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Über dieses Buch

Chirurgische Eingriffe an gastrointestinalen Organen unterliegen trotz Standardisierung und weitreichender Technisierung nach wie vor zum Teil erheblichen Unterschieden. Für alle Chirurgen ist es von großem Interesse, die individuellen technischen Varianten einzelner auf diesem Gebiet ausgewiesener Chirurgen kennen zu lernen und so ihr eigenes operatives Repertoire zu erweitern. In diesem Buch werden die chirurgischen Eingriffe für eine Auswahl wichtiger Operationen von Experten in ihrer spezifischen Vorgehensweise Schritt für Schritt und reich bebildert dargestellt. Zahlreiche renommierte Chirurgen aus dem deutschsprachigen Raum ebenso wie internationale Autoren beschreiben ihr Procedere. Außergewöhnliche und schwierige Situationen, wie unerwartete Befunde, anatomische Varianten oder Blutungszwischenfälle, finden besondere Berücksichtigung. 

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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Grundlagen

Seit der Gründung der Abdominalchirurgie als Fach wird jede Operation nach bestimmten technischen Standards durchgeführt. Diese Standards werden den neuen Kenntnissen und technischen Entwicklungen entsprechend angepasst. Jedoch wird jeder praktische Chirurg täglich mit Situationen konfrontiert, in denen ursprünglich gleichartige Operationen sehr unterschiedliche Verläufe nehmen. Viele prädisponierende Faktoren spielen dabei eine Rolle, wozu u.a. folgende gehören: unterschiedliche Anatomie und Morphologie des Operationsgebietes, unterschiedliche Wirkung der gleichen Operationsschritte (Nachblutung nach Gewebedurchtrennung, Organverletzung bei Abdomeneröffnung usw.), chirurgische Expertise, manuelle Geschicklichkeit, Ausfälle von Instrumenten und Geräten, strategische Probleme, mentale Verfassungen einzelner Teammitglieder sowie die Qualität der Assistenz. Diese Faktoren können die Durchführung jeder Operation erheblich erschweren, insbesondere wenn der Operateur auf das Erreichen eines bestimmten technischen Standards „programmiert“ ist.
Michael Korenkov, Christoph-Thomas Germer, Hauke Lang, Igor Linkov, Hermann Fenger, Arnulf H. Thiede, Hans-Joachim Zimmermann, Hans Troidl

2. Individualisierte Chirurgie des Thoraxmagens und Antirefluxchirurgie

Die chirurgische Behandlung der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) kennt zahlreiche technische Varianten und Modifikationen. Die wesentlichen Phasen der Operation sind: Dissektion des Lig. phrenicooesophageale und des His-Winkels; Eröffnung der Pars flaccida und retrokardiale Mobilisierung mit anschließendem Anschlingen des Ösophagus; Mobilisierung des Fundus mit Durchtrennung der kurzen Magenarterien (nicht obligat); Hiatoplastik; Fundoplikation. Die ersten vier Schritte bieten nicht so viele technische Variationsmöglichkeiten wie die Rekonstruktion des kardioösophagealen Überganges durch eine Fundoplikation. Die Etablierung der laparoskopischen Techniken führte zu einer Zunahme der operativen Behandlung der GERD. Damit stieg aber auch die Zahl der GERD-Rezidive nach entsprechenden Eingriffen.
Michael Korenkov, Christoph-Thomas Germer, Hauke Lang, Bernard Dallemagne, Hubertus Feußner, Dirk Wilhelm, Karl-Hermann Fuchs, W. Breithaupt, G. Varga, T. Schulz, Sumeet Mittal, Pradeep Pallati, Nathaniel J. Soper, Eric Hungness, David Watson, Giovanni Dapri, Dimitrios Stefanidis, Arnulf H. Thiede, Hans-Joachim Zimmermann

3. Individualisierte Chirurgie bei Magen-GIST

Im Gegensatz zu den Magenkarzinomen eignen sich GIST (gastrointestinale Stromatumoren) deutlich besser für einen laparoskopischen Ansatz. Geringer Sicherheitsabstand (1–2 cm), fehlende Indikation zur Lymphadenektomie, gute Ansprache auf eine Chemotherapie mit Tyrosinkinasehemmern – all diese Faktoren begünstigen die Möglichkeiten des laparoskopischen Zugangs.
Michael Korenkov, Christoph-Thomas Germer, Hauke Lang, Michel Gagner, Chandrajit Raut, Nicole J. Look Hong

