Psychiatrie, Psychosomatik, Psychotherapie
Autoren
E. Schramm

Interpersonelle Psychotherapie

Die interpersonelle Psychotherapie (IPT) gehört zu den wirksamsten psychologischen Depressionstherapien. Das Verfahren ist ursprünglich als Kurzzeittherapie für ambulante, unipolar depressive Episoden entwickelt worden. Es setzt direkt an den Lebensbezügen des Betroffenen an, die im Zusammenhang zu der Depression stehen. Der Behandlungsfokus liegt auf dem zwischenmenschlichen Kontext (z. B. Partnerschaftskonflikte, Trauer oder Rollenwechsel), in dem sich die depressive Episode entwickelt hat. Die Vorgehensweise bei der IPT ist schulenübergreifend und betont lebensnah, wobei die emotional-interpersonelle Bearbeitung der Problemfelder im Vordergrund steht. Die Ressourcen des Patienten spielen dabei eine bedeutende Rolle. Da der Ansatz auf plausiblen störungsorientierten Strategien und weniger auf spezifischen Techniken beruht, kann er mit Hilfe eines Manuals und auch bei geringer psychotherapeutischer Vorerfahrung relativ schnell erlernt werden.

Kurze Charakterisierung der interpersonellen Psychotherapie

Die IPT wurde vor über 40 Jahren von dem amerikanischen Psychiater Gerald Klerman und seinen Kollegen (Klerman et al. 1984; Neubearbeitung: Weissman et al. 2007; dt. Manual: Schramm 2010) ursprünglich speziell zur Behandlung unipolar depressiver Episoden entwickelt. Zwischenzeitlich wurde das Modell auf der Grundlage fortgesetzter Forschung, aber auch einem wachsenden Bedarf im Gesundheitswesen erweitert zur Behandlung depressiver Störungen über die gesamte Lebensspanne sowie in verschiedenen Formaten. IPT wurde außerdem erfolgreich modifiziert für verschiedene andere psychische Erkrankungen wie bipolare Störungen, Essstörungen und posttraumatische Belastungsstörungen sowie für verschiedene Kulturen (Überblick: Ravitz und Watson 2014). Darüber hinaus wurde dieser schulenübergreifende Ansatz auf eine Vielzahl an Gesundheitsberufen (Psychiater, Psychologen, Pflegekräfte, Sozialarbeiter bis hin zu trainierten Laien-Gesundheitscoaches) ausgedehnt, welche die globale Lücke zwischen dem wachsenden Bedarf und dem mangelnden Zugang zu psychischer Gesundheitsversorgung verringern sollen (s. Ravitz und Watson 2014). Auf der Basis zahlreicher Studien (Cuijpers et al. 2011, 2016) wird die IPT in nationalen (S3) und internationalen Leitlinien, u. a. auch der WHO (2010), empfohlen. Eine internationale Organisation (International Society of Interpersonal Psychotherapy; http://www.isipt.org/) und für den deutschsprachigen Bereich eine Deutsche Gesellschaft für IPT (DG-IPT) wurden gegründet.
Die IPT beruht auf den Ideen der interpersonellen Schule Sullivans (1953) sowie der Bindungstheorie Bowlbys (1969), die der Wechselwirkung von depressiven Beschwerden und interpersonellen Problemen eine zentrale Rolle einräumen. Dementsprechend steht bei dieser fokussierten Form der Kurztherapie der zwischenmenschliche Kontext im Vordergrund, in dem sich die gegenwärtige Krankheitsepisode entwickelt hat und fortbesteht. Akute belastende Ereignisse (z. B. Partnerschaftskonflikte, Verluste, Lebensveränderungen) haben nach dem Verständnis der IPT einen entscheidenden Einfluss auf das Auftreten einer depressiven Störung. Umgekehrt betrifft die Depression nicht nur den Patienten, sondern auch sein zwischenmenschliches Umfeld und kann interpersonelle Probleme auslösen oder verschlimmern. Deswegen wird neben der Bearbeitung der zwischenmenschlichen Belastungen und der Vermittlung sozialer Fertigkeiten zur Bewältigung derselben auch gleichzeitig gezielt an der Reduzierung der depressiven Symptomatik gearbeitet. Dabei orientiert sich die IPT insgesamt an einem medizinischen Krankheitsmodell (Vulnerabilitäts-Stress-Modell), d. h. die Symptomentwicklung wird im Kontext von zwischenmenschlichem Stress, unzureichender sozialer Unterstützung und psychischer Vulnerabilität, z. B. im Rahmen eines unsicheren Bindungsstils, gesehen.
Trotz der Betonung des interpersonellen Kontextes basiert der Ansatz auf einer multifaktoriellen Sichtweise, die besagt, dass Depressionen durch eine Vielzahl unterschiedlicher Faktoren bedingt sind. Die Theorie und Praxis des Verfahrens geht von 2 weniger ätiologischen, als vielmehr klinisch-praktischen Annahmen aus:
1.
Depression ist eine medizinische Erkrankung, die behandelbar ist.
 
2.
Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Depression und Lebensereignissen.
 

