Vorliegen einer VAP beschrieben (Sensitivität 98 %, Spezifität 90 %) (Gibot et al. 2004). Diese Untersuchung blieb jedoch hinter dem Erkenntnisstand über die Problematik der Diagnose einer VAP zurück.
Nachfolgende Studien haben dieses Ergebnis auch nicht bestätigen können. Während in der Studie von Gibot et al. (2004) ein Immunoblot zugrunde gelegt wurde, setzten die späteren Arbeiten einen ELISA ein. sTREM-1 erwies sich jedenfalls als nicht spezifisch für eine bakteriell stimulierte Inflammation, des Weiteren als weniger aussagekräftig nach antimikrobieller Therapie. Hohe Werte wurden auch bei alveolärer Hämorrhagie gefunden. Generell höhere Werte wurden bei chirurgischen Patienten beobachtet (Annand et al. 2009; Outhuis et al. 2009; Conway Morris et al. 2010).
Interleukine, G-CSF, TNF-alpha, MIP1alpha
Drei Interleukine, IL-1ß, IL-6 und IL-8, wurden als prädiktiv für eine VAP gefunden (Ramirez 2009; Conway Morris et al. 2010). Die Messungen zeigten jedoch große Überlappungen zwischen Patienten mit und ohne VAP, sodass das prädiktive Potenzial beim individuellen Patienten fraglich erscheint. Ebenso steht eine Validierung an unabhängigen Populationen aus.
Merke
Bislang ist es nicht gelungen, den Nachweis zu erbringen, dass Biomarker relevante Parameter in der Diagnose der VAP sind. Niedrige CRP- und PCT-Werte können allenfalls dazu beitragen, eine VAP auszuschließen.

Prognose der VAP

Procalcitinin (PCT) und C-reaktives Protein (CRP)

In sequentiellen Bestimmungen des PCT über sieben Tage an den Tagen 1, 3 und 7 war die Kinetik bei Patienten mit Therapieansprechen konsistent rückläufig, während die Werte bei solchen mit ungünstigem Verlauf (Tod, Rezidiv und/oder extrapulmonale Infektion binnen 28 Tagen) deutlich erhöht blieben. Auch waren sie in multivariater Analyse prädiktiv für einen solchen ungünstigen Verlauf (Luyt et al. 2005). Rückläufige PCT-, aber auch CRP-Werte wurden auch von anderen Autoren als Prädiktoren des Überlebens identifiziert (Seligman et al. 2006).
Insgesamt scheint das prognostische Potenzial des PCT jedoch begrenzt. So zeigten sich in einer großen Multicenter-Studie AUC-Werte für den maximalen und initialen PCT-Wert von 0,74 und 0,70, somit unwesentlich oberhalb der AUC für APACHE II von 0,69 (Bloos et al. 2011).

C-terminales Copeptin und MR-pro-ANP

Auch Copeptin und MR-pro-ANP wurden als prädiktiv für das Überleben, zudem für die Entwicklung eines septischen Schocks gefunden (Seligman et al. 2008a,b).

Indikation zur antimikrobiellen Therapie

In einer methodisch sehr anspruchsvollen PCT-Algorithmus-Interventionsstudie u. a. bei Patienten mit Verdacht auf VAP wurde das Potenzial des PCTs als Startpunkt einer antimikrobiellen Therapie evaluiert. Das Protokoll sah je nach PCT-Ergebnis vier mögliche Empfehlungen vor (zwei zugunsten, zwei gegen den Beginn einer antimikrobiellen Therapie, davon je einmal mit dem Attribut „starke“ Empfehlung und je einmal ohne ein solches). Klinikern blieb es überlassen, diese Empfehlungen anzunehmen oder abzuweisen.
Die Anzahl der Fälle, in denen tatsächlich auf eine antimikrobielle Therapie verzichtet wurde, blieb jedoch gering (Bouadma et al. 2010).