4. Individualisierte Chirurgie des Magenkarzinoms

Die chirurgische Behandlung beim Magenkarzinom besteht aus ablativen und rekonstruktiven Phasen. Die wesentlichen Phasen der Operation sind: 1. Ablösung des Omentum majus vom Querkolon und Eröffnung der Bursa omentalis, 2. Mobilisierung und Durchtrennung des Bulbus duodeni, 3. Mobilisierung des Magens entlang der großen Kurvatur, 4. Mobilisierung des Magens entlang der kleinen Kurvatur, 5. Retrogastrale Mobilisierung und Durchtrennung der A. gastrica sinistra, 6. Durchtrennung des Magens bzw. Mobilisierung und Durchtrennung des Ösophagus, 7. Lymphadenektomie (meist in Kombination mit anderen Schritten), 8. Rekonstruktion der Passage. Die Reihenfolge der Operationsschritte variiert in Abhängigkeit von der intraoperativen Situation.
Michael Korenkov, Christoph-Thomas Germer, Hauke Lang, Francesco Corcione, Pierluigi Angelini, Arnulf H. Hölscher, Joachim Jähne, Dietmar Lorenz, Giovanni de Manzoni, Simone Giacopuzzi, Maria Bencivenga, Enhao Zhao, Arnulf H. Thiede, Hans-Joachim Zimmermann

5. Individualisierte Chirurgie der benignen Gallenblasen- und Gallenwegserkrankungen

Die Indikation zur operativen Behandlung eines Gallensteinleidens besteht bei folgenden Patientengruppen: 1. Patienten mit symptomatischer Cholezystolithiasis; 2. Patienten mit akuter Cholezystitis; 3. Patienten mit chronischer Cholezystitis, Schrumpf- und Porzellangallenblase; 4. Patienten mit endoskopisch nicht sanierbarer Choledocholithiasis (schwierige Papillenanatomie, Z.n. Billroth-II-Resektion, „fixierte“ Choledochussteine usw.); 5. Patienten mit biliodigestiven oder cholezystohepatischen Fisteln (Mirizzi II). Zum chirurgisch ungünstigen Hintergrund gehören Leberzirrhose, starkes Übergewicht, ausgedehnte abdominale Voroperationen, erworbene oder angeborene Körperdeformationen und eine Schwangerschaft im letzten Trimenon.
Michael Korenkov, Christoph-Thomas Germer, Hauke Lang, Francesco Prete, Mario Baiamonte, Francesco Ruotolo, Francesco Bavetta, Francesco Crafa, Benoit Navez, Arnulf H. Thiede, Hans-Joachim Zimmermann

6. Individualisierte Chirurgie der entzündlichen Darmerkrankungen

Patienten zur operativen Behandlung einer Colitis ulcerosa können in folgende Gruppen eingeteilt werden: 1. Patienten mit geplanter Proktokolektomie; 2. Patienten mit Notfallindikationen (Kolonperforation, toxisches Megakolon, therapieresistente untere gastrointestinale Blutung); 3. Patienten mit sporadischen oder kolitisassoziierten Kolonkarzinomen.
Michael Korenkov, Christoph-Thomas Germer, Hauke Lang, Adrian J. Greenstein, Alexander J. Greenstein , Karl-Heinz Vestweber, Arnulf H. Thiede, Hans-Joachim Zimmermann

7. Individualisierte Hemikolektomie rechts bei Kolonkarzinomen

Die chirurgische Behandlung von Karzinomen des rechten Kolons besteht unabhängig vom Zugang aus einer ablativen und einer rekonstruktiven Phase. Die ablative Phase gliedert sich in folgende Unterabschnitte: 1. Zugang; 2. Exploration; 3. Mobilisierung des rechten Kolon in CME-Technik (Complete Mesocolic Excision); 4. Durchtrennung der Gefäße; 5. Durchtrennung von terminalem Ileum und Colon transversum. In der rekonstruktiven Phase wird eine Ileotransversoanastomose angelegt.
Michael Korenkov, Christoph-Thomas Germer, Hauke Lang, Roberto Bergamaschi, Alain Gainant, Werner Hohenberger, Stefano Saad, Arnulf H. Thiede, Hans-Joachim Zimmermann, Seth A. Stein

8. Individualisierte Hemikolektomie links bei Kolonkarzinomen

Die Hemikolektomie links ist ein relativ seltener Eingriff am Kolon. Viele technische Schritte ähneln den Schritten bei der Rektum bzw. Sigmaresektion, jedoch gibt es auch operationsspezifische Besonderheiten. Die Operation kann offen oder laparoskopisch durchgeführt werden, wobei derzeit die offene Technik von manchen Chirurgen favorisiert ist.
Michael Korenkov, Christoph-Thomas Germer, Hauke Lang, Andre Schreiber, Claus-Dieter Heidecke, Jörg C. Kalff, Dimitrios Pantelis, Amjad Parvaiz, Manfred Odermatt, Thomas Schiedeck, Marten Schmerer, Arnulf H. Thiede, Hans-Joachim Zimmermann