Theoretischer Hintergrund

Die IPT ist nicht wie andere Therapieansätze (beispielsweise die kognitive Verhaltenstherapie) stringent aus einer elaborierten Theorie abgeleitet worden, sondern hat lediglich einen theoretischen Hintergrund. Die frühesten theoretischen Bezüge gehen auf Adolf Meyer (1957) zurück, der mit seinem Konzept der Psychobiologie psychische Störungen als misslungenen Versuch des Individuums betrachtete, sich an veränderte Umweltbedingungen, und dabei insbesondere an psychosoziale Stressoren, anzupassen. Damit rückte er das psychosoziale Umfeld ins Blickfeld psychiatrischen Interesses, das bis zu diesem Zeitpunkt stark bestimmt war von dem Triebmodell Freuds sowie Kraepelins Lehre der Krankheitsentitäten und dem biomedizinischen Modell.
Das Konzept von Meyer wurde von seinem Schüler, Harry Stack Sullivan (1953), erweitert und ergänzt. Sullivan gilt als der bekannteste Vertreter der interpersonellen Schule und kam, wie andere Begründer dieser Denkrichtung (beispielsweise Mabel Blake Cohen, Frieda Fromm-Reichmann, Erich Fromm und Karen Horney), von der Neopsychoanalyse. Die Anhänger der interpersonellen Schule vertraten ein eher transaktionales Person x-Umwelt-Verständnis von psychischer Gesundheit, indem sie das Individuum als „aktive Variable“ beim Umgang mit Lebensproblemen sahen. Der Psychiater solle sich deshalb vielmehr mit dem beschäftigen, was „zwischen den Menschen“ abläuft als mit dem, was „in den Menschen“ geschieht.
Eine weiterer Bestandteil des theoretischen Hintergrunds der IPT sind auch die Arbeiten des britischen Psychiaters John Bowlby (1969) und seiner Kollegin Mary Ainsworth (Ainsworth et al. 1978). Beide gingen von einem biologisch überlebenswichtigen und damit primären Bindungsbedürfnis des Menschen aus. Die Befriedigung dieses Bedürfnisses dient als sichere Basis für das Auskundschaften der inneren und äußeren Welt eines Individuums und für psychisches Wohlbefinden im Allgemeinen. In seiner Bindungstheorie (Attachment Theory) stellt Bowlby einen Zusammenhang her zwischen dem Verlust persönlicher Bindungen oder einem gestörten Bindungsverhalten zur Mutter in der frühen Kindheit und einer Vulnerabilität für psychische Störungen, insbesondere für Depressionen. Der Zusammenhang zwischen unsicherer Bindung und depressiven Störungen wurde von mehreren Autoren beschrieben und untersucht (z. B. Bifulco et al. 2006).In jüngerer Zeit wurde neben der Bindungstheorie auch Kieslers interpersonelle Theorie (Kiesler 1996) als eine moderne Erweiterung der theoretischen Basis diskutiert (Ravitz et al. 2008). Während sich die Bindungstheorie auf Interaktionen zwischen Bezugspersonen bezieht, beschreibt die moderne interpersonelle Theorie Interaktionen in Beziehungen im Allgemeinen. Sie sollte deswegen auch für die IPT Berücksichtigung finden. Kiesler konzeptualisiert interpersonelle Muster von „zirkulärer Kausalität“, wobei sich die Interaktionsmuster von Individuen permanent gegenseitig bedingen. Auf einem interpersonellen Circumplex beschreibt er die beiden unabhängigen Dimensionen „Dominanz-Unterwürfigkeit“ sowie „Freundlichkeit-Feindseligkeit/Distanz“. Freundliches Verhalten ruft komplementäre Freundlichkeit und Nähe beim anderen hervor, Feindseligkeit/Distanz bewirkt distanzierendes, ablehnendes Verhalten. Dahingegen zieht Dominanz reziproke Submissivität bzw. Folgeverhalten nach sich. Damit ließen sich interpersonelle Probleme als Resultat von maladaptiven Interaktionsmustern erklären, die zu selbstaufrechterhaltenden Beziehungsmustern führen.
Gerade depressive Patienten zeigen häufig submissive und passiv-aggressive Verhaltensweisen, was soziale Unterstützungsangebote und befriedigende Beziehungen verhindert.
Die zentrale Bedeutung von zwischenmenschlichen Beziehungen für die Gesundheit, Stressbewältigung und Resilienz hat sich zwischenzeitlich umfassend etabliert (Cohen 2004; Holt-Lundstad et al. 2010).
Eine ausführlichere Beschreibung der Vorläufer, Entwicklung und theoretischen Konzepte der interpersonellen Therapie findet sich bei Schramm (2010) und Markowitz und Weissman (2012a).

Empirischer Hintergrund

Eine bedeutsamere Rolle als die theoretischen Wurzeln spielt jedoch die empirisch gestützte Ableitung und damit der wissenschaftliche Charakter der Methode. Denn die IPT wurde ursprünglich nicht nur in einem Forschungskontext (IPT als Vergleichsbedingung für Pharmakotherapie in einer Studie von Klerman et al. 1974) konzipiert, sondern bereits das Konzept wurde aus Forschungsergebnissen abgeleitet. Außerdem wurde die Wirksamkeit des Verfahrens von Anfang an kontinuierlich auf der Basis empirischer Daten abgesichert und weiterentwickelt (s. unten; Abschn. 8). Auch die 4 bzw. 5 interpersonellen Problemfelder, die für den Behandlungsverlauf der IPT als Foki vorgeschlagen werden (Trauer, Rollenwechsel, Konflikte, soziale Isolation, Arbeitsstress), entstammten Untersuchungen zum Zusammenspiel zwischen Depression und zwischenmenschlichem Stress.
Obwohl biologische Faktoren eine zentrale Bedeutung für die Ätiologie depressiver Erkrankungen einnehmen, zeigten bisherige Studien, dass sozialen und interpersonellen Prozessen als Risikofaktor und verlaufsbestimmender Variable eine Schlüsselrolle eingeräumt werden muss. Arbeiten, die die Rolle sozialer und interpersoneller Faktoren als prädisponierend und auslösend für depressive Störungen bestätigen, kommen aus den Bereichen der Lebensereignis- und sozialen Unterstützungsforschung, der „Expressed-Emotion“-Forschung, aus epidemiologischen und entwicklungspsychologischen Studien sowie tierexperimentellen Arbeiten. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen weisen nachdrücklich auf die herausragende Rolle interpersoneller Faktoren für Ätiologie, Verlauf und Therapie depressiver Störungen hin. Umgekehrt wurden auch Veränderungen in den Beziehungen und dem sozialen Status des Betroffenen sowie das Auftreten von Lebensbelastungen als Folge der Depression gefunden (Übersicht z. B. bei Gotlib und Hammen 2009).
Folgende Schlussfolgerungen lassen sich zusammenfassen (s. auch Lipsitz und Markowitz 2013):
  • Es gibt einen komplexen Zusammenhang zwischen negativen frühkindlichen Erfahrungen (z. B. emotionaler Missbrauch oder Vernachlässigung, frühe Verluste etc.) und einer erhöhten Vulnerabilität für das Auftreten depressiver Störungen (z. B. Goodman und Brand 2009; Teicher und Samson 2013).
  • Zahlreiche Forschungsergebnisse bestätigen, dass Lebensbelastungen – und zwar insbesondere solche zwischenmenschlicher Natur – mit einem erhöhten Depressionsrisiko einhergehen (O’Shea et al. 2014) und außerdem die Genesung sowie Rückfälle beeinflussen (z. B. Paykel 2003). Schwierigkeiten mit zwischenmenschlichen Beziehungen, wie beispielsweise mangelnde soziale Unterstützung oder konfliktreiche Beziehungen, stehen in engem Zusammenhang mit depressiven Symptomen (Kawachi und Berkman 2001).
  • Depressive Erkrankungen beeinträchtigen die soziale Funktionsfähigkeit sowie zwischenmenschliche Beziehungen. Beides hält häufig auch dann an, wenn die depressiven Symptome zurückgegangen sind (vgl. Kennedy et al. 2007).
  • Personen, die mit einem depressiven Menschen zusammenleben, haben ein erhöhtes Risiko, selbst depressiv zu werden (Joiner und Timmons 2009).
  • Zwischenmenschliche und psychosoziale Faktoren haben einen erheblichen Einfluss auf den Verlauf einer Depression (Davila et al. 2009). So können unterstützende Beziehungen eine protektive Wirkung haben, umgekehrt können kritische oder bevormundende Beziehungen eine negative Auswirkung auf den Genesungsprozess zeigen.
Aufgrund der Komplexität der zu untersuchenden Fragestellungen sind einige Studien jedoch mit methodischen Problemen belastet, was eine eindeutige Interpretation der Ergebnisse erschwert. Man konnte mit den Untersuchungen jedoch die Bedeutung emotionalen Bindungsverhaltens sowie einer vertrauensvollen Beziehung als wirksamen Schutz vor Depression untermauern. Außerdem wurde der Zusammenhang zwischen akuten und chronischen sozialen Stressereignissen und dem Auftreten und Verlauf einer Depression nachgewiesen. Das Auftreten einer Depression war wiederum gefolgt von Beeinträchtigungen sozialer Leistungsfähigkeit in Form von gestörten Beziehungen oder dysfunktionalem Kommunikationsverhalten.
Qualität sozialer Beziehungen
Der psychosoziale und zwischenmenschliche Kontext stellt also einen bedeutsamen Moderator der Risikofaktoren für eine Depression dar. Nicht nur die Quantität, sondern hauptsächlich die Qualität sozialer Beziehungen, die Sullivan als „sicherheitsspendend“ bezeichnet hat, scheinen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und Aufrechterhaltung depressiver Störungen zu spielen. Depressionstypische zwischenmenschliche Verhaltens- und Kommunikationsweisen (z. B. mangelnde soziale Fertigkeiten, negative verbale und nonverbale Kommunikation, exzessives Suchen nach Rückversicherung) und unsichere Bindungsstile (z. B. ängstliche Bindungsmuster) tragen zur Depressionsentwicklung bei. Barrett und Barber (2007) beschreiben den Zusammenhang zwischen interpersonellen Problemen einschließlich sozialer Isolation, Beziehungsvermeidung und Unterwürfigkeit und einer Depression. Die genauen Wechselwirkungen der oben genannten Risikofaktoren untereinander und ihr exakter Beitrag zu der Entwicklung depressiver Erkrankungen sind jedoch noch nicht vollkommen geklärt.
Fazit
Basierend auf den beschriebenen theoretischen und empirischen Beobachtungen wird bei der IPT der Behandlungsschwerpunkt auf die Verbesserung der gegenwärtigen Interaktions- und Kommunikationsmuster des Patienten mit seinen Bezugspersonen und auf den Aufbau sozialer Unterstützung gelegt. Im Folgenden wird erläutert, wie sich die IPT in ihren Strategien und Zielen spezifisch aus den hier geschilderten Befunden ableiten lässt.

