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Die HNO-Heilkunde und das Glücksempfinden

Erschienen in:

Auszug

Laut Christian Dobel, Jena, kommen Langzeitstudien zum Thema Glück zu der Schlussfolgerung, dass diejenigen Menschen glücklich sind und sich bester Gesundheit erfreuen, die enge Beziehungen zu ihrer Familie, zu Freunden und der Gemeinschaft haben. „Die HNO hat mit der Initiierung und Aufrechterhaltung von menschlichen Beziehungen sehr viel zu tun - denn Hören, Riechen, das Gesicht und die Mimik spielen dabei eine wichtige Rolle“, sagte Dobel. Bezüglich des Hörens hat etwa die Altersschwerhörigkeit weitreichende Konsequenzen für menschliche Beziehungen und damit das individuelle Glück. Denn die Verringerung des Hörvermögens kann z. B. soziale Isolation, Depression und Demenz begünstigen. Auch der Geruchssinn steht im Zusammenhang mit Glück, denn das Riechvermögen ist von zentraler Bedeutung für die Mutter-Kind-Bindung, die Partnerwahl und die Aufrechterhaltung von romantischen Beziehungen. Zum Thema Gesicht und Mimik führte Dobel aus, dass ein glücklicher Gesichtsausdruck zentral ist für das eigene Wohlbefinden und die Fähigkeit, sich in ein soziales Netzwerk zu integrieren: „Eine wahnsinnig wichtige Eigenschaft für die zwischenmenschliche Kommunikation und für soziale Beziehungen ist es, lächeln zu können. Wenn wir lächeln, führt das zu emotionaler Ansteckung.“ Deshalb können sich Einschränkungen in der Mimik, etwa nach Operationen oder bei einer Fazialisparese, negativ auf das Glück der Betroffenen auswirken. Dobel plädierte dafür, diese Aspekte stärker zu berücksichtigen, langfristiger zu denken und Strategien zu entwickeln. Denn „Medizin ist nicht nur eine Werkstatt, wo man repariert wird, wenn man krank ist, sondern hier ist auch das Wissen vorhanden, wie man gesund bleibt.“ …
Titel
Die HNO-Heilkunde und das Glücksempfinden
Verfasst von
Dr. rer. nat. Claudia Bruhn
Publikationsdatum
17.06.2024
Verlag
Springer Medizin
Schlagwörter
Fazialisparese
HNO
Erschienen in
HNO Nachrichten / Ausgabe 3/2024
Print ISSN: 0177-1000
Elektronische ISSN: 2198-6533
DOI
https://doi.org/10.1007/s00060-024-9145-5

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