9. Individualisierte Chirurgie der Sigmadivertikulitis

Patienten mit chirurgisch relevanter Sigmadivertikulitis können in drei Gruppen eingeteilt werden: 1. Patienten mit rezidivierender Sigmadivertikulitis und geplanter frühelektiver oder Intervalloperation; 2. Patienten mit Komplikationen einer Sigmadivertikulitis zur Notfalloperation (Sigmaperforation in die freie Bauchhöhle, Dickdarmileus, intraabdominaler Abszess mit septischem Verlauf usw.); 3. Patienten mit sigmovesikalen oder sigmovaginalen Fisteln oder Patienten mit therapieresistentem entzündlichem Konglomerattumor. Für die Patienten der ersten Gruppe ist eine laparoskopisch assistierte Sigmaresektion als Goldstandard-Operation vorgesehen.
Michael Korenkov, Christoph-Thomas Germer, Hauke Lang, Susan Galandiuk, Jakob R. Izbicki, Kai Bachmann

10. Individualisierte Chirurgie bei Rektumkarzinomen

Die anteriore oder tiefe anteriore Rektumresektion in Kombination mit einer partiellen (PME) oder totalen mesorektalen Exzision (TME) sind die derzeitigen Standardverfahren in der Chirurgie der Rektumkarzinome. Diese Operationen werden laparoskopisch oder in konventioneller Technik durchgeführt. Die wesentlichen Phasen der Operation sind: 1. Mobilisierung von Sigma und Colon descendens; 2. Durchtrennung der A. und V. mesenterica inferior; 3. Durchtrennung des Colon descendens; 4. Mobilisierung des Rektums in PME- oder TME-Technik; 5. Absetzen des Rektums; 6. Anastomosierung; 7. Anlage eines protektiven Stomas (optional). Technische Probleme und schwierige Entscheidungssituationen entstehen meistens bei der ventralen Präparation im kleinen Becken, beim Absetzen des Rektums und bei der Anastomosierung.
Michael Korenkov, Christoph-Thomas Germer, Hauke Lang, Matthias Anthuber, Alexis Ulrich, Markus W. Büchler, Alois Fürst, Arthur Heiligensetzer, Peter Sauer, Gudrun Liebig-Hörl, Werner Hohenberger, Pierluigi Angelini, Kim Erlend Mortensen, Rolv-Ole Lindsetmo, Jurriaan Tuynman, Neil Mortensen, Amjad Parvaiz, Manfred Odermatt, Hans-Rudolf Raab, Achim Troja, Dalibor Antolovic, Peter Sagar, Jürgen Weitz, Christoph Reißfelder, Steven Wexner, Marc Osborne, Werner Kneist, Arnulf H. Thiede, Hans-Joachim Zimmermann, Stig Norderval

11. Individualisierte Chirurgie des Rektumprolapses

Patienten zur operativen Behandlung des Rektumprolapses können in folgende Gruppen eingeteilt werden: Patienten mit Operation über den perinealen Zugang; Patienten mit Operation über den abdominalen Zugang. Wegen der Vielzahl der operativen Varianten und technischen Modifikationen können die schwierigen Entscheidungssituationen bereits bei der Wahl des operativen Verfahrens anstehen und sind mit allgemeinen und lokalen Patientenfaktoren verbunden. Zu den lokalen Patientenfaktoren zählen Prolapslänge, Kombination des Rektumprolapses mit anderen Beckenbodensenkungserkrankungen (Genitalprolaps, Rektozele, Zystozele, Deszendens-perinei-Syndrom usw.), spezifische anatomische Rektumkonstellationen (stark verdickte Rektumwand, stark erweitertes Rektumlumen mit großem Kalibersprung zwischen Rektum und Sigma) sowie Voroperationen an Beckenorganen und Perineum und ein Analmukosaprolaps.
Michael Korenkov, Christoph-Thomas Germer, Hauke Lang, Karl-Hermann Fuchs, W. Breithaupt, N. Josipovic, B. Babic, Pierluigi Angelini, Christoph Isbert, David Jayne, Jim Tiernan, Antonio Longo, Thomas Schiedeck, Marten Schmerer, Arnulf H. Thiede, Hans-Joachim Zimmermann

Backmatter

In b.Flat Gastrointestinale Chirurgie enthaltene Bücher

In b.Flat Viszeral- und Allgemeinchirurgie 360° enthaltene Bücher

In b.Flat SpringerMedizin.de Gesamt enthaltene Bücher

Weitere Informationen

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