Durchführung

Ursprünglich wurde die IPT als zeitlimitierte Kurztherapie zur ambulanten Akutbehandlung unipolar depressiver Patienten konzipiert. Die beschränkte Dauer von 12–20 Sitzungen impliziert, dass der Behandlungsschwerpunkt im „Hier und Jetzt“, also auf der Bearbeitung gegenwärtiger Probleme, liegt. Gemäß dem Konzept der IPT sind 3 Prozesse an der Depressionsentstehung beteiligt:
1.
Symptombildung,
 
2.
zwischenmenschliche und soziale Konstellation,
 
3.
Persönlichkeitsfaktoren.
 
Aufgrund der kurzen Behandlungsdauer erscheint aus Sicht der IPT eine Intervention nur in Bezug auf die beiden erstgenannten Prozesse sinnvoll. Eine tief greifende Veränderung der Persönlichkeit wird im Rahmen der IPT also nicht erwartet. Entgegen dieser eingeschränkten Zielerwartung lassen sich jedoch auch nach nur 16–20 Sitzungen häufig bereits spürbare Veränderungen im Persönlichkeitsverhalten (z. B. weniger ängstlich-vermeidendes Verhalten) und im Bindungsstil des Patienten feststellen (Ravitz et al. 2008). Bedingt scheint dies durch die im Therapieprozess erarbeitete kontinuierliche Veränderung des Kommunikationsstils und des zwischenmenschlichen Verhaltens.
Die Ziele der IPT bestehen also darin, die depressiven Symptome zu reduzieren, die zwischenmenschliche Funktionsfähigkeit des Betroffenen zu verbessern, um soziale Unterstützung zugänglich zu machen und an Problemen zu arbeiten, die durch Lebensveränderungen, Isolation oder konflikthafte Beziehungen zustande gekommen sind.
Der ursprünglich in 3 Abschnitte untergliederte therapeutische Prozess (s. nachfolgende Übersicht) wird seit einiger Zeit durch eine 4. Therapiephase ergänzt (Weissman et al. 2000). Insgesamt ergibt sich demnach folgender Ablauf:
1.
Initiale Phase,
 
2.
mittlere Behandlungsphase,
 
3.
Schlussphase,
 
4.
Fortsetzung des Therapieerfolgs bzw. Rückfallprophylaxe.
 
Ziele, Techniken und Strategien in der IPT. (Nach Schramm 2010)
I.
Initiale Phase (1–3. Sitzung): Auseinandersetzung mit der Depression
  • Diagnose erheben und den Patienten (und ggf. Angehörige) über die depressive Störung und das Rationale der IPT informieren, Notwendigkeit einer medikamentösen Behandlung abklären
  • Dem Patienten die Krankenrolle zuteilen, ihn entlasten und Hoffnung vermitteln
  • Die derzeitige depressive Episode in einen interpersonellen Kontext setzen
  • Im Behandlungsvertrag den Fokus (Trauer, Konflikte, Rollenwechsel, soziale Defizite, Arbeitsstress) und die Therapieziele mit dem Patienten verhandeln
  • Rollenerwartungen aneinander abklären
 
II.
Mittlere Phase (4–13. Sitzung): Arbeit am Problembereich
  • Bearbeitung des Fokus durch angemessenes Betrauern des Verlustes, eine günstigere Anpassung an eine neue soziale Rolle, Klärung und Bewältigung von zwischenmenschlichen Konflikten und/oder den Aufbau neuer vertrauensvoller Beziehungen
  • Die Bindungs- bzw. Beziehungsmuster, Kommunikationsstrategien sowie die Emotionen des Patienten stehen bei der Bearbeitung im Vordergrund
 
III.
Beendigungsphase (14–16. Sitzung): Abschied nehmen
  • Thematisieren des Therapieendes als Abschiedsprozess unter Berücksichtigung damit verbundener Emotionen (z. B. Trauer, Angst, Wut, Ärger)
  • Zusammenfassung des in der Therapie Erlernten
  • Ausblick auf zukünftig zu bearbeitende Themen sowie Abklärung der Notwendigkeit weiterer Behandlung
 
