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28.07.2017 | Übersicht | Sonderheft 1/2018

Trauma und Berufskrankheit 1/2018

Endoprothetische Versorgung des posttraumatischen Kniegelenks

Zeitschrift:
Trauma und Berufskrankheit > Sonderheft 1/2018
Autor:
Prof. Dr. K. Gelse

Zusammenfassung

Hintergrund

Das Wiedererlangen der Mobilität nach schwerem Kniegelenktrauma ist bei älteren Patienten oft ein großes Problem. Die primäre Frakturendoprothetik des Kniegelenks kann hier in bestimmten Fällen eine sinnvolle Behandlungsoption darstellen.

Ziel der Arbeit (Fragestellung)

Das Ziel dieser Arbeit besteht in der Erstellung des Indikationsspektrums, Darlegung der Risiken und Chancen der Frakturendoprothetik des Kniegelenks.

Material und Methoden

Es erfolgte eine selektive Literaturanalyse unter Berücksichtigung von Empfehlungen und eigenen Erfahrungen.

Ergebnisse

Trotz adäquater initialer osteosynthetischer Versorgung von kniegelenknahen Frakturen sind beim älteren Patienten die Langzeitergebnisse eher schlecht. Aufgrund der oft nicht umsetzbaren Entlastung kommt es insbesondere bei schlechter Knochenqualität häufig zum sekundären Korrekturverlust. Darüber hinaus ist die Rate an posttraumatischer Gonarthrose im Alter deutlich erhöht. Die moderne Knieendoprothetik erlaubt durch modulare Implantatsysteme mit verschiedenen Kopplungsmechanismen, Verankerungs- und Augmentationsmöglichkeiten die Versorgung auch komplexer Verletzungen und erzielt bei frühzeitiger Mobilisierbarkeit zumindest mittelfristig gute bis sehr gute Ergebnisse. Indikationen für die Endoprothetik nach Kniegelenktrauma sind gelenkflächennahe Frakturen, vorbestehende Arthrose, höheres Alter, Osteoporose und die Unfähigkeit zur Entlastung. Dagegen stellen schwere Weichteilschäden, Infekte oder Verletzungen des Streckapparats Kontraindikationen dar.

Diskussion

Die Frakturendoprothetik des Kniegelenks kann beim geriatrischen Patienten eine sinnvolle Therapieoption darstellen, sofern die Indikationsstellung gewissenhaft erfolgt.

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