Zum Inhalt

Gefährdungsanalyse als Baustein der Entwicklung eines Schutzkonzepts gegen (sexualisierte) Gewalt

Ergebnisse einer Online-Befragung der Mitarbeitenden am Universitätsklinikum des Saarlandes

  • Open Access
  • 29.06.2023
  • Originalarbeit
Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund und Fragestellung

Seit November 2020 besteht im Rahmen des Qualitätsmanagements für alle Kliniken die Verpflichtung, ein Schutzkonzept gegen (sexualisierte) Gewalt zu entwickeln. Diese Entwicklung soll auf den Ergebnissen einer Gefährdungsanalyse beruhen. Ziel einer solchen Analyse ist es, die institutionsspezifischen Risikofaktoren für (sexuelle) Übergriffe zu identifizieren. Am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) war im Nachgang eines Falls von sexuellen Übergriffen gegen Kinder durch einen Arzt ein Schutzkonzept entwickelt worden. Im Rahmen eines Forschungsprojekts mit der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJPP) Ulm sollte dieses Schutzkonzept weiterentwickelt und eine klinikweite Gefährdungsanalyse durchgeführt werden.

Methode

Es wurde eine klinikweite Befragung der Mitarbeitenden mittels eines Online-Fragebogens durchgeführt. Hierbei wurden verschiedene Gruppen von Risikofaktoren mit einem dichotomen Antwortschema abgefragt. Die Risikofaktoren wurden in der Häufigkeit der Nennung gewichtet und gruppenbezogene Unterschiede zwischen Leitungskräften und Mitarbeitenden berechnet.

Ergebnisse

Es haben knapp 1200 Mitarbeitende des UKS den Online-Fragebogen ausgefüllt, dies entspricht einer Ausfüllquote von 9,9 %. Es gab klare Ergebnisse zur Gewichtung der Risikofaktoren, gruppenbezogene Unterschiede konnten mit einer Ausnahme nicht festgestellt werden.

Schlussfolgerung

Die Machbarkeit der Durchführung eines solchen Fragebogens als klinikweite Befragung konnte gezeigt werden. Er kann als ein Baustein einer Gefährdungsanalyse Hinweise zum Vorhandensein und zur Gewichtung der eigenen institutionellen Risikofaktoren geben und somit Basis für die (Weiter)entwicklung eines Schutzkonzepts sein.

Einführung

In allen institutionellen Kontexten gibt es Risikofaktoren für (sexuelle) Übergriffe und Gewalt. In Deutschland wurde dies insbesondere durch den sog. Missbrauchsskandal 2010 deutlich. Seinerzeit wurden Fälle sexueller Übergriffe in verschiedenen institutionellen Kontexten bekannt und führten zu einer breiten (fach)politischen und öffentlichen Debatte [11]. In Rahmen der Begleitforschung der damals eingerichteten Anlaufstelle der Unabhängigen Beauftragten Sexueller Kindesmissbrauch (UBSKM) wurden auch Fälle aus dem medizinischen Bereich berichtet, z. B. Übergriffe im Kontext von Psychotherapie [9]. Der ebenfalls seinerzeit eingerichtete Runde Tisch Sexueller Kindesmissbrauch (RTKM) empfahl in seinem Abschlussbericht in allen Institutionen Schutzkonzepte zu etablieren und hatte Elemente solcher Schutzkonzepte vorgeschlagen [2]. Diese Elemente sollen (sexuelle) Übergriffe in einer Einrichtung präventiv verhindern und Interventionen festlegen, wenn es zu einem Übergriff gekommen ist [19].