IV.
Erhaltungsphase (17–30. Sitzung): Remission beibehalten
 

Initiale Phase

In der initialen Phase der Therapie, die in der Regel die ersten 3–4 Sitzungen umfasst (bei einer stationären Behandlung sind dafür meist 5–6 Sitzungen nötig), wird vorrangig versucht, die depressive Symptomatik zu reduzieren. Daher dient diese Phase hauptsächlich der Entlastung des Patienten durch Symptombewältigung und Hoffnungsvermittlung. Sie dient aber auch der Informationsgewinnung sowohl für den Patienten als auch für den Therapeuten.
Diagnostik und Information des Patienten
Zunächst wird die depressive Erkrankung gemäß standardisierter Kriterien diagnostiziert, wobei eine strukturierte Erfassung mittels gebräuchlicher Ratingskalen oder klinisch-diagnostischer Interviews erfolgen kann. Ist die Diagnose gestellt, wird dem Patienten erklärt, dass es sich bei dieser Symptomkonstellation um eine Erkrankung handelt (medizinisches Krankheitsmodell). Er wird weiterhin darüber informiert, wie verbreitet die Störung ist, wie der klinische Verlauf aussieht und welche Prognose und Behandlungsmöglichkeiten bestehen. Gegebenenfalls werden Fehlinformationen oder Vorurteile des Patienten oder seiner Bezugspersonen, die an einer der ersten Sitzungen teilnehmen sollten, korrigiert.
Zuschreiben einer „Krankenrolle“ und medikamentöse Behandlung
Der Betroffene wird mithilfe der Angehörigen von überfordernden sozialen Verpflichtungen entlastet und es wird ihm die „Krankenrolle“ zugeschrieben. Depression ist demnach eine psychiatrische Erkrankung und keineswegs – wie häufig von Betroffenen empfunden – ein Ausdruck von Willensschwäche, persönlichem Versagen, Charakterfehlern, Manipulationsversuchen oder einer Strafe Gottes. Konsequenterweise kann die Störung auch zusätzlich medikamentös behandelt werden. Ob das notwendig ist, sollte vom Therapeuten oder einem Behandlungsteam (z. B. Arzt und psychologischer Psychotherapeut) in der initialen Phase abgeklärt werden. Der Therapeut kann, um sein Vorgehen zu erläutern, ggf. die Analogie einer körperlichen Erkrankung, beispielsweise einer Magen-Darm-Störung, verwenden, bei der manchmal Diät und andere nichtmedikamentöse Maßnahmen ausreichen, und manchmal Medikamente notwendig sind. Falls angebracht, wird im Rahmen der Krankenrolle dem Patienten aktiv dabei geholfen, Unterstützung von außen (z. B. Familie, Freunde, Nachbarschaftshilfe, soziale Dienste, Ämter etc.) zugänglich zu machen.
Expertenmodell
Eine weitere Funktion des psychoedukativen Vorgehens in der Anfangsphase besteht darin, dem Patienten das beruhigende Gefühl zu vermitteln, dass er sich an die richtige Stelle gewandt hat. Denn der Therapeut ist mit dem Störungsbild und den Behandlungsmöglichkeiten bestens vertraut (Expertenmodell). Der Betroffene wird als mündiger Patient ernst genommen und braucht sich mit der Depression nicht zu verstecken, da ihn keine „Schuld“ trifft. Er soll ein klares Bild von seiner Störung erhalten und wissen, dass es sich in der Regel um einen zeitlich limitierten Zustand handelt, und er voraussichtlich wieder sein übliches Leistungsniveau erreichen wird.
Generell sollte die Informationsvermittlung über die Störung an den individuellen Bedürfnissen und Eigenarten des Patienten ausgerichtet sein. Manchmal empfiehlt es sich, beispielsweise von einer neurobiologischen anstatt von einer psychiatrischen oder psychischen Erkrankung zu sprechen.
Die Prognose soll Hoffnung vermitteln, während die Psychoedukation insgesamt ein Anfang zur Wiederherstellung der eigenen Kompetenz, Selbstwirksamkeit und Selbstkontrolle des Patienten sein soll. Sie hilft ihm, seine Störung als medizinische Erkrankung zu akzeptieren. Das gesamte Vorgehen unterstreicht also, dass die Krankenrolle legitim ist. Die Krankenrolle beinhaltet jedoch 2 Teile: Sie impliziert nicht nur die Entlastung von sozialen oder anderen Verpflichtungen, sondern fordert auch die aktive Mitarbeit des Patienten an der Verbesserung seines Zustandes.
Einbeziehen der Familie
Wird die Familie in die Anfangsphase einbezogen, erhöht das meist die Behandlungsbereitschaft (Compliance) des Patienten. Nicht selten sind es Familienangehörige, die dafür sorgen, dass der Betroffene Kontakt zum Therapeuten sucht, v. a. dann, wenn er sich aus irgendwelchen Gründen von der Psychotherapie, der Medikation oder beidem zurückziehen möchte. Um den in der Sitzung vermittelten Wissensstoff zu unterstützen, sollte am Ende der Stunde schriftliches Material (Schramm 2010) mitgegeben werden.
Zwischenmenschliche Beziehungskonstellation
Um als nächstes die Depression in einen interpersonellen Kontext zu stellen, wird die zwischenmenschliche Beziehungskonstellation des Patienten untersucht. Ziel dabei ist es, die interpersonelle Hauptproblematik zu identifizieren, die im Zusammenhang mit der depressiven Episode steht.
Typische Fragen des Therapeuten in diesem Behandlungsabschnitt sind beispielsweise:
  • Wann sind die ersten Symptome aufgetreten?
  • Was hat sich in dieser Zeit in Ihrem Leben abgespielt?
  • Welche Personen und welche belastenden Ereignisse haben dabei eine Rolle gespielt?
  • Wie sind Sie damit umgegangen?
  • Was sind Ihre Schwierigkeiten, aber auch Ihre Stärken und Ressourcen?
  • Welche Gefühle haben dabei eine Rolle gespielt?
Die sich daran anschließende sog. Beziehungsanalyse erfolgt in Form einer gezielten Exploration der wichtigsten Beziehungen des Patienten. Ebenso werden die Erwartungen und aktuelle Veränderungen innerhalb dieser Beziehungen erfasst. Dem Patienten sollte in nicht konfrontativer Weise dabei geholfen werden, Zusammenhänge zwischen seinen Beschwerden und interpersonellen Problemen zu erkennen, um ihm schließlich ein plausibles Störungsmodell seiner Erkrankung anzubieten. Daraus wird dann das Therapierational abgeleitet und vermittelt.
Behandlungsfokus und Zielsetzung
Die initiale Phase wird abgeschlossen, indem der Behandlungsfokus und die Zielsetzung definiert werden. Dem Patienten wird erklärt, was im mittleren Teil der Therapie von ihm erwartet wird und was er zu erwarten hat. Dazu gehört z. B., dass der Patient die Krankenrolle sukzessive aufgibt und mehr die Hauptverantwortung dafür übernimmt, relevante Themen einzubringen. Therapeut und Patient einigen sich in einem Behandlungsvertrag auf den relevanten, interpersonell definierten Problembereich, an dem in den mittleren Sitzungen fokussiert gearbeitet wird. Die 4 Bereiche, die empirisch und durch klinische Beobachtung am häufigsten in Verbindung mit Depression gefunden wurden, sind:
a.
Trauer,
 
b.
interpersonelle Auseinandersetzungen,
 
c.
Rollenwechsel und
 
d.
soziale Defizite (Einsamkeit, Isolation).
 
