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13.04.2021 | Endodontie | Aus der Wissenschaft | Ausgabe 4/2021

Der Freie Zahnarzt 4/2021

Therapiekonzepte zur Behandlung von Paro-Endo-Läsionen

Zeitschrift:
Der Freie Zahnarzt > Ausgabe 4/2021
Autor:
Felix Koch
Studienvorstellung. Die Behandlung einer Paro-Endo-Läsion beinhaltet Therapieansätze von Endodontie und Parodontologie. Aufgrund ihrer Komplexität stellt sie mitunter eine Herausforderung für den behandelnden Zahnarzt dar. Wichtig ist eine gründliche Reinigung und Desinfektion des Wurzelkanals und Parodonts. Bei der knöchernen Regeneration konnten in einer Studie gute Ergebnisse mittels Therapie mit plättchenreichem Plasma und einer geführten Geweberegeneration erzielt werden.
In den vergangenen Jahren hat sich eine Vielzahl von Techniken zur Wurzelkanalbehandlung etabliert. Diese schließen neben der Art der Aufbereitung, der Reinigung des Wurzelkanalsystems, der Wurzelkanalmaterialien sogar auch die Revitalisierung des Zahnes mit Hilfe regenerativer Techniken ein. Eine besondere Herausforderung stellt jedoch die Behandlung der Paro-Endo-Läsion dar, die Therapieansätze der Endodontie und Parodontologie einschließt. Aufgrund einer Kommunikation von Wurzelkanalsystem, apikaler Zahnregion, dem Parodont und der Mundhöhle ist eine Paro-Endo-Läsion von einem komplexeren Mikrobiom besiedelt als eine reine Parodontalläsion bzw. periapikale Läsion. Hinsichtlich der Behandlungsmodifikationen ist zunächst die Reinigung und Desinfektion von Wurzelkanal und Parodont entscheidend. Hierbei werden mechanische Reinigungstechniken mittels Scaler bzw. rotierenden Wurzelkanalinstrumenten um Desinfektionstechniken mit Laser oder Ozongas ergänzt.
Die Abfolge der parodontalen Behandlung nach der Wurzelkanalbehandlung, ob gleichzeitig oder verzögert nach drei, sechs oder neun Monaten unterschied sich nicht signifikant (Tewari et al.).
Die knöcherne Regeneration der Paro-Endo-Läsionen wurde von Ustaoglu et al. im Rahmen einer prospektiven randomisierten Studie untersucht. Alle Patienten erhielten eine Kürettage und offene Lappenchirurgie: die Kontrollgruppe ohne weitere Maßnahmen, die titanstimulierte Platelet-Rich-Plasma(PRF)-Gruppe eine Abdeckung des Defektes mit einer PRF-Membran und die dritte Gruppe eine klassische geführte Geweberegeneration (GBR) mit Hilfe alloplastischen Materials und einer Abdeckung mit einer Kollagenmembran. Im Ergebnis waren die PRF- und die GBR-Technik der Kontrollgruppe überlegen, gemessen an Sondierungstiefe, Attachmentverlust und parodontaler Knochenregeneration. Das in dieser Studie untersuchte sogenannte "titanium-prepared platelet rich fibrin" (T-PRF) stellten die Autoren aus venösem Blut her, welches sie in einem Titanzylinder für zwölf Minuten bei 2.800 rpm zentrifugierten. Das Plasmagerinnsel enthält Thrombozyten, Leukozyten und eine Vielzahl von Wachstumsfaktoren.

Originalliteratur

1. Tewari SH, Sharma G, Tewari SA, Mittal S, Bansal S (2018) Effect of immediate periodontal surgical treatment on periodontal healing in combined endodontic-periodontal lesions with communication - a randomized clinical trial. Journal of Oral Biology and Craniofacial Research 8:105-112
2. Ustaoğlu G, Uğur Aydin Z, Özelçi F (2020) Comparison of GTR, T-PRF and open-flap debridement in the treatment of intrabony defects with endo-perio lesions: a randomized controlled trial. Med Oral Patol Oral Cir Bucal. 25(1):e117-23.
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