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31.07.2017 | Fütterstörungen im frühen Kindesalter | Leitthema Open Access

Fütter‑, Ess- und Schluckstörungen bei Säuglingen und Kindern

Ein Überblick

Zeitschrift:
HNO
Autoren:
Dr. C. Schwemmle, C. Arens

Zusammenfassung

Essen und Schlucken sind dynamische Prozesse, an denen mehr als 30 Muskeln in Koordination der orofazialen Muskulatur sowie der Muskulatur des Rachens, des Kehlkopfs und der Speiseröhre beteiligt sind. Saug‑, Such- und Würgreflex des Neugeborenen und des Säuglings verändern/differenzieren sich mit zunehmendem Alter, sodass der Ess‑, Kau- und Schluckvorgang beim Kleinkind differenziert und willentlich möglich sind. Ess‑, Fütter- und Schluckstörungen sind im Säuglings- und Kleinkindalter häufig schwierig zu unterscheiden. Essstörungen umfassen Nahrungsverweigerung, inadäquate Essgewohnheiten, Verhaltensauffälligkeiten bei der Nahrungsaufnahme, selektive und/oder einseitige Nahrungspräferenzen. Schluckstörungen beschreiben eine Beeinträchtigung der oralen, pharyngealen sowie ösophagealen Phase; alle oder einzelne Phasen können betroffen sein. Ursachen sind Verhaltens- oder Entwicklungsstörungen, Syndrome, neurologische Erkrankungen, Erkrankungen der Atemwege und/oder Ösophagitiden (mit oder ohne gastroösophagealen Reflux, eosinophile Ösophagitis) oder anatomische Fehlbildungen der oberen Speisewege. Ess‑/Schluckbeschwerden werden bei bis zu 25 % aller Kinder beschrieben; circa 40 % der frühgeborenen Kinder, bis zu 64–78 % der entwicklungsauffälligen Kinder und bis zu 99 % der Kinder mit schweren Zerebralparesen zeigen Schluckstörungen.
Die Diagnostik der Ess‑/Schluckstörung beinhaltet einen multifaktoriellen Ansatz. Die Anamnese erfasst das soziale Umfeld, die Eltern-Kind-Interaktion und die elterlichen Sorgen, die körperliche Untersuchung den aktuellen Gesundheitszustand mit Bestimmung von Gewicht, Körpergröße und Kopfumfang sowie eine ausführliche HNO-ärztliche-Diagnostik. Klinische Füttersituationen können Teil der Kindesbeobachtung sein oder Videoaufnahmen von dem Kind beim Füttern/Essen die Diagnostik ergänzen. Zur Beurteilung schluckdynamischer Prozesse sind die Videofluoroskopie und die fiberoptische Diagnostik des Schluckens (FEES) möglich. Bei sehr jungen Kindern ist die standardisierte FEES selten aussagekräftig, stattdessen sollte eine fiberoptische-endoskopische Schluckuntersuchung (FESU) mit „Leeraufnahme“ und Videoaufnahme nach dem Schluckversuch erfolgen.
Die Therapie beginnt mit der Empfehlung einer angenehmen Fütterumgebung, von Hilfsmitteln (spezielle Löffel etc.) beim Essen, Kostform/Konsistenz, Körperhaltung beim Essen, alternativen/additiven Ernährungsmethoden (Gastrostomien, Nasogastralsonden) sowie orofazialen Stimulationsverfahren und Kompensationsverfahren bei kooperativen älteren Kindern.
Ein interdisziplinäres Team ist die Basis für eine umfassende Diagnostik und Therapieplanung.

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