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26.01.2017 | Gastroenterologie | Leitthema | Ausgabe 2/2017

Der Gynäkologe 2/2017

Die Bedeutung des Mikrobioms für die Adipositas

Machen Darmbakterien dick?

Zeitschrift:
Der Gynäkologe > Ausgabe 2/2017
Autoren:
F. Bertram, D. Menge, PD Dr. V. Andresen
Wichtige Hinweise

Redaktion

K. Schaudig, Hamburg
A. Schwenkhagen, Hamburg
O. Ortmann, Regensburg

Zusammenfassung

Das Darmmikrobiom des Menschen ist dank des rapiden Fortschritts der Genanalytik und Bioinformatik in den letzten Jahren für unterschiedlichste forschende Fachdisziplinen weiter zugänglich geworden. In großen Metaanalysen von Stuhlproben und Anamnesen und über Tierexperimente mit keimfreien Mäusen werden Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen Pathologien und der Darmbesiedlung hergestellt. Neben immunologischen und neuropsychologischen Erkrankungen stehen metabolische Erkrankungen im Vordergrund, wie Insulinresistenz und Adipositas. Dabei scheint Übergewicht mit Verschiebungen des Mikrobioms assoziiert, die Charakterisierung eines „übergewichtigen Mikrobioms“ ist bisher noch nicht gelungen. Neben der Ernährung wird auch der Einfluss von Geburtsmodus, frühkindlicher Ernährung und Antibiotikatherapien neu diskutiert. Tierexperimente zeigen, dass steril aufwachsende Mäuse trotz hochkalorischer Ernährung kein Gewicht zunehmen, jedoch nach einer Stuhltransplantation Übergewicht entwickeln. Die Inzidenz von Insulinresistenz in dieser Gruppe ist dabei von der Fütterung der Spendermäuse abhängig. In ersten klinischen Studien gelang es zum Teil, diese Ergebnisse auf den Menschen zu übertragen. Wegen der geringen Gesamtzahl von Studien und dem noch immer sehr begrenzten Wissen über konkrete Eigenschaften und Zusammensetzung der Mikrobiota ist jedoch vorerst nicht mit klinischer Anwendung von Mikrobiomtherapien zu rechnen.

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