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01.06.2014 | Leitthema | Ausgabe 6/2014

Der Orthopäde 6/2014

Frühzeitige Detektion systematischer Schadensfälle durch Endoprothesenregister

Zeitschrift:
Der Orthopäde > Ausgabe 6/2014
Autoren:
Dr. T.R. Liebs, O. Melsheimer, J. Hassenpflug

Zusammenfassung

Hintergrund

In Deutschland liegt die Revisionsrate der jährlichen 210.000 primären Endoprothesen des Hüftgelenks bei 10,9 % und die der 146.000 primären Kniegelenkendoprothesen bei 7,9 %. Da in Schweden durch die Einführung eines nationalen Endoprothesenregisters die Wechselwahrscheinlichkeit halbiert werden konnte, sind in der Folge in vielen weiteren Ländern Endoprothesenregister eingerichtet worden. Allerdings konnten diese Register die jüngsten Fehlschläge mehrerer Implantate nicht rechtzeitig erkennen, sodass mehrere tausend Patienten mit Implantaten versorgt worden waren, bevor diese vom Hersteller zurückgerufen wurden.

Ziel der Arbeit

Es war Ziel dieser Arbeit, die Methoden zu identifizieren, welche aktuell zur frühen Beurteilung von Versorgungsformen in verschiedenen Endoprothesenregistern eingesetzt werden, und zu analysieren, welche statistischen Möglichkeiten bestehen, eine Frühwarnfunktion zu implementieren.

Material und Methoden

Wir haben verfügbare Berichte von Endoprothesenregistern hinsichtlich der verwendeten Methoden zur Datenauswertung, insbesondere zur Früherkennung von Fehlschlägen, untersucht. Die dabei identifizierten Methoden werden dargestellt, erläutert und hinsichtlich der Eignung für ein großes nationales Endoprothesenregister kritisch bewertet.

Ergebnisse

Während ein Großteil der etablierten Endoprothesenregister die Kaplan-Meier-Schätzer zur Darstellung der Prothesenstandzeit nutzen, waren ansonsten nur geringe Übereinstimmungen, insbesondere hinsichtlich der Frühwarnfunktion von Endoprothesenregistern zu erkennen. Als methodischen Möglichkeiten hierzu wurden die Wechselhäufigkeit pro 100 Prothesenjahre, Varianten der statistischen Prozesskontrolle (SPC), kumulative Summen (CUSUM) und „funnel plots“ identifiziert.

Diskussion

Derzeit sind in den etablierten Endoprothesenregistern keine standardisierten Methoden zur Etablierung einer Frühwarnfunktion erkennbar. Tatsächlich werden die hier identifizierten Methoden bislang noch nicht oder nur sehr vereinzelt in den nationalen Registern angewendet. Daher muss der tatsächliche Nutzen noch weiter herausgearbeitet werden. Im Einzelnen gilt es herauszufinden, welches Verfahren für welche Fragestellung geeignet ist und mit welcher Sicherheit es Aussagen ermöglicht. Es erscheint wahrscheinlich, dass die statistische Methodik diesbezüglich weiter entwickelt werden muss, damit zukünftig Fehlentwicklungen früher erkannt werden können, bevor erneut tausende Patienten mit Implantaten versorgt werden, welche mit einer erhöhten Wechselrate assoziiert sind.

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