Hintergrund und Fragestellung

Im Vergleich zu anderen institutionellen Kontexten zeigt sich im medizinischen Bereich ein geringerer Umsetzungsgrad von Schutzkonzepten [14]. Seit November 2020 ist die Entwicklung von Schutzkonzepten für Kliniken nun jedoch durch eine Änderung in der Qualitätsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zwingend vorgeschrieben und es sind Elemente vorgegeben, die umgesetzt werden müssen [10]. Die Etablierung der vorgegebenen Elemente soll dabei auf den Ergebnissen einer Gefährdungsanalyse beruhen. Ziel einer Gefährdungsanalyse ist es, die institutionsspezifischen Risikofaktoren zu identifizieren und die umzusetzenden Elemente darauf auszurichten, die ermittelten Risikofaktoren präventiv auszuschalten oder zu minimieren. Aus der Literatur sind eine Vielzahl solcher Risikofaktoren bekannt (z. B. [1, 3, 57, 17, 18]).
Zur konkreten Umsetzung der Elemente von Schutzkonzepten gibt es keine fixen Vorgaben. In der entsprechenden Literatur werden meist Best-practice-Beispiele dargestellt (z. B. für den medizinischen Bereich [13, 15, 1923]). Auch zur Durchführung einer Gefährdungsanalyse gibt es bereits solche Praxisbeispiele, zum Beispiel zur Reflexion von Situationen aus dem institutionellen Alltag mit Kindern und Jugendlichen. Solche Analysen sind wichtig, bilden jedoch nur einen Teil möglicher Risikofaktoren in der Institution ab, da sie strukturelle Risikofaktoren, wie etwa Umgang mit Macht und Hierarchien oder die Personalausstattung nicht berücksichtigen.
Hintergrund der hier dargestellten Ergebnisse einer klinikweiten Befragung zu Risikofaktoren (Gefährdungsanalyse) war ein Projekt zur Auditierung der Schutzkonzeptentwicklung am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS). Im Juni 2019 war öffentlich bekannt geworden, dass ein ehemaliger Assistenzarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des UKS unter Verdacht stand, Kinder sexuell missbraucht zu haben. Am UKS wurde im Sommer 2019 als Folge der öffentlich diskutierten Missbrauchsvorwürfe sehr schnell ein Schutzkonzept entwickelt. Im genannten Projekt sollten Anstöße zur inhaltlichen Weiterentwicklung dieses Schutzkonzepts gegeben und die Implementierung in die alltägliche Arbeitspraxis des UKS begleitet werden. Einer der Anstöße war die Durchführung einer klinikweiten Gefährdungsanalyse. Es entstand die Idee, eine Erhebung von Risikofaktoren mittels eines Fragebogens klinikweit durchzuführen. Neben der Klärung der Machbarkeitsfrage sollten die ermittelten Faktoren vom UKS dafür genutzt werden, in den einzelnen Abteilungen des Gesamtklinikums gezielte Maßnahmen zu ergreifen und mit den Mitarbeitenden über die Risikofaktoren ins Gespräch zu kommen. Entsprechend war es Ziel der Auswertungen, eine Einschätzung des Vorhandenseins und der Gewichtung der Risikofaktoren zu erhalten sowie Gruppenunterschiede zwischen Mitarbeitenden und Leitungskräften zu ermitteln.

Methoden

Die Befragung fand mittels Online-Fragebögen im Zeitraum 21.03.–26.04.2022 statt. Für die Befragung lag eine Zustimmung des Personalrates des UKS und des Betriebsrats der UKS Service GmbH vor. Die Links zu den Fragebögen wurden durch das UKS an alle Mitarbeitenden versendet. Zugriff auf die Befragungsdaten haben nur Projektmitarbeitende der KJPP Ulm. Fragen des Datenschutzes wurden im Vorfeld der Befragung mit dem Datenschutzteam der Universitätsklinik Ulm abgestimmt. Die Befragungsergebnisse wurden dem UKS nur in aggregierter Form übermittelt.
Grundlage des Fragebogens waren Arbeitsmaterialien zur Durchführung einer Gefährdungsanalyse, die von den Autor*innen dieses Beitrags auf Basis von in der Fachliteratur benannten Risikofaktoren für (sexuelle) Übergriffe in Institutionen (s. oben) im Rahmen der Entwicklung von zwei Online-Kursen zu Themen des Kinderschutzes1 sowie eines Fachbuches [8], entwickelt wurden.
Für den Fragebogen wurde eine Einteilung von Risikofaktoren nach König et al. [16] genutzt. Es wird hier unterteilt in:
  • Risikofaktoren in Bezug auf die Zielgruppe
  • Risikofaktoren in Bezug auf das Betreuungsverhältnis
  • Risikofaktoren in Bezug auf Personal/-politik
  • Risikofaktoren in Bezug auf Fehlerkultur, Information, Beteiligungsstrukturen und Beschwerdemanagement
Die Risikofaktoren wurden dichotom mit den Antwortmöglichkeiten Ja/Nein abgefragt. Alle Items waren optional, konnten also von den Befragten auch übersprungen werden.
Um zu ermitteln, ob es Gruppenunterschiede zwischen Leitungspersonen und Mitarbeitenden gibt, und sich somit die Einschätzung eines Risikofaktors signifikant unterscheidet, wurden Chi-Quadrat-Tests für die Risikofaktoren aus den Gruppen Betreuungsverhältnis, Personal/-politik sowie Fehlerkultur, Information, Beteiligungsstrukturen und Beschwerdemanagement gerechnet. Es wurde ein Signifikanzniveau von p = 0,05 angewandt, wobei die Anzahl der Vergleiche pro Bereich berücksichtigt und eine Alpha-Fehleradjustierung nach Bonferroni vorgenommen wurde. Die Effektstärke Cramer’s V wird für signifikante Unterschiede angegeben und anhand der Richtlinien von Cohen [4] mit Werten zwischen 0,1 und 0,3 = schwacher Effekt, Werten zwischen 0,3 und 0,5 = mittlerer Effekt und Werten ab 0,5 = starker Effekt interpretiert. In der Ergebnisdarstellung der signifikanten Unterschiede werden nur Items berücksichtigt, bei denen mindestens ein mittlerer Effekt vorliegt.

