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13.09.2019 | Endoprothetik | CME | Ausgabe 5/2019

Operative Orthopädie und Traumatologie 5/2019

„Fast-Track-Konzepte“ in der Knieendoprothetik: Einsatz von Tranexamsäure und Technik der lokalen intraartikulären Anästhesie

Zeitschrift:
Operative Orthopädie und Traumatologie > Ausgabe 5/2019
Autoren:
Prof. Dr. Wolf Petersen, Sebastian Bierke, Tillmann Hees, Katrin Karpinski, Martin Häner
zum Fragebogen im Kurs
Wichtige Hinweise

Wissenschaftliche Leitung

K. Dresing, Göttingen
F. Unglaub, Bad Rappenau

Zeichner

H.-J. Schütze, Köln

Video online

Die Online-Version dieses Beitrags (https://​doi.​org/​10.​1007/​s00064-019-00628-9) enthält Videomaterial zur beschriebenen Technik.
Beitrag und Zusatzmaterial stehen Ihnen auf www.springermedizin.de zur Verfügung. Bitte geben Sie dort den Beitragstitel in die Suche ein, das Zusatzmaterial finden Sie beim Beitrag unter „Ergänzende Inhalte“.

Zusammenfassung

Operationsziel

„Fast-Track-Konzepte“ dienen der Verminderung des Risikos für peri- und postoperative Komplikationen nach Implantation einer Knievollprothese.

Indikation

Die beschriebenen Konzepte werden eingesetzt bei Patienten mit der Indikation zur Implantation einer Knievollprothese.

Kontraindikation

Kontraindikationen für „Fast-Track-Konzepte“ sind: hochbetagte Patienten, Demenz, ASA-Klasse IV (gemäß American Society of Anesthesiologists), Implantation großer Revisions- oder Tumorprothesen. Kontraindikationen für Tranexamsäure sind: Blutungen im Harntrakt, Vorsicht bei bekannter Epilepsie, individuelle Risikoabwägung bei bestehenden Thrombosen bzw. erhöhtem Thromboserisiko, frischer Herzinfarkt, Z. n. frischer Lungenembolie, Z. n. perkutaner transluminaler Koronarangioplastie (PTCA) oder Z. n. Stentimplantation. Kontraindikationen für Ropivacain sind: Überempfindlichkeit (Allergie) gegen Ropivacain und andere Lokalanästhetika vom Amidtyp, Hypovolämie.

Operationstechnik

Präoperativ wird die Gabe von 1 g Tranexamsäure und intraoperativ eine lokale Infiltrationsanästhesie durchgeführt. Dazu erfolgt nach der femoralen und tibialen Knochenresektion, vor der Zementierung der femoralen und tibialen Komponenten, die Injektion von etwa 40 ml Ropivacain (2 %) in die posteriore Kapsel. Weiter erfolgt die Injektion von jeweils etwa 20 ml Lokalanästhetikum in die medialen und lateralen Seitenbänder und die Infiltration des Hoffa-Fettkörpers sowie des Streckapparats mit ebenfalls etwa 20 ml Lokalanästhetikum. Nach der Zementierung wird das Subkutangewebe mit etwa 50 ml Ropivacainlösung infiltriert.

Weiterbehandlung

Noch am Operationstag wird der Patient unter krankengymnastischer Anleitung mobilisiert. Dabei soll der Patient, wenn möglich, bereits einige Schritte an 2 Unterarmgehstützen gehen. Die systemische analgetische Therapie erfolgt nach WHO-Stufenschema II mit einem schwach wirksamen Opioid und Nichtopioidanalgetika der ersten Stufe (nichtsteroidale Antirheumatika, NSAR, und/oder Metamizol). Als adjuvante Komedikation kann Gabapentin eingesetzt werden. Die medikamentöse Thromboseprophylaxe erfolgt für 2 Wochen postoperativ mit einem niedermolekularen Heparin.

Ergebnisse

Bei 100 Patienten, die präoperativ 1 g Tranexamsäure sowie eine intraartikuläre Infiltrationsanästhesie erhalten hatten, lag der Schmerz am Abend des Op.-Tags auf der numerischen Ratingskala (NRS) durchschnittlich bei 2,1 (±1,8). Bei einem Patienten bestand ein sensibles Defizit am Unterschenkel und Fuß. Ein motorischer Ausfall wurde nicht beobachtet. Es konnten 90 Patienten das gestreckte Bein anheben. Am Op.-Tag konnten 68 Patienten mehr als 10 Schritte gehen, 22 Patienten konnten in den Stand mobilisiert werden. Die mittlere stationäre Verweildauer lag bei 6,6 Tagen (5–11 Tage). Infektionen, Thrombosen und Lungenembolien traten nicht auf.

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