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Umweltmedizinische Syndrome

Erschienen in:

Zusammenfassung

Zu den umweltmedizinischen Syndromen zählen das Sick Building Syndrom (SBS), die Multiple Chemikaliensensibilität (MCS)/Idiopathic Environmental Intolerances (IEI), die Elektrosensibilität, das Chronische Erschöpfungssyndrom (CFS), Burnout, die Fibromyalgie und das Candida-Syndrom, zwischen denen verschiedenste Übergänge in der Literatur beschrieben sind. Nach wie vor liegen fundierte Kenntnisse zu Ätiologie, Pathologie, Pathophysiologie, Diagnostik, Therapie, Prävention und Prognose nicht vor. Es wird angenommen, dass es sich bei diesen Syndromen um ein bisher unzureichend verstandenes komplexes Zusammenspiel von physikalischen, chemischen und/oder (mikro)biologischen Umweltbelastungen, individuellen Dispositionen, psychischen Einflussfaktoren sowie von Wahrnehmungs- und Verarbeitungsprozessen handelt. Auch wird diskutiert, dass Varianten von Somatisierungsstörungen, durch kulturelle und soziale Strukturen bedingter oder begünstigter Dysstress oder iatrogene Determinierungen vorliegen. Differenzierte Untersuchungs- und Behandlungsmethoden müssen entwickelt oder bereits vorhandene wissenschaftlich validiert werden. Alle Unsicherheiten in der Beurteilung dieser Syndrome entbinden nicht von der ärztlichen Pflicht, die Betroffenen ernst zu nehmen und ihnen nach bestem Wissen und Gewissen zu helfen.
Titel
Umweltmedizinische Syndrome
Verfasst von
Gerhard A. Wiesmüller
Claudia Hornberg
Publikationsdatum
26.04.2017
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Erschienen in
Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz / Ausgabe 6/2017
Print ISSN: 1436-9990
Elektronische ISSN: 1437-1588
DOI
https://doi.org/10.1007/s00103-017-2546-5
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