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Klinik und Genetik bei erblichen Netzhautdystrophien

Phänotypische und molekulare Charakterisierung von 1000 IRD-Patient:innen in einem deutschen Referenzzentrum

Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Erbliche Netzhautdystrophien (IRD) sind heterogene, üblicherweise progrediente Netzhauterkrankungen, die häufig zu schwerer Visusminderung führen. Aktuell sind die Therapieoptionen für diese zumeist monogenetischen Erkrankungen begrenzt. Da sich unterschiedliche therapeutische Innovationen in Entwicklung befinden, ist eine umfassende klinische und genetische Diagnostik essenziell.

Ziel der Arbeit

Eine IRD-Kohorte von 1000 Patient:innen wurde phäno- und genotypisch charakterisiert, um klinische Charakteristika einschließlich der genetischen Aufklärungsrate zu bestimmen. Hieraus können Hinweise für eine bessere Versorgung und für künftige Therapien abgeleitet werden.

Material und Methoden

Retrospektiv wurden Patient:inenakten von IRD-Patient:innen der Bonner Spezialsprechstunde für erbliche Netzhauterkrankungen (2019–2023) ausgewertet. Erfasst wurden Demografie, Leitsymptome, Alter bei Symptombeginn/Diagnose sowie genetische Befunde. Die genetische Diagnostik erfolgte mittels Sanger‑, Panel- oder Exom/Genom-Sequenzierung.

Ergebnisse

Von 1000 IRD-Patient:innen (Durchschnittsalter 40 Jahre) wurden 822 genetisch untersucht. Bei 78 % der Getesteten wurde die molekulargenetische Ursache nachgewiesen. Die häufigsten klinischen Diagnosen waren Retinitis pigmentosa, Makuladystrophien (inklusive Morbus Stargardt); entsprechend traten Mutationen am häufigsten in ABCA4, RPGR, USH2A und PRPH2-Genen auf.

Diskussion

Die Aufklärungsrate von 78 % liegt am oberen Ende internationaler Studien, was den Einsatz umfassender Sequenziermethoden widerspiegelt. Die häufigsten IRD-Gene decken sich mit internationalen Kohorten. Der Nachweis von Mutationen in über 90 Genen belegt die extreme genetische Heterogenität. Insgesamt unterstreicht dies die Bedeutung umfassender genetischer Diagnostik, um IRD-Patient:innen für klinische Studien und neue Therapien zu identifizieren.

Graphic abstract

Die Autoren Sandrine H. Sassen und Constanze L. Kochs haben zu gleichen Teilen zum Manuskript beigetragen.
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Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Hintergrund

