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Epileptische Anfälle vor und nach Schlaganfällen

Erschienen in:

Zusammenfassung

Ischämische und hämorrhagische Schlaganfälle sind die häufigsten Ursachen von Epilepsien im höheren Lebensalter. Tritt innerhalb von 7 Tagen nach einem Schlaganfall ein epileptischer Anfall auf, wird dieser als akut-symptomatisch gewertet. Aufgrund des geringen Risikos für spätere unprovozierte Anfälle liegt nach derartigen Anfällen definitionsgemäß keine Epilepsie vor, sodass keine anfallssuppressive Medikation empfohlen wird. Epileptische Anfälle > 7 Tage nach einem Schlaganfall gelten als unprovozierter Anfall. Aufgrund eines Rezidivrisikos von > 60 % in den folgenden 10 Jahren liegt hier eine Epilepsie vor. Eine anfallssuppressive Medikation sollte eingeleitet werden. Mittel der ersten Wahl ist Lamotrigin; nach ischämischem Schlaganfall ist die Anfallsprognose günstig. Da epileptische Anfälle nicht nur Folge, sondern auch Vorboten von Schlaganfällen sein können, ist bei neu diagnostizierter Epilepsie im höheren Lebensalter ein Screening auf vaskuläre Risikofaktoren sinnvoll.
Titel
Epileptische Anfälle vor und nach Schlaganfällen
Verfasst von
PD Dr. med. J. Dörrfuß
T. Hüsing
PD Dr. med. B. J. Vorderwülbecke
Prof. Dr. med. M. Holtkamp
Publikationsdatum
10.02.2026
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
DGNeurologie / Ausgabe 2/2026
Print ISSN: 2524-3446
Elektronische ISSN: 2524-3454
DOI
https://doi.org/10.1007/s42451-026-00858-9
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