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29.05.2018 | Originalien | Ausgabe 7/2020

Monatsschrift Kinderheilkunde 7/2020

Frühförderung bei sehr kleinen Frühgeborenen in Deutschland

Zeitschrift:
Monatsschrift Kinderheilkunde > Ausgabe 7/2020
Autoren:
Dr. J. Spiegler, S. Ortfeld, E. Herting, W. Göpel, U. Thyen
Wichtige Hinweise

Redaktion

B. Koletzko, München
T. Lücke, Bochum
E. Mayatepek, Düsseldorf
N. Wagner, Aachen
S. Wirth, Wuppertal
F. Zepp, Mainz

Zusammenfassung

Hintergrund

Eine Frühfördermaßnahme mit Schwerpunkt Eltern-Kind-Interaktion im ersten Lebensjahr ist bei sehr kleinen Frühgeborenen (VLBW) mit einem besseren kognitiven Outcome im Schulalter assoziiert. Wie die Verordnung von Frühförderung bei VLBW-Kindern in Deutschland gehandhabt wird, wurde noch nicht systematisch untersucht.

Fragestellung

Folgende Fragen sollten untersucht werden: Welche Angebote machen Frühförderstellen bei VLBW-Frühgeborenen? Welche Barrieren bestehen für die Inanspruchnahme einer Frühfördermaßnahme bei VLBW-Frühgeborenen? Welche VLBW-Frühgeborenen erhalten eine Frühfördermaßnahme im ersten Lebensjahr?

Methoden

Im Rahmen eines strukturierten Interviews befragten wir Frühförderstellen (N = 81) in Deutschland zu den von ihnen eingesetzten Therapeuten und Therapieformen. Gleichzeitig ermittelten wir Barrieren für die Inanspruchnahme einer Frühfördermaßnahme. Wir erhoben mithilfe einer Onlinebefragung von VLBW-Nachsorge-Einrichtungen (N = 44) deren Empfehlungen zu Frühfördermaßnahmen im ersten Lebensjahr sowie Barrieren. Wir analysierten anhand von quantitativen Daten einer Frühgeborenenkohorte (German Neonatal Network [N = 1387]) die Inanspruchnahme von Frühförderung.

Ergebnisse

Einen Förderschwerpunkt im Bereich der Eltern-Kind-Interaktion gaben 38/81 Frühförderstellen zusätzlich zu einer Entwicklungsförderung des Kindes an. Barrieren für die Initiierung einer Frühfördermaßnahme im ersten Lebensjahr waren eine fehlende Information bzw. ein fehlendes Verständnis des Nutzens aufseiten der Eltern und der niedergelassenen Kinderärzte; ein fördernder Faktor war eine sozialmedizinische Nachsorge. Eine Frühfördermaßnahme im ersten Lebensjahr erhielten 346 (25 %) der sehr kleinen Frühgeborenen überwiegend therapeutisch nach neonatalen Komplikationen wie einer intraventrikuläre Hämorrhagie (OR [95%-KI]: 1,35 [1,17–1,55]), bronchopulmonalen Dysplasie (1,75 [1,20–2,55]) oder bei einem geringeren Gestationsalter (0,77 [0,62–0,95]). Eine generelle Empfehlung der Klinik/Nachsorge zu einer Frühfördermaßnahme für alle sehr kleinen Frühgeborenen wurde als der wichtigste Faktor im Zugang zur Frühförderung identifiziert (OR [95%-KI]: 5,70 [2,78–11,69]).

Diskussion

Der evidenzbasierte Einsatz von Frühförderung mit dem Schwerpunkt Eltern-Kind-Interaktion wird bislang in Deutschland nicht in die Versorgung übertragen und zeigte eine ausgeprägte regionale Variation. Eine Frühförderung in Deutschland erfolgt meist im Sinne einer Tertiärprävention, die Möglichkeiten der Gesundheitsförderung/Sekundärprävention auch im Hinblick auf die sozial-emotionale Entwicklung und die Inklusion werden dagegen zu selten genutzt.

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