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20.11.2018 | Endokrinologie und Reproduktionsmedizin | Leitthema | Ausgabe 1/2019

Gynäkologische Endokrinologie 1/2019

Schilddrüseneinstellung bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft

Zeitschrift:
Gynäkologische Endokrinologie > Ausgabe 1/2019
Autor:
Prof. Dr. Jürgen M. Weiss
Wichtige Hinweise

Redaktion

P. Stute, Bern
G. Griesinger, Lübeck
T. Strowitzki, Heidelberg

Zusammenfassung

Die regelrechte Funktion der Schilddrüse vor und während der Schwangerschaft ist für Mutter und Kind essenziell. Eine Hyperthyreose und eine manifeste Hypothyreose sind beide mit einem negativen geburtshilflichen und neonatalen Outcome assoziiert. Ob eine subklinische Hypothyreose die Gesundheit von Mutter und Kind signifikant beeinflusst, wird kontrovers diskutiert und in diesem Manuskript behandelt. Derzeit benutzen viele den Wert von 2,5 mU/l als oberen Referenzwert des thyreoideastimulierenden Hormons (TSH) für die präkonzeptionelle Einstellung von Kinderwunschpatientinnen. Dies fußt auf veralteten Empfehlungen, die dafür den ebenfalls veralteten oberen Grenzwert des ersten Trimenons herangezogen haben. Nach den neuesten Empfehlungen der American Thyroid Association sind die oberen Grenzwerte für TSH in der Schwangerschaft 4,0–4,2 mU/l. Der TSH-Wert von 2,5 mU/l ist demnach zu niedrig und kann zu Überdiagnosen und Überbehandlungen führen. Hinzu kommt, dass keine Evidenz dafür existiert, dass ein TSH-Spiegel zwischen 2,5 und 4,2 mU/l irgendeinen signifikanten negativen Effekt haben könnte. Wir empfehlen, bei Kinderwunschpatientinnen TSH und Thyreoperoxidaseantikörper (TPO-AK) zu bestimmen. Wenn beide Parameter im normalen Referenzbereich des Labors liegen, ist keine Behandlung angezeigt. Wenn TPO-AK positiv sind und TSH über 2,5 mU/l liegt, kann die Behandlung mit L‑Thyroxin in Betracht gezogen werden. Wenn TSH außerhalb des Referenzbereichs liegt, sollte die Schilddrüse weiter abgeklärt werden.

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