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13.02.2019 | Epidemiologie | Ausgabe 3/2019

Der Onkologe 3/2019

Epidemiologie von Kopf-Hals-Tumoren in Deutschland

Zeitschrift:
Der Onkologe > Ausgabe 3/2019
Autoren:
Antje Wienecke, Dr. Klaus Kraywinkel

Zusammenfassung

Der vorliegende Artikel gibt einen Überblick über die Erkrankungs‑, Sterbe- und Überlebensraten sowie die Stadienverteilung von Tumoren im Kopf-Hals-Bereich in Deutschland. Die Ergebnisse basieren auf Daten der bevölkerungsbezogenen Krebsregister der Bundesländer, die im Zentrum für Krebsregisterdaten auf Bundesebene ausgewertet werden. Etwa 4560 Frauen und 12.660 Männer erkrankten im Jahr 2014 an einem Kopf-Hals-Tumor. Tumoren an Mundhöhle und Lippen sowie Oropharynxkarzinome wurden dabei am häufigsten diagnostiziert. Bei den Männern sind die Erkrankungsraten seit Ende der 1990er-Jahre, außer für Oropharynxkarzinome, rückläufig, wohingegen sie bei Frauen insgesamt, aber v. a. für Neubildungen der Mundhöhle und des Oropharynx angestiegen sind. Geschlechtsunterschiede, aber auch Unterschiede zwischen den Lokalisationen, zeigen sich ebenfalls für die Stadienverteilung und die Überlebensraten. Während bei den Rachentumoren rund drei Viertel der Tumoren bereits ein Stadium IV (A–C) aufweisen, liegt dieser Anteil bei den übrigen Lokalisationen unter 50 %. Die höchsten relativen Fünf-Jahres-Überlebensraten zeigen sich für Tumoren der großen Speicheldrüsen (75 %) und des Nasopharynx (69 %) bei Frauen sowie für Tumoren des Kehlkopfs (62 %) und der Nase/Nasennebenhöhle (57 %) bei Männern. Für fast alle Lokalisationen sind die Stadienverteilung und Überlebensraten bei Frauen günstiger als bei Männern. Die für beide Geschlechter im Vergleich zu anderen Lokalisationen etwas ungünstigeren zeitlichen Trends beim Oropharynxkarzinom sind auch in anderen Ländern zu beobachten und deuten wahrscheinlich auf eine zunehmende ätiologische Bedeutung von HPV-Infektionen hin.

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Literatur
Über diesen Artikel

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