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03.04.2019 | Forensische Traumatologie | Originalien | Ausgabe 3/2019

Rechtsmedizin 3/2019

Todesfälle beim Sport

Zeitschrift:
Rechtsmedizin > Ausgabe 3/2019
Autoren:
Dr. T. Landwehr, I. Sinicina, M. Graw

Zusammenfassung

Hintergrund

In den letzten Jahren ist das Interesse an Trend- und Extremsportarten aufgrund einer zunehmenden Risikobereitschaft unter den Sporttreibenden gestiegen. Extreme sportliche Belastungen können als Trigger für bisher unerkannte körperliche Erkrankungen fungieren.

Ziel der Arbeit

Die vorliegende retrospektive Studie analysiert Todesfälle beim Sport auf der Basis rechtsmedizinisch dokumentierter Fälle.

Material und Methoden

Das Gesamtobduktionsgut des Instituts für Rechtsmedizin in München wurde im Zeitraum 2003–2010 auf Todesfälle beim Sport untersucht. Im Vordergrund der vorliegenden Untersuchung stand die Klärung der Todesursache. Ergänzend zur Obduktion wurden histologische Untersuchungen sowie Alkohol- und toxikologische Analysen durchgeführt.

Ergebnisse

Unter den 16.135 Gesamtobduktionen konnten 116 Todesfälle beim Sport identifiziert werden. Vorwiegend war das männliche Geschlecht (n = 93; 80,2 %) betroffen. Das Durchschnittsalter aller Betroffenen lag bei 43,2 Jahren (Frauen 36,1 Jahre; Männer 45 Jahre). Schwimmen (n = 32; 27,6 %), Tauchen (n = 11; 9,5 %) und Bergwandern (n = 11; 9,5 %) waren die am häufigsten vertretenen Sportarten; Ertrinken (n = 52; 44,8 %) und Polytrauma (n = 38; 32,8 %) waren die häufigsten Todesursachen. Eine natürliche Todesursache wurde in 5 Fällen (4,3 %) attestiert. Eine hypertrophe Kardiomyopathie zeigte sich bei einem dunkelhäutigen jungen Mann.

Diskussion

Die Zunahme traumatischer Todesfälle beim Sport macht eine systematische Ursachenforschung und die Etablierung geeigneter präventiver Maßnahmen bei traumatischen Todesfällen beim Sport notwendig.

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