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Die Onkologie

Erstlinienchemotherapie beim Harnblasenkarzinom

„Fit“ oder „nicht fit“ ist die Frage

  • 01.11.2012
  • Leitthema
Erschienen in:

Zusammenfassung

Die Inzidenz des Harnblasenkarzinoms wird in Europa auf etwa 133.700 Fälle im Jahr 2008 geschätzt (104.600 Männer und 29.100 Frauen), entsprechend 6,2% aller Tumoren von Männern und 1,9% derer von Frauen. Somit hat sich die Inzidenz dieses Tumors in den letzten 5 Jahren nicht wesentlich verändert (WHO Globocan Project, 2008). Das metastasierte Urothelkarzinom ist ein chemosensitiver Tumor. Dementsprechend steht die Chemotherapie im Vordergrund der therapeutischen Bemühungen. Die cisplatinhaltige Kombinationschemotherapie ist der Standard. Damit kann ein medianes Überleben von etwa 14,5 Monaten und ein Fünfjahresüberleben von etwa 15–20% erreicht werden. Für etwa 50% der Patienten, die „nicht fit“ für Cisplatin sind, hat sich noch keine Standardtherapie etablieren lassen. Cisplatin ist nicht geeignet für Patienten mit schlechtem Performance-Status (PS), mit schlechter Nierenfunktion oder mit hoher Komorbidität, die eine Hyperhydratation unmöglich macht. Zudem stellen eine periphere Neuropathie, vorbestehender Hörverlust und/oder eine höhergradige Herzinsuffizienz Kontraindikationen für Cisplatin dar. Als Alternative kommt der Einsatz von Carboplatin in Betracht. Die Kombination Gemcitabin/Carboplatin (GC) wird aufgrund ihres Nebenwirkungsprofils favorisiert. In einer großen randomisierten Phase-III-Studie bei Patienten, die für Cisplatin ungeeignet sind, konnte gegen die Kombination Carboplatin/Vinblastin/Methotrexat (MCAVI) ein medianes Gesamtüberleben von 9,3 Monaten für GC erreicht werden.
Titel
Erstlinienchemotherapie beim Harnblasenkarzinom
„Fit“ oder „nicht fit“ ist die Frage
Verfasst von
PD Dr. M. De Santis
P. Albers
C. Bokemeyer
Publikationsdatum
01.11.2012
Verlag
Springer-Verlag
Erschienen in
Die Onkologie / Ausgabe 11/2012
Print ISSN: 2731-7226
Elektronische ISSN: 2731-7234
DOI
https://doi.org/10.1007/s00761-012-2325-8
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