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Transkutane, osseointegrierte Prothesensysteme (TOPS) zur Rehabilitation nach Gliedmaßenverlust

Operatives Vorgehen bei notwendigem Implantatausbau

Erschienen in:

Zusammenfassung

Operationsziel

Operative Entfernung eines transkutan eingebrachten und femoral osseointegrierten Endo-Fix-Stieles der Firma ESKA Orthopaedic (Lübeck/Deutschland) nach Ermüdungsbruch des Implantates unter Schonung des Femurresiduums, sodass eine TOPS-Reimplantation möglich bleibt.

Indikationen

Wunsch des Patienten zur neuerlichen TOPS-Versorgung nach Ermüdungsbruch eines zirkulär osseointegrierten Implantatstiels.

Kontraindikationen

Drohende Destruktion des Knochenrohres durch Mobilisierung des femoralen Implantatstiels bei nicht mehr ausreichend erscheinender kortikaler Wandstärke (< 2–3 mm). Dieser Umstand muss vor der Indikationsstellung zu einem Implantatwechsel in die Waagschale geworfen werden.

Operationstechnik

Nach einem Ermüdungsbruch eines distal ausgeleiteten, transkutanen Implantatstiels ist ein erschwerter Ausbau desselben zu erwarten. Da die Möglichkeit einer longitudinalen Osteotomie des Knochenrohres wegen der damit einhergehenden Destruktion des in die Implantatoberfläche eingewachsenen Knochens ausscheidet, muss die Mobilisation des Implantatstiels von der Hautdurchtrittstelle her erfolgen. Hierfür stehen Hohlfräsen und ein Stoßwellenmeißel zur Verfügung. Die Prozedur selbst ist zeitaufwendig und geht einher mit einer Schwächung der Kortikalis des Knochenrohres. Intraoperative Abstriche zum Nachweis der intramedullären Keimfreiheit sind obligat.

Weiterbehandlung

Nach erfolgreichem Ausbau eines Endo-Fix-Stieles kann eine neuerliche TOPS-Versorgung nach Sicherstellung der intramedullären Keimfreiheit nach ca. 4 bis 6 Wochen vorgenommen werden. Bei Keimnachweis muss ggf. durch Revisionseingriffe Keimfreiheit hergestellt werden.

Ergebnisse

Die Autoren verfügen über Erfahrungen mit dem geschilderten Implantatausbau bei 4 Patienten in einem Zeitraum von 17 Jahren und sind somit als anekdotisch anzusehen. Alle 4 Patienten konnten jedoch erfolgreich reimplantiert werden, was den hohen Stellenwert der beschriebenen Methode unterstreicht.
Titel
Transkutane, osseointegrierte Prothesensysteme (TOPS) zur Rehabilitation nach Gliedmaßenverlust
Operatives Vorgehen bei notwendigem Implantatausbau
Verfasst von
Dr. Horst-Heinrich Aschoff
Marko Sass
Thomas Mittlmeier
Publikationsdatum
23.01.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Operative Orthopädie und Traumatologie / Ausgabe 2/2025
Print ISSN: 0934-6694
Elektronische ISSN: 1439-0981
DOI
https://doi.org/10.1007/s00064-024-00883-5
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