In den letzten Jahren wurde die Evidenz für einen 5. Fokus „Arbeitsstress“ (Schramm und Berger 2013) deutlich, bei dem zusätzliche Strategien aus dem Bereich der Achtsamkeit, Wertearbeit und Verhältnisprävention eingesetzt werden. Die Problembereiche und das genaue therapeutische Vorgehen in den einzelnen Phasen sowie nützliche Fragenbeispiele zur Exploration des interpersonellen Kontexts sind in einem Therapiemanual (Schramm 2010) ausführlich beschrieben. Beispiele für die einzelnen Foki werden nachfolgend gegeben.
Beispiele
a.
Trauer: Komplizierte Trauer nach dem Tod einer Bezugsperson
Hr. R., 42 Jahre, leitender Angestellter einer Bank, verliert seine Frau nach 2-jähriger Krebserkrankung. Die beiden gemeinsamen Kinder versucht er nun, alleine groß zu ziehen. Über den Tod der Mutter wurde in der Familie nicht gesprochen, weder als er bevorstand noch nach dem Ereignis. Hr. R. stürzt sich direkt nach dem Tod seiner Frau in übermäßige Aktivitäten sowie in einen raschen Wohnortwechsel. Um Schlaf zu finden, nimmt er dauerhaft Schlafmittel ein. Emotionale Anzeichen einer Trauer waren nach Angaben der Töchter nicht festzustellen. Als 2 Jahre nach der Beerdigung seiner Frau plötzlich sein Vater an Herzversagen stirbt, fällt er in eine tiefe Depression.
 
b.
Interpersonelle Auseinandersetzungen: Offene oder verdeckte Konflikte mit einem Partner, Kind, Verwandten, Freund, Vorgesetzten etc.
Hr. B. will seinen Betrieb vorzeitig an seine Tochter übergeben, er möchte jedoch nicht, dass der Schwiegersohn in den Betrieb einsteigt. Der Schwiegersohn hatte erst vor wenigen Jahren einen anderen Betrieb seiner Ansicht nach in den Bankrott getrieben. Die Tochter kann sich nicht entscheiden, ob sie mit dem Vater oder ihrem Mann loyal sein soll. Der Sohn von Hrn. B. droht seinen Anteil einzuklagen, die Frau von Hrn. B. fürchtet sich vor der vorzeitigen Berentung ihres Mannes, da er in letzter Zeit immer grantiger und eifersüchtiger wurde.
 
c.
Rollenwechsel: Gravierende Lebensveränderungen. Z. B.: Berufswechsel, Umzug, Berentung, ernsthafte Erkrankung, Trennung vom Partner, Beginn eines Studiums, Mutterschaft, Pflege eines Angehörigen
Die Mutter von Fr. Z. wird nach einem Schlaganfall pflegebedürftig. Fr. Z. nimmt sie unter Protest ihres Mannes zu sich nach Hause. Sie gibt vorübergehend ihre Arbeitstätigkeit auf und fühlt sich dennoch von der neuen Aufgabe überfordert. Sie ist meist übermüdet, ohne Energie und kaum ansprechbar. Nach 3 Monaten zieht der Mann von zu Hause aus, weil er eine andere Frau kennengelernt hat.
 
d.
Soziale Defizite: Einsamkeit, Isolation, keine Bindungen bei Abwesenheit von akuten Lebensereignissen (Bedingung: keiner der anderen Problembereiche trifft zu)
Fr. G. lebt seit vielen Jahren mit ihrer 91-jährigen Mutter zusammen im Elternhaus. Einen Partner hat sie seit 30 Jahren nicht mehr gehabt. Sie ist stark misstrauisch und vermutet stets finanzielle Motive hinter Annäherungen anderer Menschen. Andererseits gibt sie an, sich isoliert zu fühlen. Nachdem sie nicht zu einer Feier ihres Betriebes eingeladen wurde und die Mutter körperlich zunehmend abbaut, entwickelt sie depressive Symptome.
 
e.
Arbeitsstress: Burn-out-Erleben, Konflikte oder Veränderungen am Arbeitsplatz; Orientierungslosigkeit beim Finden einer Arbeitsrolle
Hr. M., ein 55-jähriger Vorarbeiter bei einem Autohersteller, erhält einen erweiterten Arbeitsbereich nach der Einführung neuer Arbeitsmaschinen. Er fühlt sich überfordert, arbeitet zunehmend mehr, übernimmt freiwillig zusätzliche Schichten an den Wochenenden und wird immer gereizter im Umgang mit seinen Mitarbeitern. Abschalten nach Arbeitsschluss gelingt ihm nicht mehr, er entwickelt massive Ein- und Durchschlafprobleme. Schließlich greift er vermehrt zum Alkohol und zieht sich von seiner Familie zurück. Nach einem Konflikt mit seinem Vorgesetzten, kann er sich nicht mehr vorstellen an den Arbeitsplatz zurückzukehren.
 

Mittlere Behandlungsphase

In der mittleren Behandlungsphase (4–13. Sitzung) wird die Krankenrolle nach und nach zurückgenommen, wenn die Symptomatik des Patienten sich reduziert hat. Der Patient übernimmt jetzt eine aktivere Rolle im Therapieprozess und die Verantwortung für die Auswahl der Themen in dem gewählten Problemfokus (Trauer, Rollenwechsel, soziale Konflikte, Einsamkeit). Grob beschrieben sollen je nach Problemfeld der Verlust einer Bezugsperson betrauert, Konflikte oder Rollenwechsel erkannt und gelöst und soziale Defizite bewältigt werden. Bei Arbeitsrollen-bezogenem Stress soll wieder eine gesunde Balance zwischen Leistungs- und Beziehungswerten hergestellt werden. Zu diesem Zweck kann auch eine Bezugsperson für wenige Sitzungen einbezogen werden (z. B. zur Klärung eines Paarkonfliktes). Nach einer Klärungsphase wird daran gearbeitet, angemessene Bewältigungsstrategien oder alternative Verhaltensmöglichkeiten zu entwickeln. Der Fokus bleibt stets auf interpersonellen Ereignissen, damit verbundenen Gefühlen sowie dem Umgang mit diesen Ereignissen. Der Therapeut fokussiert auf ein konkretes Beispiel und analysiert, was der Patient genau gesagt und wie er sich dabei gefühlt hat (Kommunikationsanalyse). Je nach Ausgang des Ereignisses bestärkt er den Patienten oder man sucht gemeinsam nach anderen Möglichkeiten des Umgangs. Obwohl der Therapeut Anstrengungen unternimmt, den Patienten aus seinem meist ausgeprägten Vermeidungsverhalten herauszubringen, bleibt das therapeutische Vorgehen in erster Linie unterstützend und ermutigend und weniger konfrontativ oder direktiv. Außerdem wird in der mittleren Phase weiterhin das Verständnis des Patienten für den Zusammenhang von depressiven Symptomen und Veränderungen innerhalb der Beziehungs- und Rollenkonstellation vertieft.