Erbliche Netzhautdystrophien („inherited retinal diseases“ [IRDs]) stellen eine klinisch und genetisch heterogene Gruppe seltener Erkrankungen dar, die üblicherweise durch eine progrediente Degeneration der Photorezeptoren und/oder des retinalen Pigmentepithels charakterisiert sind [2, 4, 7]. Die Krankheitsursache liegt in Mutationen in über 470 Genen, die vielfältige Veränderungen in zellulären Strukturen sowie im Stoffwechsel des Sehzyklus bewirken. Die meisten IRDs führen langfristig zu schwerer Sehbehinderung oder Erblindung [20].
Die weltweite Prävalenz von IRDs wird auf mehr als 2 Mio. Fälle geschätzt, wobei von einer beträchtlichen Dunkelziffer auszugehen ist – insbesondere aufgrund limitierter genetischer Diagnostik und uneinheitlicher epidemiologischer Erhebungsmethoden [5, 7]. In Deutschland liegt die Prävalenz laut Schätzungen bei etwa 115 Fällen pro 100.000 Einwohner:innen und damit teils über dem internationalen Mittelwert [11, 12]. Dies könnte auf eine höhere diagnostische Sensibilität, eine gute augenärztliche Grundversorgung sowie auf eine stärkere Selbstorganisation der Patient:innen zurückzuführen sein. Dennoch existiert bislang kein nationales Register, das eine systematische Erfassung, epidemiologische Analyse und strukturierte Versorgung der Betroffenen ermöglichen würde [3, 9, 11, 29]. Zwar bietet die Patientenvereinigung ProRetina Deutschland e. V. ein freiwilliges Register an, dieses wird jedoch nicht flächendeckend genutzt und ist nicht in die reguläre Versorgungsstruktur integriert [16].
Die Versorgung von IRD-Patient:innen ist durch mehrere strukturelle Defizite gekennzeichnet: Die Diagnosestellung erfolgt häufig verzögert, bedingt durch die variable Symptomatik, den limitierten Zugang zu molekulargenetischer Diagnostik und die geringe Anzahl spezialisierter Zentren.
Internationale Kohortenstudien – etwa aus Großbritannien, Frankreich oder den USA – haben große Patientengruppen genetisch charakterisiert und damit entscheidend zur Identifikation von Genotyp-Phänotyp-Korrelationen sowie zur Vorbereitung auf klinische Studien beigetragen [1, 15, 18, 23]. Einzelne systematische Analysen aus deutschen Referenzzentren wurden in den letzten Jahren publiziert, sind jedoch meist auf spezifische Subkohorten oder genetische Fragestellungen fokussiert und erlauben bislang keinen umfassenden populationsbasierten Vergleich [10, 25, 26].
Derzeit ist lediglich für Patient:innen mit biallelischen RPE65-Mutationen eine zugelassene Gentherapie verfügbar (Voretigene neparvovec, Luxturna®, Novartis, Basel, Schweiz) [13, 21, 22]. Diese Erkrankung betrifft jedoch nur etwa 0,5–1 % aller IRD-Patient:innen [21], was die Notwendigkeit weiterer Therapieoptionen unterstreicht. Mehr als 20 weitere genspezifische Ansätze befinden sich aktuell in klinischer Entwicklung [14, 21]. Voraussetzung für eine zukünftige zielgerichtete Versorgung ist daher ein breiter Zugang zu genetischer Diagnostik, die Anwendung standardisierter Klassifikationen sowie die systematische Erfassung populationsbasierter genetischer und klinischer Daten.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist die umfassende phänotypische Charakterisierung von 1000 konsekutiven Patient:innen mit erblichen Netzhauterkrankungen in einem deutschen Referenzzentrum sowie die Auswertung verfügbarer genetischer Diagnostik (n = 822) in dieser Kohorte. Durch die Analyse von Subtypverteilung, genetischer Diagnostik und zugrunde liegenden Versorgungspfaden soll ein Beitrag zur Verbesserung der strukturierten Versorgung und der Vorbereitung auf zukünftig verfügbare Therapien geleistet werden.

Methoden

Studienpopulation und Datenerhebung

Die retrospektive Kohortenstudie analysierte die medizinischen Akten von Patient:innen, die sich zwischen Juni 2019 und Juli 2023 in der Spezialsprechstunde für erbliche Netzhauterkrankungen an der Universitäts-Augenklinik Bonn vorstellten. Alle Daten wurden retrospektiv pseudonymisiert erhoben.
Die Erhebung erfolgte auf Grundlage medizinischer Dokumentationen. Erfasst wurden demografische Angaben, klinische Informationen einschließlich führender Symptome, Diagnosealter, Alter bei Symptombeginn sowie genetische Diagnosen. Altersangaben bei Symptombeginn, die nur ungenau angegeben wurden, wurden standardisiert interpretiert: „Kindesalter“ wurde als 4 Jahre, „Jugendalter“ als 14 Jahre definiert.
Die Datenakquise erfolgte mit Microsoft Excel (Version 16.89.1, Microsoft, Redmond, Washington, USA). Der Beobachtungszeitraum wurde über das Intervall zwischen der ersten und der letzten dokumentierten Konsultation bestimmt. Bei nur einer Konsultation oder mehreren innerhalb eines Kalenderjahres wurde der Beobachtungszeitraum mit 0 Jahren festgelegt.