Ergebnisse

Insgesamt haben 1189 Mitarbeitende des UKS den Online-Fragebogen ausgefüllt, davon 289 Leitungskräfte und 900 Mitarbeitende aus der Patientenversorgung. Dies entspricht in Bezug auf Zahl der Mitarbeitenden am UKS einer Ausfüllquote von 9,9 %.
Nachfolgend werden die Ergebnisse zu den einzelnen Gruppen der Risikofaktoren jeweils im Vergleich zwischen Leitungskräften und Mitarbeitenden in der Patientenversorgung vorgestellt. Aufgrund von Limitation der Textlänge dieses Beitrags wird auf die Darstellung der Ergebnisse zu den Risikofaktoren in Bezug auf die Zielgruppe verzichtet.

Risikofaktoren Betreuungsverhältnis

Die Tab. 1 stellt die Ergebnisse zu den Risikofaktoren in Bezug auf das Betreuungsverhältnis dar. Je höher die Werte für „Ja“, desto mehr besteht der Risikofaktor. Die Werte sind entsprechend absteigend dargestellt. Es zeigt sich eine große Spannweite von Zustimmungswerten von 72,1 % bei den Leitungskräften bzw. 72,7 % bei den Mitarbeitenden für den Risikofaktor „Möglichkeit zu unbeaufsichtigten Einzelkontakten zwischen Mitarbeitenden und Patient*innen?“ und 1,9 % bei den Leitungskräften bzw. 6,3 % bei den Mitarbeitenden für das Item „Nur eine einzige Bezugsperson unter den Fachkräften für einzelne Patient*innen?“. Bei Betrachtung der fünf Risikofaktoren mit den höchsten Werten zeigten sich zwei im klinischen Kontext erwartbare Risikosituationen. Dies waren zum einen unbeaufsichtigte Einzelkontakte sowie die Durchführung von Pflegehandlungen. Die anderen drei Faktoren bezogen sich auf Aspekte, die sich eher im baulichen Kontext einordnen lassen („dunkle Ecken“, „Privatsphäre ermöglichen“).
Tab. 1
Ergebnisse zu den Risikofaktoren in Bezug auf das Betreuungsverhältnis im Vergleich zwischen Leitungskräften und Mitarbeitenden in der Patientenversorgung
Items Risikofaktoren Betreuungsverhältnis
Leitungskräfte Patientenversorgung
Mitarbeitende Patientenversorgung
% ja
n
Pl.
%
n
Pl.
Möglichkeit zu unbeaufsichtigten Einzelkontakten mit den Patient*innen?
72,1
104
1
72,7
348
1
Vornehmen von Pflegehandlungen (z. B. Baden, Intimpflege) an den Patient*innen in Klinik/Station durch Mitarbeitende?
69,2
107
2
58,5
337
4
Gebiete im Außenbereich, die schwer einsehbar sind?
55,2
105
3
60,3
345
3
Räumlichkeiten, die schwer einsehbar oder abgelegen sind oder „dunkle“ Ecken vorhanden?
55,0
110
4
70,0
380
2
Keine getrennten Räumlichkeiten für Fachkräfte und Patient*innen bzw. eingeschränkte Privatsphäre?
54,4
103
5
47,8
312
7
Auftreten von Zwangsmaßnahmen wie Fixierung oder Zwangsmedikation in Klinik/Station?
49,1
106
6
26,6
323
9
Namentliche Erfassung von Besucher*innen und Dokumentation der Aufenthaltszeiträume?
Nein: a42,9
105
7
Nein: a 54,0
352
5
Unproblematisches Betreten der Klinik/der Station/des Arbeitsbereichs durch jedermann möglich?
38,4
112
8
49,5
390
6
Vorkommen besonderer Vertrauensbeziehungen oder Abhängigkeitsverhältnisse zwischen Fachkräften und Patient*innen?
30,4
102
9
32,3
316
8
Möglichkeit für Mitarbeitende allein Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen für Patient*innen zu treffen?
18,4
103
10
15,7
313
10
Abgeschlossene Räume, während Therapie, Behandlung etc.?
13,0
108
11
12,5
351
11
Bevorzugung/Benachteiligung einzelner Patient*innen durch Mitarbeitende?
9,4
106
12
10,1
327
12
Nur eine einzige Bezugsperson unter den Fachkräften für einzelne Patient*innen?
1,9
105
13
6,3
33a
13
Pl. Platzierung
aBei diesem Item ist „ja“ die positive bzw. erwünschte Antwort. Deshalb sind hier die Werte für „NEIN“ abgetragen
In der gesamten Itemgruppe zum Betreuungsverhältnis gab es bei keinem Item signifikante Gruppenunterschiede mit mindestens mittlerem Effekt.

