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Die Urologie

Die Etablierung einer urologischen Universitätsklinik in Deutschland am Beispiel Ulm: die Hintergründe

Erschienen in:

Zusammenfassung

Der Übergang der großen Städtischen Urologischen Klinik Ulm (Bettenzahl z. Z. Dr. Hösel bis zu 250 Betten) in eine ordinariengeführte Urologische Universitätsklinik erstreckte sich über einen unverhältnismäßig langen Zeitraum (1968–1984). In der Literatur werden widersprüchliche Daten berichtet, aber aufgrund neuer Informationen dürfte der Amtsantritt des in einem regulären Berufungsverfahren ausgewählten ersten Ordinarius der 1. Juli 1984 das wahrscheinlichste Startdatum sein. Die Urologie war anfangs im chirurgischen Zentrum geführt, erlangte aber rasch den Status „Urologische Universitätsklinik“. Vom TUR-Schwerpunkt der Städtischen Klinik (Hösel, Marquardt) wandelte sie sich unter anderem zu einem ESWL-Zentrum und vor allen Dingen zu einem onkochirurgischen Zentrum mit dem international sichtbaren Schwerpunkt Zystektomie und Harnableitung. Große jährliche Live-Übertragungen und Op-Seminare inklusive über 100 sog. Visiting-Gastprofessoren praktisch aus der ganzen Welt popularisierten die Neoblasentechnik und das Image der Klinik. Der Terminus Technikus „Neoblase“ wurde in Ulm geboren und hat 2025 die zahlreichen Benennungen für „orthotope Rekonstruktionen“ ersetzt, selbst, wenn diese keine Orginal-W/Ulm „Ileal-Neobladder“ waren. Wichtige bauliche Verbesserungen waren eine erweiterte Op-Kapazität, ein ESWL-Zentrum und eine Urologie eigene Intensivstation, die gemeinsam von Anästhesisten und Urologen geführt wurde. Das riesige, Denkmal geschützte Hauptgebäude der Urologie erlaubte aber nur eine begrenzte Verbesserung der Patientenunterbringung. Die externe Verstärkung durch Oberärzte anderer Institutionen resultierte in einem leistungsstarken Staff. Über 20 Habilitationen, die Besetzung großer Chefarztstellen städtischer Häuser (u. a. Karlsruhe, Kassel, Wiesbaden) und die Besetzung zahlreicher Lehrstühle u. a. Berlin-Charité, München rechts der Isar, Gainesville, Florida, USA und Bangkok, Thailand, verdeutlichen die Position in der internationalen und nationalen Urologie, welche die Klinik erreicht hatte.
Titel
Die Etablierung einer urologischen Universitätsklinik in Deutschland am Beispiel Ulm: die Hintergründe
Verfasst von
Dr., Dr. h.c., Professor Richard E. Hautmann
Publikationsdatum
22.07.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Urologie / Ausgabe 11/2025
Print ISSN: 2731-7064
Elektronische ISSN: 2731-7072
DOI
https://doi.org/10.1007/s00120-025-02654-x
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Vater recherchiert am Smartphone/© Elnur / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell), Hoden an einem Schaubild /© Mathias Ernert/ Urologische Klinik/ Universitätsklinikum Mannheim (Symbolbild mit Fotomodellen)