Überprüfung des Therapieansprechens

(CRP)
CRP zeigte sich als Marker des Therapieansprechens als überraschend starker Parameter. CRP wurde dabei an den Tagen 1 und 4 bestimmt. An Tag 4 lag der Quotient von Tag 4/Tag 1 bei Überlebenden bei 0,62, bei Verstorbenen hingegen bei 0,98. Tatsächlich überlebten alle Patienten mit einem raschen sowie mit einem langsamen CRP-Abfall, während die Letalität bei fehlendem Rückgang oder biphasischem Verlauf mit 78 % bzw. 75 % sehr hoch war (Pavoa et al. 2005). Das Therapieergebnis hing dabei entscheidend von einer adäquaten antimikrobiellen Therapie ab.
In einer weiteren Untersuchung konnte von derselben Arbeitsgruppe gezeigt werden, dass das CRP mit der Kinetik der Keimlast im Tracheobronchialsekret korrelierte, die sich wiederum abhängig von einer adäquaten antimikrobiellen Therapie zeigte. Eine CRP-Ratio von 0,8 nach 96 Stunden zeigte demnach eine adäquate antimikrobielle Therapie an (Lisboa et al. 2008).
Merke
Das CRP ist als Marker für ein Therapieansprechen besser als sein Ruf. Ein Rückgang der Werte an Tag 4 bzw. ein Quotient CRP Tag 4/Tag 1 von < 0,8 zeigt ein Therapieansprechen an! Das CRP ist demnach ebenso wie bei Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie als Marker des Therapieansprechens geeignet. Ob dies allerdings für alle Patientengruppen gilt, ist noch nicht untersucht. Zudem beziehen sich die Ergebnisse von Untersuchungen immer nur auf die erste Episode einer VAP.