Risikofaktoren Personal/-politik

In Tab. 2 sind die Ergebnisse zu den Risikofaktoren in Bezug auf Personal/-politik abgetragen. Je höher die Werte für „Ja“, desto weniger besteht der Risikofaktor. Die Werte sind entsprechend aufsteigend dargestellt.
Tab. 2
Ergebnisse zu den Risikofaktoren in Bezug auf Personal/-politik im Vergleich zwischen Leitungskräften und Mitarbeitenden
Items Risikofaktoren „Personal/-politik“
Leitungskräfte
Mitarbeitende
% „ja“
n
Pl.
% „ja“
n
Pl.
Mitarbeitende aus allen Bereichen zu Kinderschutz, Gewaltschutz, Nähe-Distanz-Verhältnis geschult?
33,7
83
1
21,9
278
2
Angemessener Personalschlüssel im eigenen Arbeitsbereich?
39,6
101
2
41,3
312
5
Selbst schon Fortbildungen zu den Themen Kinderschutz, Gewaltschutz, Nähe-Distanz-Verhältnis besucht?
44,8
96
3
17,2
344
1
Selbstfürsorge der Mitarbeitenden und die Reflexion über die eigene Arbeit werden unterstützt?
55,3
94
4
39,6
313
4
Regelmäßige Personalgespräche?
58,5
94
5
34,6
321
3
Kontinuität im Personal vorhanden?
71,2
104
6
67,7
316
10
Themenspezifische Weiter- und Fortbildungsangebote für Mitarbeitende vorhanden?
71,3
94
7
54,8
292
6
Themen Kinderschutz, Gewaltschutz, Nähe-Distanz-Verhältnis spielen im eigenen Arbeitsbereich eine Rolle?
79,3
92
8
58,4
332
7
Aufgaben und (Entscheidungs)kompetenzen der Leitung sowie der Mitarbeitenden sind klar definiert und für alle transparent?
79,8
94
9
62,5
320
8
Ausgewogene Teamzusammenstellung, z. B. in Bezug auf Multiprofessionalität und Berufserfahrung im eigenen Arbeitsbereich?
82,0
100
10
74,1
313
12
Neue Mitarbeitende werden fundiert eingearbeitet?
82,8
99
11
66,5
316
9
Themen Kinderschutz, Gewaltschutz, Nähe-Distanz-Verhältnis relevant für eigenen Arbeitsbereich?
88,5
96
12
72,9
329
11
Pl. Platzierung
Auch hier zeigt sich eine große Spannweite von Zustimmungswerten von 33,7 % für „Mitarbeitende aus allen Bereichen zu Kinderschutz, Gewaltschutz, Nähe-Distanz-Verhältnis geschult?“ und 88,5 % für „Themen Kinderschutz, Gewaltschutz, Nähe-Distanz-Verhältnis relevant für eigenen Arbeitsbereich?“ bei den Leitungskräften und 17,2 % für „Selbst schon Fortbildungen zu den Themen Kinderschutz, Gewaltschutz, Nähe-Distanz-Verhältnis besucht?“ und 74,1 % für „Ausgewogene Teamzusammenstellung?“ bei den Mitarbeitenden.
Bei Betrachtung der 5 Items mit den geringsten Zustimmungsraten zeigt sich, dass diese gleich sind, nur in unterschiedlicher Reihenfolge. Zwei der Items beziehen sich auf das Thema Fortbildung (Mitarbeitende aus allen Bereich zu Kinderschutz/Gewaltschutz geschult? Selber schon eine Fortbildung besucht?), 2 weitere auf Unterstützung der Mitarbeitenden durch Rückmeldung (Unterstützung Selbstfürsorge/Reflexion; regelmäßige Personalgespräche). Das letzte Item in den 5 mit der geringsten Zustimmung bezieht sich auf einen angemessenen Personalschlüssel.
Beim Vergleich zwischen Leitungskräften und Mitarbeitenden fanden sich bei keinem Item signifikante Unterschiede mit mindestens mittlerem Effekt.

Risikofaktoren Fehlerkultur, Information, Beteiligungsstrukturen und Beschwerdemanagement