Klinische und genetische Parameter

Die klinische Diagnosestellung basierte auf der augenärztlichen Untersuchung einschließlich Funduskopie, multimodaler Bildgebung (mittels u. a. optischer Kohärenztomographie, Fundusphotographie, Blaulicht-Fundusautofluoreszenzaufnahmen und Infrarotbildgebung (meist Nah-Infrarot-Reflexion, seltener auch Nah-Infrarot-Autofluoreszenz)) und Funktionstestung wie dem Elektroretinogramm (ERG, Ganzfeld-ERG, ergänzt durch multifokales ERG bei ausgewählten Fragestellungen) sowie Gesichtsfelduntersuchungen mittels kinetischer und/oder manueller Perimetrie, abhängig von der klinischen Fragestellung und dem Krankheitsstadium. Der bestkorrigierte Visus wurde bei Erst- und Letztvorstellung dokumentiert, standardisiert in logMAR-Werten angegeben und zusätzlich als Dezimalwert in Klammern ergänzt. Falls beide Augen dokumentiert waren, wurde der Mittelwert gebildet.
Wenn genetische Untersuchungen vorlagen, wurden betroffene Gene, Mutationen und Zygosität dokumentiert. Zusätzlich wurde das Jahr der genetischen Diagnostik erfasst. Die genetische Testung erfolgte in zertifizierten Laboren und schloss Sanger-Sequenzierung, Next-Generation Sequenzierung, Whole-Exome-Sequenzierung (WES), Whole-Genome-Sequenzierung (WGS) als auch Long-Read-Sequenzierung ein. Die Zuordnung des genetischen Ergebnisses erfolgte unter Berücksichtigung des klinischen Phänotyps und der identifizierten Varianten. Ein Fall wurde als genetisch gelöst eingestuft, wenn identifizierte Varianten nach den Kriterien des American College of Medical Genetics and Genomics (ACMG) mindestens als „Variant of Uncertain Significance“ (Klasse 3) oder höher klassifiziert waren und die genetische Diagnose mit dem klinischen Phänotyp übereinstimmte.
Wir weisen darauf hin, dass Varianten der Klasse 3 (VUS) streng genommen keinen beweisenden Charakter besitzen. Aufgrund des retrospektiven Studiendesigns und der heterogenen zeitlichen Einordnung der genetischen Diagnostik erfolgte jedoch keine nachträgliche, standardisierte Reklassifikation aller Varianten. Eine separate Auswertung der Aufklärungsrate ausschließlich für Varianten der Klassen 4 und 5 war daher nicht valide möglich. Fälle ohne nachgewiesene krankheitsverursachende Mutation wurden ebenso vermerkt. Patienten mit fehlenden Angaben in bestimmten Variablen wurden aus den entsprechenden Einzelanalysen ausgeschlossen; die Stichprobengröße wurde jeweils in den Diagrammen ausgewiesen. Die statistische Auswertung erfolgte mit R (Version 4.0.2, R Core Team, Wien, Österreich; https://www.r-project.org/). Es kamen deskriptive und multivariable Analyseverfahren zur Anwendung.

Ergebnisse

Patientenkohorte

Insgesamt wurden 1000 konsekutive Patient:innen mit erblichen Netzhauterkrankungen (51 % weiblich) eingeschlossen. Das mittlere Alter zum Zeitpunkt der Erstvorstellung betrug 40 Jahre (Spanne 0 bis 84 Jahre; ± SD 17,6 Jahre). Der bestkorrigierte Visus lag im Mittel bei 0,55 logMAR (Spanne 0,02–1,2; ± SD 0,2). Ein großer Anteil der Patient:innen (64,1 %) wurde longitudinal betreut mit einem durchschnittlichen Beobachtungszeitraum von 3,5 Jahren (Spanne 0 bis 38 Jahre, SD 5,14 Jahre) (Tab. 1).
Tab. 1
Die Tabelle fast die wichtigsten Charakteristiken aller 1000 Patienten zusammen
Patientencharakterisierung
Anzahl = n
Anzahl der Patienten
1000
Geschlecht
w = 509, m = 491
Alter bei Erstvorstellung
40 Jahre ± SD 17,55 Jahre
Spanne 0 bis 84 Jahre
Visus bei Erstvorstellung
logMAR 0,55 ± SD 0,2
Spanne 0,02 bis 1,2
Beobachtungszeitraum
3,5 Jahre (SD 5,14 Jahre)
Spanne 0 bis 38 Jahre
Genetische Testung
Initiiert: 822
Nicht gewünscht: 141
Keine Angabe: 37
Ergebnis ausstehend: 70
Aufklärungsrate Genetik
Mutation identifiziert: 584 (78 %)
Keine Mutation identifiziert: 168 (22 %)
Anzahl der verschiedenen identifizierten Gene
91
Retinitis pigmentosa (syndromal/nichtsyndromal)
327
Makuladystrophien (inklusive Morbus Stargardt und Morbus Best)
318
Pseudoxanthoma elasticum
136

