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Jod: immer noch ein kritischer Nährstoff bei Kindern und Jugendlichen

Stellungnahme der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V. (DGKJ)

Erschienen in:

Zusammenfassung

Jod ist ein für die Produktion von Schilddrüsenhormonen unerlässlicher Mikronährstoff. Die Klassifizierung von Jodmangel und -suffizienz basiert auf dem Median der Jodkonzentration im Urin einer Bevölkerung. Eine ausreichende Jodzufuhr ist v. a. während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren wichtig, insbesondere für die neurokognitive Entwicklung. Neue Befunde sprechen dafür, dass schon ein milder bis moderater Jodmangel zu verringerten kognitiven Fähigkeiten der Kinder führen kann.
Weltweit hat sich die Jodzufuhr in den letzten Jahrzehnten wesentlich verbessert, insbesondere infolge einer universellen Salzjodierung. In Ländern ohne fest etablierte Programme zur Jodanreicherung hängt eine angemessene Jodzufuhr von der individuellen Lebensmittelauswahl ab. Angesichts des Trends zu veränderten Ernährungsgewohnheiten (wie dem abnehmenden Verbrauch von jodiertem Salz, Trend zu vegetarischer oder veganer Ernährung) und bei geringem Kenntnisstand in der Bevölkerung zur Bedeutung von Jod ist die Jodaufnahme in wohlhabenden Ländern ohne universelle Jodanreicherung aber häufig kritisch knapp. Das gilt auch für Deutschland.
Gesundheitsorganisationen, politische Entscheider*innen, die Lebensmittelindustrie, Ärzt*innen und Ernährungsberater*innen müssen gute Voraussetzungen für eine ausreichende Jodzufuhr schaffen, insbesondere für schwangere und stillende Frauen sowie für Säuglinge, Kinder und Jugendliche. Dafür könnten Maßnahmen infrage kommen wie Steigerung der Verwendung von (ausreichend) jodiertem Salz im Haushalt und in der Lebensmittelwirtschaft, gezielte Aufklärung der Bevölkerung zur Bedeutung von Jod und bei besonderem Risiko (sehr niedrige Aufnahme jodhaltiger Lebensmittel, vegane Diät) individuelle Beratung und ggf. Supplementierung mit Jod unter ärztlicher Betreuung.
Titel
Jod: immer noch ein kritischer Nährstoff bei Kindern und Jugendlichen
Stellungnahme der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V. (DGKJ)
Verfasst von
Prof. Dr. Hermann Kalhoff
Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V.
Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V.
Publikationsdatum
26.08.2025
Verlag
Springer Medizin
Schlagwörter
Ernährung
Pädiatrie
Erschienen in
Monatsschrift Kinderheilkunde / Ausgabe Sonderheft 1/2026
Print ISSN: 0026-9298
Elektronische ISSN: 1433-0474
DOI
https://doi.org/10.1007/s00112-025-02250-5
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