In Tab. 3 sind die Ergebnisse zu den Risikofaktoren in Bezug auf das Betreuungsverhältnis aufgeführt. Je niedriger die Werte für „Ja“, desto mehr besteht der Risikofaktor. Entsprechend sind die Werte aufsteigend dargestellt. Die niedrigsten Ausprägungen finden sich für die Items „Werden Grenzverletzungen systemisch erfasst, dokumentiert und analysiert?“ (Leitungskräfte 22,6 %; Mitarbeitende 11,7 %) sowie „Richtlinien zur Rehabilitation (zu Unrecht) Verdächtigter bekannt?“ (Leitungskräfte 27,1 %; Mitarbeitende 5,8 %). Die höchsten Ausprägungen zeigten sich beim Item „Gibt es Möglichkeiten für Sie, Beschwerden zu äußern oder Probleme anzusprechen?“ (Leitungskräfte 91,1 %; Mitarbeitende 87,0 %).
Tab. 3
Ergebnisse zu den Risikofaktoren in Bezug auf Fehlerkultur, Information, Beteiligungsstrukturen und Beschwerdemanagement im Vergleich zwischen Leitungskräften und Mitarbeitenden
Items Risikofaktoren „Fehlerkultur, Information, Beteiligungsstrukturen und Beschwerdemanagement“
Leitungskräfte
Mitarbeitende
% „ja“
n
Pl.
% „ja“
n
Pl.
Grenzverletzungen werden systemisch erfasst, dokumentiert und analysiert?
22,6
84
1
11,7
230
2
Richtlinien zur Rehabilitation (zu Unrecht) Verdächtigter bekannt?
27,1
85
2
5,8
276
1
Ansprechpersonen für Beschwerden und Probleme außerhalb der Klinik bekannt?
44,9
89
3
21,5
279
4
Klare und transparente Regeln vorhanden, wie mit Fehlverhalten von Patient*innen umgegangen wird?
52,4
84
4
27,2
257
6
Handlungsplan vorhanden, in dem für einen Verdachtsfall die Aufgaben und das Handeln konkret geklärt sind?
53,0
83
5
16,7
264
3
Klare und transparente Regeln vorhanden, wie mit Fehlverhalten von Kolleg*innen umgegangen wird?
57,0
86
6
26,5
279
5
Streitkultur im Team vorhanden?
60,7
84
7
36,3
262
7
Zielgruppenadäquate Beschwerdemöglichkeiten und Mitbestimmungsrechte für die betreuten Patient*innen vorhanden?
67,5
77
8
49,3
217
9
Zugang zu den nötigen Informationen vorhanden (Beschwerdemöglichkeiten, Schutzkonzept)?
72,8
81
9
58,8
228
12
Grenzverletzungen werden im Team angesprochen und besprochen?
75,6
82
10
46,0
252
8
Informationen zu Beschwerdemöglichkeiten und Schutzkonzept verständlich?
78,9
71
11
73,7
167
14
Zuständigkeiten und Positionen im Arbeitsbereich klar definiert und transparent?
79,3
92
12
73,2
310
13
Ansprechpersonen für Beschwerden und Probleme innerhalb der Klinik bekannt?
79,5
88
13
50,5
277
10
Transparente Entscheidung- und Kommunikationswege im eigenen Arbeitsbereich?
80,0
90
14
54,6
293
11
Möglichkeiten für Bezugspersonen vorhanden, Beschwerden zu äußern oder Probleme anzusprechen?
85,4
82
15
77,4
239
15
Kritik innerhalb des Teams zulässig?
90,0
90
16
80,0
285
16
Möglichkeiten Beschwerden zu äußern oder Probleme anzusprechen für mich vorhanden?
91,1
90
17
87,0
292
17
Pl. Platzierung
Bei Betrachtung der 5 Items mit den niedrigsten Werten zeigt sich, dass 4 der Items in beiden Gruppen auftauchen, jedoch in unterschiedlicher Reihenfolge. Diese Items können zwei thematischen Blöcken zugeordnet werden. Dies ist zum einen die Etablierung von Regeln und Dokumentation von Grenzverletzungen und zum anderen die Bekanntheit verschiedener Maßnahmen (Richtlinien zur Rehabilitation, Handlungsplan, Ansprechpersonen).
In der gesamten Itemgruppe zum Betreuungsverhältnis gab es nur bei einem Item einen signifikanten Gruppenunterschied mit mindestens mittlerem Effekt. Es handelt sich um das Item „Kennen Sie den Handlungsplan, in dem für einen Verdachtsfall die Aufgaben und das Handeln konkret geklärt sind?“ Bejaht wurde dies von 53,0 % der Leitungskräfte und 16,7 % der Mitarbeitenden (χ2[1] = 44.068; p ≤ 0,001; Cramer’s V = 0,356).