Genetische Diagnostik

Von den 1000 Patient:innen wurden 822 molekulargenetisch getestet (bei n = 37 Patient:innen lagen retrospektiv keine verlässlichen Angaben zum Status einer genetischen Testung vor). Bei 70 Patient:innen war zum Zeitpunkt der Datenerhebung das Ergebnis ausstehend, während bei 141 Patient:innen bislang keine genetische Diagnostik erfolgt war. Die genetische Aufklärungsrate unter den ausgewerteten Fällen betrug 78 %; bei 22 % konnte keine krankheitsverursachende Mutation identifiziert werden. Diese Aufklärungsrate schließt klinisch konsistente Varianten der ACMG-Klasse 3 mit ein und ist daher als obere Abschätzung zu interpretieren. Insgesamt wurden krankheitsursächliche Mutationen in 91 verschiedenen Genen detektiert.

Diagnosen und genetische Entitäten

Die häufigsten klinischen Diagnosen in der untersuchten Kohorte waren Retinitis pigmentosa (29,6 %), Makuladystrophien (16,9 %) und Morbus Stargardt (12,1 %), wobei Letztere in der weiteren Analyse zusammengefasst wurden (Makuladystrophien insgesamt 29 %). Eine hohe Anzahl von Patient:innen mit Pseudoxanthoma elasticum (PXE, 13,6 %) reflektiert die Rolle des Zentrums als nationales Referenzzentrum für diese Erkrankung. Eine detaillierte Übersicht der Patienten und ihrer Diagnoseverteilung findet sich in Tab. 1 und Abb. 1a.
Abb. 1
Klinische Diagnose: In den Diagrammen sind die Häufigkeiten der genetischen Diagnosen (a, n = 1000) und der Patienten-berichteten Leitsymptome (b, n = 957) mit ihrer Häufigkeit dargestellt
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Erste Symptome von Patienten mit Erkrankungen im Retinitis-pigmentosa-Spektrum (syndromal und nichtsyndromal) wurden im Alter von durchschnittlich 17 ± 19 (0–76) Jahren angegeben und schlossen zumeist Nachtblindheit (52 %) und Gesichtsfeldausfälle (20 %) ein. Die klinische Diagnosestellung erfolgte im Durchschnitt 10 ± 11 (0–53) Jahre und die molekulargenetische Abklärung 21 ± 14 (0–73) Jahre nach den initialen Symptomen.
Patienten mit der klinischen Diagnose einer Makuladystrophie (einschließlich Morbus Stargardt) wurden durchschnittlich im Alter von 31 ± 20 (0–81) Jahren symptomatisch, meist mit einer Visusminderung (68 %) oder Photophobie (11 %). Die Diagnosestellung erfolgte bei diesen Patienten früher als bei RP-Patienten mit einer klinischen Diagnosestellung 5 ± 8 (0–43) Jahre und einer molekulargenetischen Diagnose 10 ± 12 (0–60) nach den ersten Symptomen (Abb. 3).
Im Kollektiv der Patient:innen mit Erkrankungen mit Retinitis pigmentosa (Abb. 2) wurden am häufigsten Mutationen in den Genen RPGR (n = 36), USH2A (n = 30) und EYS (n = 18) identifiziert (Abb. 2c). Bei Patient:innen mit Makuladystrophien (Abb. 3) dominierten Veränderungen in ABCA4 (n = 110), PRPH2 (n = 26) und BEST1 (n = 24). Das Spektrum der nachgewiesenen Gene sowie deren Häufigkeit sind in Tab. 2 dargestellt.
Abb. 2
Patient:innen mit Retinitis pigmentosa: syndromal und nichtsyndromal: Die Leitsymptome (a), Alter bei verschiedenen Zeitpunkten der Diagnosestellung (b) und die verschiedenen krankheitsauslösenden Gene (c) sind für die Untergruppe der Retinitis-pigmentosa-Patient:innen dargestellt
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Abb. 3
Patient:innen mit Makuladystrophien: Die Leitsymptome (a), Alter bei verschiedenen Zeitpunkten der Diagnosestellung (b) und die verschiedenen krankheitsauslösenden Gene (c) sind für die Untergruppe der Makuladystrophie-Patient:innen dargestellt
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Tab. 2
Alle Gene, welche mindestens in 5 Patienten gefunden wurden, sind nach ihrer Häufigkeit sortiert aufgelistet
Gen
Häufigkeit (n)
Kein Gen identifiziert
168
Keine genetische Untersuchung gewünscht
141
Noch ausstehend
70
ABCA4
110
ABCC6
56
RPGR
36
USH2A
31
PRPH2
30
BEST1
26
EYS
18
CHM
15
PRPF31
12
RS1
12
RPE65
12
TIMP3
11
RHO
11
MT-ND4
10
PROM1
10
NR2E3
9
PDE6B
9
BBS1
7
GUCY2D
6
IMPG2
5
RDH12
5

