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08.05.2017 | Leitthema | Ausgabe 5/2017

Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin 5/2017

Extrakorporale Therapien bei Lebererkrankungen

Zeitschrift:
Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin > Ausgabe 5/2017
Autoren:
D. Jarczak, G. Braun, PD Dr. V. Fuhrmann
Wichtige Hinweise
D. Jarczak, G. Braun, PD Dr. V. Fuhrmann im Namen der Sektion Gastroenterologie der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin.

Zusammenfassung

Akute sowie akut-auf-chronische Lebererkrankungen können verschiedene Ursachen haben und zu hepatalem und extrahepatalem Organversagen führen. Lebererkrankungen bestehen bei bis zu 20 % der kritisch kranken Patienten und führen zu einer erhöhten Morbidität und Mortalität. Extrakorporale Verfahren sind in der Therapie dieser Erkrankungen häufig erforderlich. Diese umfassen konventionelle Nierenersatzverfahren, artifizielle und bioartifizielle Leberunterstützungsverfahren sowie Plasmaaustausch. In verschiedenen randomisiert-kontrollierten Studien wurde bei artifiziellen Leberunterstützungsverfahren gezeigt, dass die Verfahren sicher sind und verschiedene Behandlungsvorteile, wie die Verbesserung der hepatischen Enzephalopathie und der Hämodynamik, bewirken. Ein Überlebensvorteil wurde in einzelnen randomisiert-kontrollierten Studien für verschiedene Subgruppen beobachtet. In Gegensatz dazu wurde der Einsatz von konventionellen Nierenersatztherapien bei kritisch kranken Patienten mit Lebererkrankungen lediglich in retrospektiven Fallserien untersucht und war bei Patienten mit Leberzirrhose mit sehr hohen Mortalitätsraten assoziiert. Zusammenfassend sind extrakorporale Therapien bei Patienten mit Lebererkrankungen und kritischer Erkrankung ein Eckpfeiler der therapeutischen Optionen. Zukünftige Untersuchungen sollten neben dem Vergleich der verschiedenen Verfahren den Zeitpunkt des Beginns, die Dauer von extrakorporalen Therapien sowie Kriterien der therapeutischen Futilität insbesondere bei Patienten mit Leberzirrhose untersuchen.

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