PCT als Instrument zur Verkürzung der Therapiedauer

Das Potenzial des PCT zur Verkürzung der antimikrobiellen Therapiedauer wurde in einer Reihe von Studien evaluiert. Patienten und Protokoll, Stopp-Regeln und Ergebnis der vier wichtigsten Studien finden sich in Tab. 1 zusammengefasst. Die kürzere Therapiezeit im Interventionsarm ergab sich jeweils ohne Unterschied in wichtigen Parametern des klinischen Behandlungsergebnisses.
Tab. 1
Ergebnisse von vier Studien zur Evaluation des PCT als Instrument der Verkürzung der Therapiezeit
Autor
Patienten und Protokoll
Stopp-Regel
Ergebnis
Nobre et al. 2008
Patienten mit schwerer Sepsis oder septischem Schock
70 % Lunge als Fokus
PCT vs. Standard
Serielle PCT-Bestimmungen
Kliniker durften Empfehlung auf Basis PCT ignorieren
Patienten mit P. aeruginosa bzw. Acinetobacter baumannii ausgeschlossen
Abfall des PCT-Werts um ≥ 90 %
frühestens an Tag 3 (wenn initial < 1 μg/l)
oder ab Tag 5 (wenn initial ≥ 1 μg/l)
Mediane Therapiedauer 6 vs. 12,5 Tage (bei Fällen, die entsprechend PCT behandelt wurden)
Bei Auswertung aller Fälle mit einer Rate von ca. 20 %, in der die PCT-Empfehlung ignoriert wurde, ergab sich ein medianer Unterschied von 4 Tagen.
Stolz et al. 2009
Patienten mit VAP
PCT vs. Standard
Serielle PCT-Bestimmungen
Kliniker durften Empfehlung auf Basis PCT ignorieren
PCT < 0,25 μg/ml: starke Empfehlung Stopp
PCT ≥ 0,25 bis < 0,5 μg/ml – oder PCT-Abfall um ≥ 80 %: Empfehlung Stopp
PCT ≥ 0,5 μg/ml oder PCT-Abfall < 80 %: Empfehlung weiterbehandeln
PCT ≥ 1 μg/ml – starke Empfehlung weiterbehandeln
Mediane Therapiedauer 9,5 vs. 13 Tage
Therapiedauer länger als 7 Tage bei 65 vs. 82 %
Buadma et al. 2010
Patienten mit diversen Infektionen, darunter auch VAP
PCT vs. Standard
Serielle PCT-Bestimmungen
Kliniker durften Empfehlung auf Basis PCT ignorieren
PCT < 0,25 μg/ml: starke Empfehlung Stopp
PCT ≥ 0,25 bis < 0,5 μg/ml oder PCT-Abfall um ≥ 80 %: Empfehlung Stopp
PCT ≥ 0,5 μg/ml oder PCT-Abfall < 80 %: Empfehlung weiterbehandeln
PCT ≥ 0,5 μg/ml oder PCT-Anstieg: starke Empfehlung Wechsel der antimikrobiellen Substanzen
Mediane Therapiedauer 7,3 vs. 9,4 Tage
De Jong et al. 2016
Patienten auf Intensivstation, 65 % mit pulmonalen Infektionen, davon 49 % nosokomiale
PCT-Abfall um 80 % oder < 0,5 μg/L
Mediane Therapiedauer 5 vs. 7 Tage
Das Studienprotokoll sah stets vor, dass Kliniker die Empfehlung auf Basis des PCT-Werts ignorieren durften. Selbst unter Einschluss solcher Patienten, die im PCT-Arm nach klinischem Urteil (also wie die Standardgruppe) behandelt wurden, ergaben sich erhebliche Unterschiede in den ersten beiden Studien. In der dritten Studie war der Unterschied mit ca. zwei Tagen deutlich geringer.
Einschränkend muss erwähnt werden, dass insbesondere in der Studie von Nobre et al. Fälle durch wichtige Infektionserreger (P. aeruginosa, Acinetobacter baumanii) ausgeschlossen wurden. In der Studie von Buadma et al. wurde generell empfohlen, Patienten mit P. aeruginosa über 15 Tage zu behandeln.
Diese Differenz von zwei Tagen kürzerer Therapiedauer ergab sich auch aus einer Metaanalyse (Kopterides et al. 2010). Eine weitere Metaanalyse erbrachte ähnliche Ergebnisse, konnte jedoch eine um 7 % höhere Krankenhaus-Letalität nicht ausschließen (Heyland et al. 2011). Die resultierenden kürzeren Therapiezeiten im PCT-Arm müssen kritisch betrachtet werden. Für die ersten drei Studien gilt:
  • Generell wurde offenbar von den Klinikern der teilnehmenden Zentren eine längere Therapiezeit favorisiert; dies ergibt sich durch Therapiezeiten im Standardarm von ca. 9–13 Tagen. Nur in der Studie, in denen Nonfermenter ausgeschlossen wurden, konnte im Interventionsarm die Marke von sieben Tagen unterboten werden.