Schlussphase

Auch wenn die Schlussphase der Akutbehandlung (14–16. Sitzung) mehrere Sitzungen umfasst, sollte an die Beendigung schon Wochen vorher immer wieder erinnert werden, unter anderem auch um zu überprüfen, inwieweit die angestrebten Therapieziele bereits erreicht wurden oder aber an den Verlauf neu angepasst werden müssen. In den letzten Sitzungen wird der Abschluss der Behandlung explizit als Trauer- und Abschiedsprozess thematisiert und die Gefühle des Patienten über den Abschluss der Behandlung besprochen. Solche Gefühle sind üblicherweise durch Ängste, Traurigkeit oder Ärger gekennzeichnet. Weiterhin wird zusammengefasst, was erreicht oder gelernt wurde, aber auch, was noch aussteht und für die Zukunft zu erwarten ist. Dazu gehört unter anderem, frühe Warnsignale für das Auftreten einer erneuten Depressionsphase mit dem Patienten durchzugehen. Der Therapeut sollte deutlich machen, dass er auch nach Abschluss der Therapie prinzipiell für den Patienten erreichbar ist und sich dabei besonders bestärkend und ermutigend verhalten. Klinisch spricht nichts dagegen, die letzten 4–6 Sitzungen auf größere Abstände auszudehnen, in denen der Patient idealerweise den Therapeuten als sichere Basis präsent hat, ohne ihn direkt in Anspruch nehmen zu müssen. Der Therapeut muss abschließend noch beurteilen, ob eine Weiterbehandlung beispielsweise in Form von Erhaltungssitzungen, im Rahmen eines Verfahrenswechsels oder einer zusätzlichen Medikation benötigt wird.

Fortsetzung des Therapieerfolgs

Für viele Patienten, die bereits mehr als eine depressive Episode durchlaufen haben, empfiehlt sich nach der erfolgreichen Akutbehandlung eine 4. Phase der Erhaltungstherapie anzuschließen. Diese dient der Fortsetzung des Therapieerfolgs und damit dem Rückfallschutz. Selbst nach dem ersten Auftreten einer depressiven Episode besteht ein mindestens 50 %iges Risiko eines Rückfalls- bzw. Wiederauftretens. Einen wirksamen Schutz bieten weitere wöchentliche Sitzungen über die Dauer von 6 Monaten als Fortsetzungstherapie (Klerman et al. 1974) oder monatliche Sitzungen für weitere 3 Jahre als Erhaltungstherapie (Frank et al. 1990, 2007). Die Erhaltungsform der IPT (IPT-M, „maintenance“) ist der Akut-IPT ähnlich, indem der Fokus weiterhin auf dem Zusammenhang zwischen interpersonellen Ereignissen und der Stimmung sowie der sozialen Leistungsfähigkeit liegt. Das Hauptziel der IPT-M besteht darin, den Remissionszustand zu erhalten oder eine erneute depressive Episode zu verhindern, indem die Vulnerabilität für zukünftige Episoden reduziert wird. Über einen längeren Zeitraum können nun allerdings Probleme aus allen 4 Problemfoki besprochen werden. Die Problembereiche reflektieren meist entweder die über die akute Phase hinaus fortbestehenden Schwierigkeiten oder solche Probleme, die sich als Konsequenz der Remission ergeben. Aufgrund der verlängerten Behandlungsdauer ist zu erwarten, dass auch überdauernde interpersonelle Verhaltensmuster, die mit der Persönlichkeitsstruktur des Patienten im Zusammenhang stehen, eine Veränderung erfahren.
Ein Fallbeispiel soll den Ablauf der IPT beschreiben.
Beispiel für Ablauf der IPT
Die Patientin (Fr. F.) ist eine 32-jährige Mutter von 3 schulpflichtigen Töchtern, seit 15 Jahren verheiratet, derzeit Hausfrau. Es handelt sich um die erste depressive Episode.
Depressive Symptome traten vor 10 Monaten auf, nachdem sie erfuhr, dass ihr Mann einer beruflichen Beförderung zugesagt hatte, ohne es zuvor mit ihr und der Familie zu besprechen. Die Beförderung machte einen Wechsel des Wohnorts nötig. „Zuerst war ich wütend, aber ich sagte nichts aus Angst, ich könnte zu viel zerstören. Dann fühlte ich mich hilflos, niedergeschlagen und schuldig.“
Frau F. gab also nicht nur unfreiwillig ihre vertraute Umgebung und Beziehungen auf, sondern sie fühlte sich auch von ihrem Mann übergangen. „Er ist sehr dominant und seine Karriere ist das Wichtigste für ihn. Er ist nur noch für seine Arbeit da. Die Kinder und ich – wir sehen ihn kaum noch.“
Fokus:
  • „Interpersonelle Konflikte“, sekundär Rollenwechsel
Ziele:
  • Konflikt benennen und gemeinsam einen Handlungsplan entwickeln
  • Kommunikation zwischen den Partnern verbessern
Strategien:
  • Stadium des Konflikts bestimmen: Paarkonflikt im Stadium der Sackgasse
  • Worum geht es? Ungleichgewicht von „Dominanz und Unterordnung“ sowie von „Nähe und Autonomiebestreben“ zwischen beiden Partnern
  • Kommunikation und/oder Erwartungen verändern
  • Problemlösung bezüglich der veränderten Situation (Umzug)
Techniken:
  • Kommunikationsanalysen: ausgeprägte Konfliktvermeidung von Seiten der Patientin wird im Rahmen einer belastenden Bindungsgeschichte (gewaltsame Auseinandersetzungen der Eltern) deutlich. Frau F. kommuniziert weder ihre Bedürfnisse, noch ihre Gefühle. Vorbereitend für die Sitzungen mit dem Partner übt sie im Rollenspiel Gefühle und Wünsche zu kommunizieren, z. B.:
    „Ich fühle mich von dir übergangen und es macht mich wütend, dass du mich nicht mit einbeziehst. Ich möchte, dass du in Zukunft alle Entscheidungen, die uns betreffen, vorher mit mir besprichst.“
    Im Paargespräch werden gemeinsam Verhaltensregeln aufgestellt, z. B.:
    1.
    „Die Bedürfnisse jedes Familienmitglieds sind wichtig, keiner wird übergangen.“
     