Syndromale Erkrankungen

Syndromale Formen (z. B. PXE oder Usher- oder Bardet-Biedl-Syndrom) machten 178 Patienten aus und waren überwiegend durch Mutationen in ABCC6, USH2A, BBS1, MYO7A und BBS10 charakterisiert. Eine Auflistung der Häufigkeiten der verschiedenen Gene ist in Tab. 2 zu sehen.

Diskussion

Genetische Aufklärungsraten

Internationale Kohortenstudien zu IRDs berichten insgesamt vergleichbare – wenn auch variierende – genetische Aufklärungsraten. Unsere deutsche Kohorte von 1000 IRD-Patient:innen erreichte eine diagnostische Aufklärungsrate von 78 %, was im oberen Bereich liegt. Die Vergleichbarkeit der genetischen Aufklärungsraten zwischen Studien ist jedoch durch unterschiedliche Definitionskriterien eingeschränkt. Während viele Kohorten ausschließlich pathogene oder wahrscheinlich pathogene Varianten (ACMG-Klasse 4/5) berücksichtigen, schließt unsere Analyse auch klinisch konsistente VUS (Klasse 3) ein. Aufgrund des retrospektiven Studiendesigns und fehlender standardisierter Reklassifikation aller Varianten war eine getrennte Auswertung nach Variantenklassen nicht möglich. Die berichtete Aufklärungsrate ist daher als obere Abschätzung zu verstehen.
Zum Vergleich: Stone et al. (USA) identifizierten in einer US-Kohorte von 1000 konsekutiven IRD-Familien bei 76 % der Familien eine ursächliche Mutation [24]. Ähnlich erzielte eine große italienische Einzelzentrenstudie (n = 2790 Patienten) eine Aufklärungsrate von ~73 % (2036 von 2790 Fällen) [8]. In Großbritannien wurden am Moorfields Eye Hospital über 3195 Familien molekular diagnostiziert, was einer Rate von etwa 70–80 % entspricht [18]. Diese Zahlen verdeutlichen, dass moderne Sequenzierungsstrategien typischerweise bei rund 55–75 % der IRD-Patienten eine genetische Diagnose ermöglichen [28]. Höhere Quoten (über 75 %) werden v. a. durch umfassende Ansätze erreicht, die zusätzliche seltene Varianten aufspüren – etwa tief-intronische Varianten, die in Standardpanels leicht übersehen werden. So konnte beispielsweise durch gezielte Suche nach „versteckten“ Varianten die Diagnoserate in einer US-Panelkohorte um ~10 % gesteigert werden.