  • Nach jetzigem Wissen beträgt die adäquate Standardtherapiedauer sieben Tage; diese dürfte im Vergleichsarm nicht wesentlich länger ausfallen. Dies bedeutet, dass selbst das beste Ergebnis sich kaum von dem unterscheidet, das erzielbar ist, wenn die Standardtherapiedauer auf sieben Tage festgelegt wird.
  • Die hohe Rate individueller Entscheidungen zur Therapiedauer sowohl im PCT- als auch im Vergleichsarm von ca. 50 % selbst unter Studienbedingungen lässt daran zweifeln, dass sich Kliniker in einer Routinesituation an einem Biomarker zur Bestimmung der Therapiedauer orientieren werden.
Die jüngste Studie (de Jong et al. 2016) ist im Vergleich zu den drei Vorläuferstudien und den vorliegenden Metaanalysen ein Ausreißer. Sie überrascht dadurch, dass durch die PCT-gesteuerte Strategie trotz mehr als 50 % Überstimmung der Stopp-Regel eine mediane Therapiezeit von 5 vs. 7 Tagen erreicht und dabei noch ein erheblicher und signifikanter Überlebensvorteil für die Interventionsgruppe gezeigt wurde.
  • Für die Bewertung dieser Daten muss differenziert werden zwischen dem Stellenwert des PCT in der Reduktion der „überflüssigen“ antimikrobiellen Therapie und dem in der Reduktion der Standardtherapiezeit von 7 Tagen bei Patienten, die tatsächlich eine Infektion (bzw. Pneumonie) haben.
  • In dieser Studie erreichten 73 % der Patienten des Interventionsarms während der Intensivstationsbehandlung die Stopp-Kriterien. Es ist jedoch nicht ersichtlich, um welche Patienten es sich dabei gehandelt hat. Ebenso ist nicht ersichtlich, wie viele Patienten in der Standardgruppe mehr als 7 Tage Therapie erhalten haben. Für die Bewertung längerer Therapien wäre als wesentlicher Faktor auch der Anteil an Therapieversagern wichtig. Des Weiteren bleibt in dieser Studie offen, welchen Einfluss die Art der Infektion auf das Ergebnis hat. Da PCT in der Diagnostik der Pneumonie unter Beatmung keinen unabhängigen Stellenwert einnimmt (siehe oben, Abschn. 4), ist die Bedeutung der Ergebnisse für diese mutmaßlich begrenzt.
  • Die Bewertung des Überlebensvorteils ist sehr schwierig. Die Autoren vermuten eine größere Sorgfalt in der Differentialdiagnose bei niedrigen PCT-Werten. Dies bleibt jedoch spekulativ. Ein direkter Effekt der intensiveren antimikrobiellen Therapie in der Standardgruppe wurde nicht überprüft.
Insgesamt verändert diese Studie nicht wesentlich die Bewertung der Rolle des PCT als Instrument der Therapiezeitverkürzung. Sie zeigt jedoch eindrücklich, dass kürzere mediane Therapiezeiten möglich sind und gibt ein Signal, dass eine genaue Differentialdiagnose und kritische Indikationsstellung für die antimikrobielle Therapie und die tägliche Überprüfung der Indikation für die Reduktion des Selektionsdrucks und möglicherweise auch das Behandlungsergebnis von hoher Bedeutung sind.
Merke
Jeder Biomarker, der zur Bestimmung der Therapiezeit herangezogen wird, muss bei vergleichbarem klinischen Behandlungsergebnis unterhalb der sieben Tage Standard-Therapiezeit bleiben, wenn er klinische Relevanz beansprucht!
Die Option der Verkürzung der antimikrobiellen Therapiedauer durch PCT kann daher Anwendung finden, wenn Kliniker eine Bestätigung für eine Entscheidung zu einer kürzeren Therapiezeit suchen. Des Weiteren bleibt es weitere Untersuchungen wert zu prüfen, ob nicht durch PCT die Therapiezeit von „early onset“ Pneumonien verkürzt werden kann, also Pneumonien, die durch Erreger verursacht werden, bei denen eine kürzere Therapiezeit als sieben Tage grundsätzlich denkbar ist.

