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24. Epilepsien

Erschienen in:

Zusammenfassung

Auf einen Blick

Verordnungsprofil Das Verordnungsvolumen der sogenannten „neueren Antiepileptika“ hat sich seit 2012 verdoppelt und steigt weiter. Diese Antiepileptika (vor allem Pregabalin und Levetiracetam) werden inzwischen fast viermal so häufig wie „traditionelle Antiepileptika“ (z. B. Valproinsäure, Carbamazepin, Phenytoin) verordnet. Die Verordnungen von Valproinsäure sind seit einigen Jahren weitgehend konstant, während das früher führende Carbamazepin in den letzten 10 Jahren um 40 % abgenommen hat.
Bewertung Eine pauschale Unterscheidung zwischen neueren und traditionellen Antiepileptika ist mittlerweile nur noch eingeschränkt sinnvoll. Vielmehr sollten einzelne Arzneistoffe oder Arzneistoffgruppen indikationsbezogen miteinander verglichen und bewertet werden. In der Leitlinie des britischen National Institute of Health and Care Excellence (NICE) werden Lamotrigin und Levetiracetam als Arzneistoffe der ersten Wahl zur Behandlung fokal beginnender epileptischer Anfälle empfohlen, Valproat zur Behandlung generalisierter tonisch-klonischer Anfälle bei männlichen Patienten. Bei gebärfähigen Frauen sind wiederum Lamotrigin und Levetiracetam Mittel der ersten Wahl. Die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) werden aktuell überarbeitet. Pregabalin wird ganz überwiegend für die Behandlung neuropathischer Schmerzen angewendet, ohne dass eine ausreichende Evidenz für einen Zusatznutzen gegenüber Amitriptylin oder Gabapentin verfügbar ist.
Titel
Epilepsien
Verfasst von
Prof. Dr. med. Roland Seifert
Dr. med. Christian Brandt
Copyright-Jahr
2022
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-66303-5_24
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