Diskussion

In allen drei Gruppen von Risikofaktoren konnten mittels des Fragebogens klare Ergebnisse erzielt werden, die von den Leitungskräften und den Mitarbeitenden auch gleich oder ähnlich in der Gewichtung eingeschätzt wurden, wie sich in der Platzierung der jeweils am stärksten ausgeprägten Risikofaktoren zeigt.
Bei den 5 am stärksten benannten Risikofaktoren zum Betreuungsverhältnis zeigten sich 2 im klinischen Kontext erwartbare Risikosituationen. Dies waren zum einen unbeaufsichtigte Einzelkontakte sowie die Durchführung von Pflegehandlungen. Es ist entsprechend wichtig, sich diese beiden Faktoren nun für jeden Arbeitsbereich am UKS spezifisch anzuschauen, denn die Kontexte stellen sich in den unterschiedlichen klinischen Bereich unterschiedlich dar. So gestaltet sich z. B. ein Einzelkontakt in Form eines psychotherapeutischen Gesprächs anders als eine Überwachungssituation im Aufwachraum. Grundsätzlich können Einzelkontakte im klinischen Kontext jedoch nicht völlig unterbunden werden, sondern sind Teil von Krankenbehandlung. Umso wichtiger ist es, hier für die Risiken solcher Situationen zu sensibilisieren. Die anderen drei Faktoren bezogen sich auf Aspekte, die sich eher im baulichen Kontext einordnen lassen („dunkle Ecken“, „Privatsphäre ermöglichen“). Hier müssten Lösungen im baulichen Bereich (z. B. Umgestaltung von Räumlichkeiten, bessere Beleuchtung o. ä.) gefunden werden.
Auch bei den Items zu Personal/-politik lassen sich die relevantesten Faktoren gut ableiten. Insbesondere sollte am UKS an der Fort- und Weiterbildung zu den Themen „Kinderschutz/Gewaltschutz“ gearbeitet werden, zumal diese Thematiken weder in der Ausbildung von Pflegekräften noch im Medizinstudium bisher in ausreichendem Umfang integriert sind. Auch sind hier aufgrund der immer wieder stattfindenden Personalwechsel regelmäßige Nachschulungen notwendig. Ein weiterer bedeutender Risikofaktor ist der Personalschlüssel. Dieser Faktor hat nicht nur in Bezug auf die Prävention von Gewalt, sondern auch auf die qualitativ hochwertige Versorgung der Patient*innen sowie die Zufriedenheit der Mitarbeitenden einen Einfluss, ist jedoch aufgrund des Fachkräftemangels nicht leicht zu lösen. Umso wichtiger ist es für den klinischen Bereich, für die vorhandenen Arbeitskräfte gute Bedingungen zu schaffen.
Bei den Items aus dem Block „Fehlerkultur, Information, Beteiligungsstrukturen und Beschwerdemanagement“ zeigten sich zwei übergeordnete Aspekte, die angegangen werden sollten. Dies sind zum einen die Etablierung von Regeln zum Umgang mit Fehlverhalten und die bessere Dokumentation von Grenzverletzungen. Ein Baustein eines Schutzkonzepts sollten immer Verhaltensleitlinien sein; in diesen ist u. a. festzulegen, was erwünschtes Verhalten von Fachkräften ist und wie mit Fehlverhalten umgegangen werden sollte. Eine Erfassung und Analyse von Grenzverletzungen ist im Sinne eines Fehlerlernens sowohl im Team als auch in der organisationalen Weiterentwicklung immer zu empfehlen. Zum zweiten sollten Bestandteile des Schutzkonzepts breiter bekannt gemacht werden. Dies ist eine Herausforderung für alle Institutionen. Bei der Bekanntheit des Handlungsplans zeigt sich in dieser Befragung ein signifikanter Unterschied zwischen Mitarbeitenden und Leitungskräften. Um im Falle eines Übergriffs in der Institution adäquat handeln zu können ist die Kenntnis des Handlungsplans aber essentiell. Damit sich ein Schutzkonzept in der alltäglichen Arbeitspraxis Wirkung entfaltet, ist es wichtig, das Schutzkonzept im Gedächtnis der Institution präsent zu halten, die Mitarbeitenden regelmäßig zu informieren und zu schulen und das Schutzkonzept in einem partizipativen Prozess weiterzuentwickeln [12, 23].
Für das UKS ergeben sich durch die Erhebung klare Ansatzpunkte, welche Risikofaktoren zuerst bearbeitet werden sollten. Bei der Identifizierung der wichtigsten Faktoren zeigten sich zwischen den Mitarbeitenden und den Leitungskräften Übereinstimmungen in der Benennung der gewichtigsten Risikofaktoren. Wenn ein mindestens mittlerer Effekt zugrunde gelegt wird, gibt es insgesamt nur bei einem Item einen signifikanten Unterschied. Dies ist dahingehend zu bewerten, dass beide Gruppen eine ähnliche Einschätzung der Risikofaktoren haben. Die Frage, ob Gruppenvergleiche sinnvoll und notwendig sind, kann für eine zukünftige Anwendung dieses Fragebogens nicht abschließend beantwortet werden. Auch wenn es in dieser Befragung nur bei einem Item einen Unterschied gab, ist erstens das Ergebnis trotzdem wichtig, weil es zum einen eben eine ähnliche Einschätzung der Risikofaktoren zwischen den beiden Gruppen zeigt und zum zweiten sich gruppenbezogene Unterschiede in einer anderen Institution auch anders darstellen könnten.
Eine Gefährdungsanalyse in einer Klinik wurde mit diesem Instrument deutschlandweit zum ersten Mal durchgeführt. Der Rücklauf der Fragebögen betrug knapp 10 %. Da Vergleichswerte für solche Befragungen fehlen, kann die Güte des Ergebnisses nicht beurteilt werden. Es ist bezüglich des Ausfüllverhaltens von verschiedenen Limitationen auszugehen. Das Ausfüllen des Fragebogens erfordert ein gewisses Interesse am Thema Prävention von Gewalt oder Schutzkonzeptentwicklung. Aufgrund der Vorgeschichte des Missbrauchsfalls am UKS könnte es auch Personen gegeben haben, die den Fragebogen nicht ausfüllen wollten, z. B. weil sie der Anonymität der Erhebung nicht vertraut haben oder sich mit dem Thema nicht (mehr) auseinandersetzen wollten. Es ist weiterhin möglich, dass nicht alle Mitarbeitenden am UKS von der Befragung erfahren haben oder den Zugang zum Fragebogen nicht gefunden haben. Auch unzureichende Kenntnisse der deutschen Sprache könnten limitierend gewirkt haben. Die Stichprobe der Befragten ist somit nicht repräsentativ für die Mitarbeitenden am UKS.
Insgesamt gesehen kann eine Erfassung von Risikofaktoren über eine institutionsweite Befragung mit diesem Fragebogen trotz der genannten Limitationen ein gutes methodisches Mittel sein, um nachfolgend basierend auf den Ergebnissen gezielter mit den einzelnen Arbeitsbereichen/Teams dazu in die Diskussion zu kommen. Wenn es überhaupt an einer Institution eine Untersuchung zum Thema „Risikofaktoren für Gewalt“ gibt, kann dies auch bereits das Bewusstsein für das Thema erhöhen.
In der Fragenbeantwortung könnte als Limitation gesehen werden, dass auf die Fragen nur dichotom mit Ja oder Nein geantwortet werden konnte. Denkbar wäre gewesen, die Items so auszuformulieren, dass sie auf einer Likert-Skala bewertet werden können (z. B. von „stimme voll zu“ bis „stimme überhaupt nicht zu“). Dies gibt die Möglichkeit auf einen etwas differenzierteren Blick und verbreitert die Optionen statistischer Berechnungen. Allerdings wurde diese Erhebung im Rahmen eines Forschungsprojekts durchgeführt und wenn keine ausreichenden statistischen Ressourcen vorhanden sind, ist ein Fragebogen mit Items im Ja/Nein-Schema für die Institution leichter und auch ohne externe Unterstützung auszuwerten. Die Ergebnisse dieser Befragung konnten dem UKS nicht für die Kliniken und Arbeitsbereiche einzeln ausgegeben werden, da das n in den Zellen dann zu klein war, um noch Anonymität zu gewährleisten. Dies würde sich in anderen Kliniken wahrscheinlich genauso darstellen. Der Fragebogen kann also nur einen globalen Blick auf eine Gesamtklinik und nicht für einzelne Arbeitsbereiche geben.
Als weitere Limitation ist zu nennen, dass der Fragebogen auf Basis von in der Literatur benannten Risikofaktoren entwickelt wurde. Es ist entsprechend möglich, dass es Risikofaktoren gibt, die der Fragebogen nicht abdeckt.