    2.
    „Wenn jemand ein Anliegen hat, muss er es klar äußern.“
     
  • Emotionale Arbeit: Klärung von Ängsten im Zusammenhang mit Konfliktvermeidung, Exploration der Bindungsgeschichte. Umgang mit Ängsten, verlassen zu werden
  • Entscheidungsanalyse: Fr. F. bespricht mit ihrem Mann Alternativen zur neuen Situation des Wohnortwechsels. Sie willigt ein, dort wohnen zu bleiben. Ihr Mann sagt zu, seine Arbeitszeiten zu begrenzen und sie beim Aufbau eines sozialen Netzes zu unterstützen (z. B. Einweihungsfeier arrangieren, gemeinsam einem Tennisklub beitreten, etc.).
Nach 16 Sitzungen war Frau F. weitgehend remittiert: „Es gibt zwar immer noch Höhen und Tiefen, aber ich habe gelernt, mit Unstimmigkeiten offen umzugehen und Auseinandersetzungen nicht mehr zu vermeiden. Wir sind uns dadurch wieder näher gekommen.“

Techniken und Therapeutenrolle

Die Techniken der IPT sind größtenteils aus anderen Therapierichtungen entlehnt und teilweise modifiziert worden. Dieses Verfahren ist im Vergleich zu anderen Psychotherapieformen nicht besonders stark technikorientiert. Im ersten Teil werden hauptsächlich explorative, psychoedukative und symptombewältigende Techniken wie beispielsweise Ermutigung, Ratschläge und positive Rückmeldung angewendet. In der 2. und 3. Phase zielen sie vorwiegend darauf ab, dass der Patient Einsicht in emotionale Zusammenhänge (z. B. durch Klärung) gewinnt und lernt, zwischenmenschliche Probleme zu lösen (z. B. durch Entscheidungsanalysen). Die späteren Abschnitte dienen hauptsächlich dem konkreten Handlungs- und Verhaltensaufbau bzw. dem Erwerb von Bewältigungsstrategien (z. B. durch Rollenspiele). Emotionale Aspekte finden während des Behandlungsverlaufs die stärkste Berücksichtigung. Konfrontatives und interpretierendes Vorgehen sollen vermieden werden. Eine Auflistung der wichtigsten Interventionen, die gezielt eingesetzt beziehungsweise vermieden werden sollen, findet sich in nachfolgender Übersicht.
Empfohlene und nichtempfohlene Interventionen bei Anwendung der IPT: DOs und DON´Ts
DOs
  • Unterstützende, ermutigende Therapeutenhaltung einnehmen
  • Durch Psychoedukation immer wieder für Entlastung des Patienten sorgen
  • Behandlungsfokus (wie im Vertrag festgelegt) beibehalten, irrelevantes Material eingrenzen
  • Bei der Festlegung des Problembereichs Vermeidungsstrategien des Patienten berücksichtigen
  • Auf zwischenmenschliche Ereignisse und den Umgang damit eingehen
  • Auf die mit der Problematik verbundenen Gefühle (positive und negative) eingehen
  • Strategien und interpersonelle Fertigkeiten in der Sitzung (z. B. im Rollenspiel) entwickeln und ausprobieren
  • Möglichkeiten für soziale Unterstützung aufgreifen
  • Im Hier und Jetzt bleiben
  • Die Sitzung am Ende zusammenfassen
  • Den Eindruck vermitteln, dass aktives Verhalten und positive Veränderungen erwartet werden
  • Den therapeutischen Fortschritt von Zeit zu Zeit strukturiert erfassen
DON´Ts
  • Den Fokus in die Vergangenheit, frühe Ursachen und Kindheitserlebnisse legen
  • Den Fokus auf Kognitionen legen
  • Den Fokus auf die Übertragungsbeziehung legen
  • Den Fokus ohne Veränderung des Behandlungsvertrags wechseln
  • Den Fokus auf somatische Symptome legen
  • Freie Assoziation von Gefühlen zulassen
  • Interpretationen und Deutungen vornehmen
  • Abwehrmechanismen analysieren
  • Lange schmerzhafte Schweigepausen
  • Träume interpretieren
  • Den Patienten mit Fehlern und Versagen konfrontieren
  • Sich mit seiner persönlichen Reaktion in den Fokus stellen
  • Eine Abhängigkeitsbeziehung zum Therapeuten unterstützen
  • Die Therapie mit offenem Ende konzipieren
Die Gesprächsführung ist am ehesten an das Vorgehen psychodynamischer Kurzzeittherapien angelehnt. Die Haltung des Therapeuten ist dabei aktiv und unterstützend, stets explizit auf Seiten des Patienten (Advokatenrolle). Es ist die Aufgabe des Therapeuten die von Bowlby geforderte „sichere Basis“ aufzubauen, um dem Patienten eine angstfreie Erforschung seiner äußeren und inneren Welt zu ermöglichen.
Ebenso wenig wie die verwendeten Therapietechniken sind die 3 bzw. 4 Therapiephasen für sich genommen einzigartig für die IPT. Eine Psychoedukation über die psychiatrische Störung ist auch bei zahlreichen anderen Therapieprogrammen üblich. Therapieansätze wie beispielsweise das Training sozialer Fertigkeiten, die verhaltenstherapeutische Paartherapie oder die systemische Therapie legen den Fokus ebenfalls auf zwischenmenschliche Interaktionsmuster und Kommunikationsprozesse. Und die Schlussphase entspricht im Grunde genommen dem Abschluss vieler anderer Therapiemethoden, insbesondere psychodynamisch orientierter Kurztherapien.
Die strukturierte und durchaus spezifische Zusammenstellung der Behandlungselemente und -strategien macht die Besonderheit und möglicherweise die Wirksamkeit der interpersonellen Psychotherapie (ITP) aus. Die Zusammenstellung der Therapieelemente ist pragmatisch auf den Erkenntnissen der Depressions- und Psychotherapieforschung aufgebaut.
Auch die diagnostische Einordnung der Depression als psychiatrische Störung, die multifaktorielle Sichtweise der Depressionsverursachung und die damit verbundene Offenheit für medikamentöse Begleitbehandlung sind an neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert. Die IPT richtet sich individuell an den Bedürfnissen, Eigenarten, Notwendigkeiten und Ressourcen des Patienten aus, ohne sich dogmatisch einer Therapieschule zu verpflichten.