Häufigste Gene

Trotz der enormen genetischen Heterogenität der IRDs kristallisieren sich in allen Studien bestimmte Core-Genes als häufigste Ursachen heraus. ABCA4 (Morbus Stargardt und weitere Makuladystrophien) ist konsistent das meistbetroffene Gen. In der britischen Moorfields-Kohorte war ABCA4 bei 20,8 % aller Familien mit molekularem Befund mutiert [18], in der italienischen Kohorte sogar bei 26,3 % der aufgeklärten Fälle [8]. Auch in unserer deutschen Kohorte stellt ABCA4 das häufigste Gen dar. Die hohe Prävalenz von ABCA4 betrifft jedoch v. a. Populationen europäischer Abstammung. In anderen Ethnien zeigt sich eine abweichende Verteilung der häufigsten IRD-Gene, wobei Gene wie EYS, USH2A oder RPGR eine größere Rolle spielen können [27].
Als zweithäufigste Ursache folgt bei uns ABCC6 (n = 56), welches jedoch aufgrund eines Forschungsschwerpunktes deutlich überrepräsentiert ist und gesondert betrachtet werden muss. Danach folgten übereinstimmend sich in mehreren Ländern RPGR, USH2A und PRPH2 [8, 18]. Unsere deutsche Kohorte bestätigt diese Liste und zeigt zudem einen hohen Anteil von EYS-assoziierter RP, was in anderen westlichen Kohorten teils weniger prominent war (z. B. nur ~1 % der Familien in UK) [18]. Unterschiede zeigen sich bei bestimmten spezialisierten Zentren: So war im UK-Kollektiv BEST1 (Morbus Best) mit ~3,9 % relativ häufig. Ebenso war die juvenile X‑chromosomale Retinoschisis durch Mutation im RS1-Gen in der UK an 3,5 % der Diagnosen beteiligt, während es in anderen Ländern seltener berichtet wird, was auf unterschiedliche Patientenalter, Überweisungsprofile, aber auch eine aktive Rekrutierung im Rahmen von Forschungstätigkeiten hindeutet [8, 18].
Darüber hinaus zeigen alle Studien ein großes Spektrum an seltenen Genen: In der US-Studie von Stone et al. verteilten sich Mutationen auf 104 Gene, wobei Mutationen in 80 dieser Gene jeweils in höchstens 5 Familien vorkamen [24]. Ähnlich umfasste die britische Kohorte insgesamt 135 verschiedene Gene, und die italienische Untersuchung fand Mutationen in 132 Genen, von denen 78 Gene nur bei ≤ 5 Patienten auftraten [8, 18]. In unserer Kohorte wurden 91 verschiedene krankheitsursächliche Gene identifiziert, wobei 70 Gene bei ≤ 5 Patienten identifiziert wurden (Tab. 2). Dieses Spektrum unterstreicht die enorme genetische Vielfalt von IRDs – die häufigen Gene (ABCA4, USH2A, RPGR, PRPH2) decken in der Regel etwa die Hälfte bis zwei Drittel aller Diagnosen ab, während der Rest auf eine große Zahl seltenerer Gene entfällt.
Auch in deutschen Kohorten zeigen sich vergleichbare, jedoch nicht identische Genfrequenzen. So berichten jüngere Studien aus deutschen Referenzzentren ebenfalls eine Dominanz von ABCA4, USH2A und RPGR, jedoch mit teils deutlichen Unterschieden in der relativen Häufigkeit einzelner Gene, was auf zentrumsabhängige Überweisungsprofile und methodische Unterschiede hinweist. Ein direkter quantitativer Vergleich ist aufgrund unterschiedlicher Einschlusskriterien und Teststrategien nur eingeschränkt möglich [10, 25, 26].
In unserer deutschen Kohorte zeigt sich ein besonderes Profil: Wir beobachteten ungewöhnlich viele Fälle der PXE, verursacht durch biallelische Mutationen im ABCC6-Gen. PXE ist primär eine Systemerkrankung mit Störungen des Kalziumstoffwechsels und führt okulär durch zunehmende Kalzifizierungen der Bruch-Membran zu Netzhautdegeneration und dem Auftreten sekundärer Neovaskularisationen [6]. Interessanterweise taucht ABCC6 in den meisten IRD-Studien nicht unter den häufigen Genen auf. Die Präsenz von vielen PXE-Fällen in unserer Kohorte weist auf einen selektiven Überweisungseffekt hin, da es hier einen Forschungsschwerpunkt für diese Erkrankung gibt. Die Angaben hierzu sind somit gesondert zu betrachten und nicht repräsentativ [17, 19].

Methodische Unterschiede

Bei der Interpretation und dem Vergleich der Kohorten ist die genetische Teststrategie ein entscheidender Faktor. Ältere Studien oder solche, die einen langen Einschlusszeitraum umfassen, kombinierten häufig Sanger-Sequenzierung ausgewählter Gene mit schrittweiser Erweiterung auf Panel- oder Exomtestung. Ein prominentes Beispiel ist die Studie von Stone et al. [24] in der die Teststrategie an der klinischen Diagnose ausgerichtet war: Jeder Patient wurde einem von 62 Krankheitsbildern zugeordnet und zunächst gezielt auf die Hauptgene dieser Untergruppe untersucht, bevor auf breitere Panels ausgeweitet wurde. Dieses pragmatische Vorgehen erklärte, warum 576 von 760 gelösten Familien (≈ 75 %) in Stones Kohorte ohne Einsatz von NGS diagnostiziert werden konnten – erst die restlichen Fälle erforderten umfangreichere Sequenzierung. Im Gegensatz dazu setzen neuere Kohortenstudien fast ausschließlich auf Next-Generation-Sequenzierung (typischerweise Panels mit allen bekannten IRD-Genen) oder direkt Whole-Exome- oder Whole-Genome-Sequenzierung. Dies erhöht tendenziell die Aufklärungsrate, da keine A‑priori-Einschränkung auf vermutete Gene erfolgt, so auch zum Großteil in unserer Kohorte.
Im internationalen Vergleich zeigt unsere deutsche IRD-Kohorte viele Übereinstimmungen mit anderen großen Studien: eine hohe Gesamtdiagnoserate um ~75 %, dominiert von Mutationen in ABCA4, RPGR, USH2A und PRPH2 sowie aufgrund des klinischen Schwerpunkts ABCC6. Methodisch profitieren moderne Kohorten von umfassenden NGS/WES/WGS-Ansätzen, ergänzt durch spezialisierte Analysen, um auch den verbleibenden ungelösten Fällen auf den Grund zu gehen.

