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23.01.2015 | Originalien | Ausgabe 3/2018

Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 3/2018

Ergebnisvergleich von multimorbiden gefäßchirurgischen Patienten mit und ohne Majoramputation in einer deutschen stationären geriatrischen Rehabilitationsklinik

Zeitschrift:
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie > Ausgabe 3/2018
Autoren:
Dr. Stefan Grund, M.D. Dr. med. Manuela Mettlach, Prof. Dr. Meinhard Kieser, Dr. med. Konrad Rath, Dr. med. Hans-Georg Schäfer

Zusammenfassung

Hintergrund

Im Zuge der demografischen Entwicklung wird mit einem Anstieg gefäßchirurgischer Eingriffe inklusive Majoramputationen bei hochbetagten multimorbiden geriatrischen Patienten gerechnet. Aufgrund der erheblichen Vulnerabilität dieser Patienten erscheint das Angebot einer stationären geriatrischen Rehabilitation im direkten Anschluss an die akutstationäre Behandlung sinnvoll. Bisher wurde in Deutschland dieses Thema kaum untersucht.

Material und Methoden

Alle vom 01.06.2012 bis 31.12.2013 in unserer Klinik aufgenommenen Patienten mit gefäßchirurgischer Operation wurden in die retrospektive Analyse einbezogen. Dabei wurde das geriatrische Aufnahme- und Entlassassessment berücksichtigt und eine Unterteilung in majoramputierte und nicht majoramputierte Rehabilitanden vorgenommen. Beide Gruppen wurden hinsichtlich der Entwicklung funktioneller Parameter und der Alltagsaktivität im Verlauf der Rehabilitation sowie des Entlassortes miteinander verglichen.

Ergebnisse

30 major- und 77 nicht majoramputierte Rehabilitanden konnten ausgewertet werden. Alle lebten zuvor in häuslicher Umgebung. Das mediane Lebensalter lag bei 78,3 Jahren. Im Verlauf der Rehabilitation zeigten sich in beiden Gruppen hochsignifikante Verbesserungen im Bereich der Alltagsfähigkeiten (Barthel), der Gehstrecke, des Timed-up-and-go-Tests und des Treppensteigens, während die nicht majoramputierten die majoramputierten Rehabilitanden in den meisten Mobilitätsassessments übertrafen, vor allem im Five-chair-rising-Test. Die mittlere Verweildauer lag bei den major- bzw. nicht majoramputierten Rehabilitanden bei 41,8 vs. 23,9 Tagen. Der Entlassort unterschied sich in beiden Gruppen nicht und lag zu über 90  % in der häuslichen Umgebung.

Schlussfolgerung

Die Daten der retrospektiven Untersuchung zeigen, dass auch hochaltrige multimorbide Patienten nach gefäßchirurgischer Intervention von der stationären geriatrischen Rehabilitationsbehandlung profitieren. Dabei werden von majoramputierten Rehabilitanden geringere, jedoch im Vergleich zum Ausgangswert hochsignifikante Verbesserungen in der Mobilität und Alltagsfähigkeit in einer adäquaten Verweildauer erreicht. Damit ist für eine große Mehrheit der Rehabilitanden die weitere Versorgung in der häuslichen Umgebung möglich.

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