Indikation und Kontraindikation

Der ursprüngliche Indikationsbereich der IPT bezog sich auf die Akutbehandlung ambulanter, nichtpsychotischer Patienten mit unipolar depressiven Episoden. Bei stationär behandlungsbedürftigen bzw. schwer depressiven Patienten konnten mit der IPT in Kombination mit antidepressiver Medikation ebenfalls Erfolge erzielt werden (Elkin 1994; Luty et al. 2007; Schramm et al. 2007). Zur langfristigen Verhinderung erneuter depressiver Episoden nach Remission der Indexepisode erwies sich die zunächst als Kurzzeittherapie konzipierte Intervention allerdings nicht als ausreichend und wurde deswegen durch eine hinsichtlich der Behandlungsdauer modifizierte Version ergänzt (Frank et al. 1990, 2007). In internationalen Leilinien empfohlen wird die IPT auch bei Bulimie und Binge Eating Disorder, bei bipolaren Störungen, bei jugendlichen depressiven Patienten und in transkuturellen Settings (Ravitz und Watson 2014). Auch bei der Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung hat sich die Methode bewährt (Markowitz et al. 2015).
Kontraindiziert ist die Anwendung der IPT bei akut psychotisch depressiven, wahnhaften oder manischen Patienten. Das gleiche gilt, wenn zusätzlich zur Depression eine ausgeprägte Substanzabhängigkeit vorliegt. Außerdem wird von der alleinigen Anwendung dieser Therapieform bei schwer melancholisch Depressiven abgeraten. Bei anorektischen und bei Patienten mit einer „reinen“ Dysthymie (ohne major depressive Episoden) oder chronischer Depression erwies sich die Behandlung mit IPT nicht als besonders erfolgreich.
Der Einsatz der Methode wird in den Leitlinien der APA (2010) besonders für Patienten mit psychosozialen Problemen sowie mit beruflichen oder partnerschaftlichen Schwierigkeiten empfohlen.

Andere Anwendungsbereiche für IPT

Wie bei anderen effektiven Behandlungsformen wurde auch bei der IPT versucht, sie auf andere Anwendungsbereiche auszudehnen. Für einige dieser Bereiche wurde die hier beschriebene Originalform modifiziert. Die Modifikationen beziehen sich auf
  • die ursprünglich postulierte Zeitdauer (z. B. Erhaltungsform, Kurzberatung),
  • die spezifische Störungsform (z. B. Bulimie, soziale Phobie, Dysthymie, bipolare Störung, posttraumatische Belastungsstörung),
  • Charakteristika der Patienten (z. B. Jugendliche, Alterspatienten, andere Kulturen) oder
  • das Behandlungssetting (stationär, Gruppe, Paartherapie, per Telefon oder Internet).
Das Ausmaß der Modifikationen variiert stark. Manche Formen sind kaum verändert im Vergleich zur Originalversion (z. B. IPT-Late Life für ältere depressive Patienten), bei anderen sind bedeutsame neue Therapieelemente hinzugefügt (z. B. die Regulierung sozialer Rhythmen bei bipolaren Patienten). Eine umfassende Beschreibung der meisten Modifikationen mit ausführlichen Fallbeispielen findet sich bei Markowitz und Weissman (2012b).

Wirksamkeit und Wirkweise der IPT

Die IPT ist trotz ihres relativ jungen Alters bereits umfassend untersucht. Das ausgezeichnete Wirksamkeitsprofil des Verfahrens wurde in den letzten 40 Jahren durch mehrere gut kontrollierte Studien belegt (Metaanalysen: Cuijpers et al. 2008, 2011, 2016). Die IPT wurde als Einzelbedingung, im Vergleich zu oder in Kombination mit medikamentöser Therapie an meist großen Patientenstichproben überprüft. Sie wurde außerdem mit anderen Kurzzeitverfahren verglichen sowie mit medikamentösen und psychologischen Plazebobedingungen oder unbehandelten Wartekontrollguppen. Fast alle Studien wurden an ambulanten depressiven Patienten durchgeführt.
Die Methode weist eine hohe durchschnittliche Effektstärke auf und zählt zu den wirksamsten psychologischen Depressionstherapien (Cuijpers et al. 2008). Im Vergleich mit unbehandelten Wartekontrollgruppen verbessern sich depressive Patienten durch IPT deutlich, während sich zu anderen aktiven Psychotherapien (kognitive Verhaltenstherapie) bzw. zu antidepressiver Medikation keine Vorteile ergeben. Fasst man die empirischen Befunde zusammen, kann die IPT bei der Akut-, Erhaltungs- und prophylaktischen Therapie selbst schwer depressiver Erkrankungen ohne psychotische Symptomatik zu den effektivsten Behandlungsmöglichkeiten gerechnet werden und stellt eine brauchbare Alternative bzw. eine sinnvolle Ergänzung zu pharmakotherapeutischen Maßnahmen dar. Dies kann besonders für Patienten nützlich sein, die keine Medikamente nehmen können, wollen oder nicht darauf ansprechen. Auch die ersten Ergebnisse zu den modifizierten Formen sind überwiegend ermutigend. Davon ausgenommen ist lediglich der Einsatz des Verfahrens bei Opiat- bzw. Kokainabhängigen, bei körperlich beeinträchtigten Patienten ab 70 Jahren, bei anorektischen und bei Patienten mit einer „reinen“ Dysthymie ohne major depressive Episoden (zusammengefasst: Weissman et al. 2007; Schramm 2010). Aus den bisher nur vereinzelt durchgeführten Prozessanalysen (Überblick: Schramm 2010; Lipsitz und Markowitz 2013) zur IPT lässt sich ableiten, dass komplexe Interaktionen zwischen Patientenmerkmalen (z. B. Feindseligkeit), dem Therapeutenverhalten (z. B. Kompetenz) und anderen Prozessvariablen (z. B. Manualtreue) bestehen. Diese Faktoren beeinflussen sich gegenseitig und schließlich den Behandlungserfolg. Es wurde bestätigt, dass im Unterschied zu verhaltenstherapeutischen Ansätzen bei der IPT mehr Gewicht auf zwischenmenschliche Beziehungen und weniger auf intrapersonale Aspekte gelegt wird. Das Ausmaß, in dem der bei der IPT fokussierte interpersonelle Stress aufgelöst werden konnte, korrelierte mit der Verbesserung der depressiven Symptomatik (Markowitz et al. 2006). Außerdem unterstützen IPT-Therapeuten die Patienten stärker beim Erleben von Emotionen als KVT-Therapeuten und arbeiten weniger direktiv und edukativ, dafür empathischer und weniger distanziert. Allerdings scheinen die unterschiedlichen psychotherapeutischen Vorgehensweisen das Ergebnis der Therapie nicht selbstständig voraussagen zu können. Stattdessen spielen auch hier Patientenvariablen eine bedeutsame Rolle, insofern diese mit den verschiedenen Techniken interagieren.
Während die Wirksamkeit der Methode als nachgewiesen gilt, ist über die Wirkweise nur relativ wenig bekannt (Lipsitz und Markowitz 2013). Es bleibt weiterhin zu überprüfen, ob der interpersonelle Fokus und die spezifischen Therapiestrategien der Hauptgrund für die Effektivität dieses Ansatzes sind.
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