Fazit für die Praxis

  • IRDs sind häufig genetisch diagnostizierbar – eine frühzeitige molekulare Abklärung ist essenziell.
  • Die genetische Aufklärungsrate lag bei 78 % – breitere Sequenzierungsverfahren (NGS/WES/WGS) erhöhen die Erfolgsquote.
  • ABCA4, RPGR und USH2A sind die häufigsten krankheitsursächlichen Gene.
  • Der Zugang zu genetischer Diagnostik sollte erleichtert und stärker in die Regelversorgung integriert werden.
  • Eine systematische Erfassung von IRD-Patient:innen fördert Therapievorbereitung und Rekrutierung in interventionelle Studien.

Förderung

Forschungsförderung (FocusIRD [IIT-Studie]; MLTW888A_FVHMO001) von Novartis.

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

S.H. Sassen, C.L. Kochs, J. Birtel und M.M. Mauschitz geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht. M. Saßmannshausen: Nidek (F). F.G. Holz: Forschungsförderung: Acucela, Allergan, Annexon, Apellis, Astellas, Bayer, Bioeq, CenterVue, Geuder, Genentech/Roche, Heidelberg Engineering, NightStar, Novartis, Science, Zeiss, 4D Molecular Therapeutics. Beratung: AbbVie, Acucela, Alcon, Alexion, Annexon, Apellis, Astellas, Bayer, Biogen, Boehringer Ingelheim, Cirrus, Galimedix, Genentech/Roche, Grayburg Vision, Heidelberg Engineering, Lin Bioscience, Merck, Novartis, OCULIS, Okuvision, Opthea, Oxurion, Sanofi, Science, Stealth Biotherapeutics, Topcon, Zeiss. P. Herrmann: Beratung Novartis, J&J, Forschungsförderung Novartis.
Alle beschriebenen Untersuchungen am Menschen oder an menschlichem Gewebe wurden mit Zustimmung der zuständigen Ethikkommission, im Einklang mit nationalem Recht sowie gemäß der Deklaration von Helsinki von 1975 (in der aktuellen, überarbeiteten Fassung) durchgeführt. Von allen beteiligten Patient/-innen liegt eine Einverständniserklärung vor.
Open Access Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Die in diesem Artikel enthaltenen Bilder und sonstiges Drittmaterial unterliegen ebenfalls der genannten Creative Commons Lizenz, sofern sich aus der Abbildungslegende nichts anderes ergibt. Sofern das betreffende Material nicht unter der genannten Creative Commons Lizenz steht und die betreffende Handlung nicht nach gesetzlichen Vorschriften erlaubt ist, ist für die oben aufgeführten Weiterverwendungen des Materials die Einwilligung des jeweiligen Rechteinhabers einzuholen. Weitere Details zur Lizenz entnehmen Sie bitte der Lizenzinformation auf http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de.

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
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Titel
Klinik und Genetik bei erblichen Netzhautdystrophien
Phänotypische und molekulare Charakterisierung von 1000 IRD-Patient:innen in einem deutschen Referenzzentrum
Verfasst von
Dr. med. Sandrine H. Sassen
Constanze L. Kochs
Dr. med. Marlene Saßmannshausen
PD Dr. med. Johannes Birtel
PD Dr. Dr. med. Matthias M. Mauschitz
Prof. Dr. med. Frank G. Holz
PD Dr. Dr. med. Philipp Herrmann
Publikationsdatum
28.01.2026
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Ophthalmologie / Ausgabe 3/2026
Print ISSN: 2731-720X
Elektronische ISSN: 2731-7218
DOI
https://doi.org/10.1007/s00347-026-02383-2
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