Fazit für die Praxis

  • Seit November 2020 ist es aufgrund einer Änderung in der QM-Richtlinie (Qualitätsmanagement) für Kliniken verpflichtend ein Schutzkonzept gegen (sexualisierte) Gewalt zu entwickeln. Basis der Schutzkonzeptentwicklung soll die Durchführung einer Gefährdungsanalyse sein.
  • Am UKS wurde eine Gefährdungsanalyse unter anderem mit einer klinikweiten Befragung mittels eines Fragebogens durchgeführt. Ziel der Erhebung war es, die Machbarkeit zu überprüfen und eine Gewichtung der Risikofaktoren vorzunehmen.
  • Es zeigt sich auf Basis der Befragungsergebnisse klar, welche Risikofaktoren als erstes vom Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) angegangen werden sollten. Die Ergebnisse waren zwischen den Mitarbeitenden und Leitungskräften ähnlich, woraus sich ein gleiches Problemverständnis ableiten lässt.
  • Die Machbarkeit einer solchen Fragebogenerhebung hat sich somit erwiesen und diese kann empfohlen werden, um für eine Institution ein Gesamtbild zu erhalten und auf Basis der Ergebnisse in den einzelnen Bereichen dann an der Reduktion der Risikofaktoren weiterzuarbeiten.

Förderung

Die Erhebung wurde im Rahmen des Projektes „Auditierungsprozess zur Entwicklung von Schutzkonzepten und Compliance-Maßnahmen am Universitätsklinikum des Saarlands“ durchgeführt. Das Projekt wurde von der Staatskanzlei des Saarlandes gefördert.

