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14.09.2020 | Originalien | Ausgabe 5/2020 Open Access

Rechtsmedizin 5/2020

„Flying Forensic Nursing“ in der Versorgung und Beratung von Gewaltbetroffenen

Auswertung erster Erfahrungen mit diesem neuen Konzept

Zeitschrift:
Rechtsmedizin > Ausgabe 5/2020
Autoren:
V. Hofer, J. Galli, M. J. Thali, R. M. Martinez

Zusammenfassung

Hintergrund

„Forensic Nursing“ als eine Spezialisierung des Pflegeberufs hat sich in der Schweiz zwar mittlerweile in einzelnen Institutionen durchgesetzt und wird schrittweise in den Krankenhausalltag implementiert. Doch längst nicht alle Institutionen beschäftigen forensisch spezialisierte Pflegefachpersonen. Somit kann ein uneingeschränktes Dienstleistungsangebot, z. B. ereignisnahe körperliche Untersuchungen nach Gewalt oder Untersuchungen bei V. a. Fahrunfähigkeit, nicht aufrechterhalten werden.

Ziel der Arbeit

Grundlage der vorliegenden Studie ist die Abschlussarbeit einer Certificate-of-Advanced-Studies(CAS)-Absolventin im Fachbereich „Forensic Nursing“ zum Thema „Flying Forensic Nurse“ [1]. Die Studienergebnisse und die praktischen Erfahrungen einer realen Flying Forensic Nurse sollen die dort getroffenen Schlussfolgerungen ergänzen und das Konzept des Flying Forensic Nursing weiterverfeinern. Damit könnten sich in Zukunft neue Perspektiven in der modernen Versorgung von Gewaltbetroffenen ergeben.

Material und Methode

Eine systematische Auswertung der Istsituation in der Schweiz wurde vorgenommen. In der Projektarbeit waren die formellen und organisatorischen Möglichkeiten der Einbindung einer Flying Forensic Nurse in der Schweiz evaluiert und dargelegt worden. Im Rahmen der Evaluation organisatorischer Aspekte musste zunächst z. B. eruiert werden, ob es sinnvoll ist, dass eine Forensic Nurse „on demand“ zur Verfügung steht. Weiterhin galt es, die formellen Rahmenbedingungen, d. h. Anforderungen an eine Forensic Nurse, die Gestaltung eines Aufgabenportfolios und dessen Stellenwert im Kontext rechtlicher Anforderungen, abzuklären.

Ergebnisse

Die Istsituation ist für alle Beteiligten und die involvierten Institutionen als unbefriedigend zu bezeichnen und bedarf der Verbesserung. Zur professionellen, nachhaltigen und einheitlichen Lösung bestehender Lücken in der forensisch-medizinischen Versorgung von gewaltbetroffenen Personen kann die dedizierte Einbindung einer Flying Forensic Nurse beitragen. Dieser Ansatz sieht vor, dass forensisch ausgebildete Pflegefachpersonen entweder an ihrem bestehenden Arbeitsort oder auf Abruf einbezogen werden.

Schlussfolgerungen

Die Einbeziehung einer Flying Forensic Nurse in die Untersuchung, Befunderhebung und allfällige Spurensicherung bei Gewaltdelikten ist sinnvoll. Einige Aspekte bedürfen der vorherigen Abklärung. Beispielsweise muss das Anstellungsverhältnis zwischen der Flying Forensic Nurse und dem Auftraggeber klar geregelt werden. Hierzu gehören die Lohn- und Versicherungsverhältnisse sowie die Frage der Qualitätssicherung durch eine definierte Stelle. Diese Aufgaben sollten aber in naher Zukunft lösbar sein.

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