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18.08.2017 | Originalie | Ausgabe 6/2017

Rechtsmedizin 6/2017

Fehler bei der Ausstellung der Todesbescheinigung

Eine Analyse von 10.000 Sterbefällen aus Mecklenburg

Zeitschrift:
Rechtsmedizin > Ausgabe 6/2017
Autoren:
Priv.-Doz. Dr. med. F. Zack, A. Kaden, S. Riepenhausen, D. Rentsch, R. Kegler, A. Büttner

Zusammenfassung

Hintergrund

Die langjährigen Diskussionen über die Probleme im Zusammenhang mit der ärztlichen Leichenschau in Deutschland haben bisher nicht zu strukturellen Veränderungen geführt. So bekommen Ärzte bei der 2. ärztlichen Leichenschau vor Feuerbestattung zahlreiche und mitunter auch schwerwiegende Fehler der Leichenschauärzte, insbesondere bei der Ausstellung der Todesbescheinigung, zu sehen.

Ziel der Arbeit

Mit dieser Studie soll überprüft werden, wie viele aufeinanderfolgende Todesbescheinigungen aus Mecklenburg-Vorpommern (M-V) in einem vorab definierten Zeitraum im Einzugsgebiet des Krematoriums Rostock fehlerhaft ausgestellt waren, und wo die Fehler am häufigsten auftraten, um Rückschlüsse für die Ausbildung der Studenten, die Weiterbildung der Ärzte, die Qualität/Eignung der derzeit gültigen Todesbescheinigung für M‑V und die Qualität der derzeitigen ärztlichen Leichenschaupraxis in M‑V zu ziehen.

Material und Methode

Es wurden 10.000 fortlaufende Todesbescheinigungen (Blatt 3 des vertraulichen Teils) aus dem Einzugsgebiet des Krematoriums Rostock aus M‑V von August 2012 bis Mai 2015 auf formale und inhaltliche sowie leichte und schwerwiegende Fehler ausgewertet und den Kategorien „Klinikarzt“, „Niedergelassene“, „Notarzt“ und „unbekannt“ zugeordnet. Zuvor erfolgte eine Definition der Fehler nach den gesetzlichen Vorgaben und Anweisungen zur Ausstellung.

Ergebnisse

Von den insgesamt 10.000 vertraulichen Teilen der Todesbescheinigungen waren bei gleichrangiger Berücksichtigung von leichten und schwerwiegenden Fehlern 223 (2,23 %) fehlerfrei ausgestellt worden. Auf den 9777 (97,77 %) nichtkorrekt ausgestellten Todesbescheinigungen fanden sich insgesamt 38.852 Fehler.
Bei den darunter festgestellten 3116 schwerwiegenden Fehlern dominierte eine nichtmögliche Kausalkette in dem Feld „Todesursache/Klinischer Befund“ (n = 1268, 12,68 %) vor der Nichterreichbarkeit des Leichenschauarztes durch fehlende Angaben (n = 1203, 12,03 %) und dem Fehlen des Vermerks von sicheren Todeszeichen (n = 295, 2,95 %). Die schlechtesten Ergebnisse erzielten die Ärzte, die den Kategorien Klinikärzte, Niedergelassene und Notärzte nicht zugeordnet werden konnten (unbekannt).

Schlussfolgerungen

Die derzeitige Praxis der Ausstellungen von Todesbescheinigungen in Deutschland ist nicht zufriedenstellend. Zur Verbesserung der Situation werden strukturelle Veränderungen genauso empfohlen wie die Einführung einer bundeseinheitlichen Todesbescheinigung und die Vergrößerung des Zeitraums, der den Leichenschauärzten für die Ausstellung der Todesbescheinigung zur Verfügung gestellt werden sollte.

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