Weiterführende Literatur

Diagnostische Aussagekraft von Biomarkern bei VAP. Biomarker sind nicht geeignet, die Limitationen der klinischen und mikrobiologischen Kriterien in der Diagnostik der VAP zu überwinden:
Duflo F, Debon R, Monneret G, Bienvenu J, Chassard D, Allaouchiche B (2002) Alveolar and serum procalcitonin: diagnostic and prognostic value in ventilator-associated pneumonia. Anesthesiology 96:74–79
Ramirez P, Garcia MA, Ferrer M, Aznar J, Valencia M, Sahuquillo JM, Menéndez R, Asenjo MA, Torres A (2008) Sequential measurements of procalcitonin levels in diagnosing ventilator-associated pneumonia. Eur Respir J 31:356–362
Zagli G, Cozzolino M, Terreni A et al (2014) Diagnosis of ventilator-associated pneumonia: a pilot, exploratory analysis of a new score based on procalcitonin and chest echography. Chest 146:1578–1585
Luyt CE, Combes A, Reynaud C, Hekimian G, Nieszkowska A, Tonnellier M, Aubry A, Trouillet JL, Bernard M, Chastre J (2008) Usefulness of procalcitonin for the diagnosis of ventilator-associated pneumonia. Intensive Care Med 34:1434–1440
Jung B, Embriaco N, Roux F, Forel JM, Demory D, Allardet-Servent J, Jaber S, La Scola B, Papazian L (2010) Microbiogical data, but not procalcitonin improve the accuracy of the clinical pulmonary infection score. Intensive Care Med 36:790–798
Drei Studien, eine positive, zwei negative, zum Einsatz von sTREM zur Diagnose der VAP. sTREM hat die in es gesetzten Erwartungen nicht erfüllen können:
Gibot S, Cravoisy A, Levy B, Bene MC, Faure G, Bollaert PE (2004) Soluble triggering receptor expressed on myeloid cells and the diagnosis of pneumonia. N Engl J Med 350:451–458
Anand NJ, Zuick S, Klesney-Tait J, Kollef MH (2009) Diagnostic implications of soluble triggering receptor expressed on myeloid cells-1 in BAL fluid of patients with pulmonary infiltrates in the ICU. Chest 135:641–647
Oudhuis GJ, Beuving J, Bergmans D, Stobberingh EE, ten Velde G, Linssen CF, Verbon A (2009) Soluble Triggering Receptor Expressed on Myeloid cells-1 in bronchoalveolar lavage fluid is not predictive for ventilator-associated pneumonia. Intensive Care Med 35:1265–1270
Evaluation weiterer Biomarker, wovon keiner einen relevanten Fortschritt in der Diagnostik darstellt:
Conway Morris A, Kefala K, Wilkinson TS, Moncayo-Nieto OL, Dhaliwal K, Farrell L, Walsh TS, Mackenzie SJ, Swann DG, Andrews PJ, Anderson N, Govan JR, Laurenson IF, Reid H, Davidson DJ, Haslett C, Sallenave JM, Simpson AJ (2010) Diagnostic importance of pulmonary interleukin-1beta and interleukin-8 in ventilator-associated pneumonia. Thorax 65:201–207
Ramírez P, Ferrer M, Gimeno R, Tormo S, Valencia M, Piñer R, Menendez R, Torres A (2009) Systemic inflammatory response and increased risk for ventilator-associated pneumonia: a preliminary study. Crit Care Med 37:1691–1695
Studien zum prognostischen Wert von Biomarkern bei VAP:
Luyt CE, Guérin V, Combes A, Trouillet JL, Ayed SB, Bernard M, Gibert C, Chastre J (2005) Procalcitonin kinetics as a prognostic marker of ventilator-associated pneumonia. Am J Respir Crit Care Med 171:48–53
Seligman R, Meisner M, Lisboa TC, Hertz FT, Filippin TB, Fachel JM, Teixeira PJ (2006) Decreases in procalcitonin and C-reactive protein are strong predictors of survival in ventilator-associated pneumonia. Crit Care 10:R125
Bloos F, Marshall JC, Dellinger RP, Vincent JL, Gutierrez G, Rivers E, Balk RA, Laterre PF, Angus DC, Reinhart K, Brunkhorst FM (2011) Multinational, observational study of procalcitonin in ICU patients with pneumonia requiring mechanical ventilation: a multicenter observational study. Crit Care 15:R88
Seligman R, Papassotiriou J, Morgenthaler NG, Meisner M, Teixeira PJ (2008a) Prognostic value of midregional pro-atrial natriuretic peptide in ventilator-associated pneumonia. Intensive Care Med 34:2084–2091
Seligman R, Papassotiriou J, Morgenthaler NG, Meisner M, Teixeira PJ (2008b) Copeptin, a novel prognostic biomarker in ventilator-associated pneumonia. Crit Care 12:R11
Wichtigste Referenz hinsichtlich PCT-Interventionsalgorithmen bei kritisch Kranken unter Einschluss der VAP:
Bouadma L, Luyt CE, Tubach F, Cracco C, Alvarez A, Schwebel C, Schortgen F, Lasocki S, Veber B, Dehoux M, Bernard M, Pasquet B, Régnier B, Brun-Buisson C, Chastre J, Wolff M; PRORATA trial group (2010) Use of procalcitonin to reduce patients’ exposure to antibiotics in intensive care units (PRORATA trial): a multicentre randomised controlled trial. Lancet 375:463–474
Zwei Studien, die den Wert des CRPs zur Bestimmung des Therapieansprechens, der Keimlast im Tracheobronchialsekret und somit der adäquaten antimikrobiellen Therapie belegen:
Póvoa P, Coelho L, Almeida E, Fernandes A, Mealha R, Moreira P, Sabino H (2005) C-reactive protein as a marker of ventilator-associated pneumonia resolution: a pilot study. Eur Respir J 25:804–812
Lisboa T, Seligman R, Diaz E, Rodriguez A, Teixeira PJ, Rello J (2008) C-reactive protein correlates with bacterial load and appropriate antibiotic therapy in suspected ventilator-associated pneumonia. Crit Care Med 36:166–171
Zusammen mit Seligmann (2008b) die maßgeblichen Studien zur Therapiezeitverkürzung bei VAP durch sequentielle PCT-Bestimmungen:
Nobre V, Harbarth S, Graf JD, Rohner P, Pugin J (2008) Use of procalcitonin to shorten antibiotic treatment duration in septic patients: a randomized trial. Am J Respir Crit Care Med 177:498–505
Stolz D, Smyrnios N, Eggimann P, Pargger H, Thakkar N, Siegemund M, Marsch S, Azzola A, Rakic J, Mueller B, Tamm M (2009) Procalcitonin for reduced antibiotic exposure in ventilator-associated pneumonia: a randomised study. Eur Respir J 34:1364–1375
Rezente Studie zur Therapiezeitverkürzung bei Patienten mit Verdacht auf Infektionen auf der Intensivstation:
de Jong E, van Oers JA, Beishuizen A, Vos P, Vermeijden WJ, Haas LE, Loef BG, Dormans T, van Melsen GC, Kluiters YC, Kemperman H, van den Elsen MJ, Schouten JA, Streefkerk JO, Krabbe HG, Kieft H, Kluge GH, van Dam VC, van Pelt J, Bormans L, Otten MB, Reidinga AC, Endeman H, Twisk JW, van de Garde EM, de Smet AM, Kesecioglu J, Girbes AR, Nijsten MW, de Lange DW (2016) Efficacy and safety of procalcitonin guidance in reducing the duration of antibiotic treatment in critically ill patients: a randomised, controlled, open-label trial. Lancet Infect Dis 16:819–827
Zwei Metaanalysen zum Stellenwert von PCT-Interventionsalgorithmen bei kritisch Kranken:
Kopterides P, Siempos II, Tsangaris I, Tsantes A, Armaganidis A (2010) Procalcitonin-guided algorithms of antibiotic therapy in the intensive care unit: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Crit Care Med 38:2229–2241
Heyland DK, Johnson AP, Reynolds SC, Muscedere J (2011) Procalcitonin for reduced antibiotic exposure in the critical care setting: a systematic review and an economic evaluation. Crit Care Med 39:1792–1799