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06.05.2020 | Erkrankungen der hypothalamisch-hypophysären Achse | Schwerpunkt | Ausgabe 6/2020

Der Internist 6/2020

Testosterontherapie im Alter bei Hypogonadismus und Komorbiditäten

Zeitschrift:
Der Internist > Ausgabe 6/2020
Autor:
MD, PhD, FRSM, FECSM Prof. Dr. med. Michael Zitzmann
Wichtige Hinweise

Redaktion

H. Lehnert, Salzburg
M. Reincke, München

Zusammenfassung

Testosteron stellt als natürliches Hormon einen essenziellen Faktor zur Aufrechterhaltung des physischen und emotionalen Wohlbefindens des Mannes dar, unabhängig vom Alter. Der Hypogonadismus des Mannes ist ein endokriner Zustand des Testosterondefizits mit dem Potenzial, multiple körperliche Beschwerden und psychosoziale Probleme zu verursachen. Der Zustand kann primärer (durch Hodenschäden), sekundärer (durch Erkrankungen von Hypothalamus oder Hypophyse) oder funktioneller Natur sein (durch Komorbiditäten wie Adipositas, Diabetes mellitus Typ 2, inflammatorische Erkrankungen). Ein Testosterondefizit erzeugt Probleme sexueller Natur, fördert metabolische Dysbalancen und kann physische Fähigkeiten vermindern (Abnahme der Muskelmasse, Zunahme der Fettmasse); zudem entstehen im Zustand eines Hypogonadismus oft Depressivität, Osteoporose und/oder Anämie. Eine Testosteronersatztherapie sollte nicht bei Kinderwunsch, bei unklaren Prozessen der Prostata bzw. Brustdrüse oder bei erhöhtem Hämatokrit begonnen werden. Die Diagnosestellung und Behandlung sowie deren Überwachung sollten den internationalen Leitlinien folgen, dann kann mit einer deutlichen Besserung der oben genannten Beschwerden gerechnet werden. Besonders der funktionelle Hypogonadismus, der meist, aber nicht ausschließlich bei älteren Männern diagnostiziert wird, bedarf immer einer Behandlung der zugrunde liegenden Komorbidität, bevor eine Testosterongabe begonnen wird.

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