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

E. König, D. Jung und A. Maier geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht. In den letzten fünf Jahren bezog U. Hoffmann Forschungsförderung von der DKG, von Bundesministerien sowie von Landesministerien in Baden-Württemberg und im Saarland. In den letzten fünf Jahren bezog J.M. Fegert Forschungsförderung von EU, BMG, BMBF, BMFSFJ, DFG, G‑BA Innovationsfonds, Länderministerien Baden-Württemberg und Saarland, Landesstiftung Baden-Württemberg, Evangelische Landeskirche Baden-Württemberg und der Porticus Stiftung. Weiterhin bezog er Reisebeihilfen, Referentenhonorare, Veranstaltungs- und Ausbildungssponsoring von APK, Adenauer- und Ebertstiftung, Deutschlandfunk, DFG, DJI, DKSB, Infectopharm, med update, UNICEF, Fachverbänden, Universitäten sowie Bundes- und Landesministerien. Er hatte Beratertätigkeiten für die APK, Bundes- und Landesministerien. Es gab keine industriegesponserten Vortragsreihen, keinen Aktienbesitz und keine Beteiligung an Pharmafirmen.
Für diesen Beitrag wurden von den Autor/-innen keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien. Zielgruppe der dargestellten Erhebung waren Mitarbeitende des Universitätsklinikums des Saarlandes. Für die Durchführung der Befragung wurde die Zustimmung des Personalrates des Universitätsklinikums des Saarlandes sowie des Betriebsrates der UKS Service GmbH eingeholt. Die Teilnehmenden der Befragung wurden vor der Teilnahme zu den Zielen der Befragung und der Verwendung der Daten informiert und mussten die Zurkenntnisnahme der Informationen mittels Anklicken eines Kontrollkästchen bestätigen. Die Befragungsergebnisse wurden dem UKS nur in aggregierter Form übermittelt.
Open Access Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden.
Die in diesem Artikel enthaltenen Bilder und sonstiges Drittmaterial unterliegen ebenfalls der genannten Creative Commons Lizenz, sofern sich aus der Abbildungslegende nichts anderes ergibt. Sofern das betreffende Material nicht unter der genannten Creative Commons Lizenz steht und die betreffende Handlung nicht nach gesetzlichen Vorschriften erlaubt ist, ist für die oben aufgeführten Weiterverwendungen des Materials die Einwilligung des jeweiligen Rechteinhabers einzuholen.
Weitere Details zur Lizenz entnehmen Sie bitte der Lizenzinformation auf http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de.
Download
Titel
Gefährdungsanalyse als Baustein der Entwicklung eines Schutzkonzepts gegen (sexualisierte) Gewalt
Ergebnisse einer Online-Befragung der Mitarbeitenden am Universitätsklinikum des Saarlandes
Verfasst von
Dr. Ulrike Hoffmann
Elisa König
Dennis Jung
Anna Maier
J. M. Fegert
Publikationsdatum
29.06.2023
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Erschienen in
Prävention und Gesundheitsförderung / Ausgabe 3/2024
Print ISSN: 1861-6755
Elektronische ISSN: 1861-6763
DOI
https://doi.org/10.1007/s11553-023-01061-4
1
Online-Kurs „Leitungswissen Kinderschutz in Institutionen – ein Online-Kurs für Führungskräfte“ (Webseite: https://leitung.elearning-kinderschutz.de/); Online-Kurs „Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche – Grundlagen, Prävention und Intervention“ (Webseite: https://sexualisierte-gewalt.elearning-kinderschutz.de/).
 
1.
Zurück zum Zitat Bange D (2018) Risiko- und Schutzfaktoren in Einrichtungen. In: Fegert JM, Kölch M, König E, Harsch D, Witte S, Hoffmann U (Hrsg) Schutz vor sexueller Gewalt und Übergriffen in Institutionen. Für die Leitungspraxis in Gesundheitswesen, Jugendhilfe und Schule. Springer, Berlin, Heidelberg, S 91–105CrossRef
2.
Zurück zum Zitat Bundesministerium für Justiz, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Bundesministerium für Bildung und Forschung (2012) Abschlussbericht Runder Tisch Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen und privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. www.bmfsfj.de/blob/93204/2a2c26eb1dd477abc63a6025bb1b24b9/abschlussbericht-runder-tisch-sexueller-kindesmissbrauch-data.pdf. Gesehen 15. Februar 2023
3.
Zurück zum Zitat Bundschuh C (2010) Sexualisierte Gewalt gegen Kinder in Institutionen. Nationaler und internationaler Forschungstand. Expertise im Rahmen des Projekts „Sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungen in Institutionen. Deutsches Jugendinstitut. https://www.dji.de/fileadmin/user_upload/izkk/IzKK_DJIAbschlussbericht_Sexuelle_Gewalt.pdf. Zugegriffen: 15. Febr. 2023
4.
Zurück zum Zitat Cohen J (1988) Statistical power analysis for the behavioral sciences, 2. Aufl. Erlbaum, Hillsdale
5.
Zurück zum Zitat Conen ML (2005) Institutionelle Strukturen und sexueller Missbrauch durch Mitarbeiter in stationären Einrichtungen für Kinder und Jugendliche. In: Amann G, Wipplinger R (Hrsg) Sexueller Missbrauch. Überblick zu Forschung, Beratung und Therapie, 3. Aufl. Ein Handbuch. Dgvt-Verlag, Tübingen, S 795–807
6.
Zurück zum Zitat Deegener G (2014) Risiko- und Schutzfaktoren des Kinder- und Jugendhilfesystems bei Prävention und Intervention im Kinderschutz. Pabst, Lengerich
7.
Zurück zum Zitat Enders U (2012) „Mistbeet für Täter“ – Institutionelle Strukturen und konzeptionelle Mängel, die Missbrauch begünstigen. In: Enders U (Hrsg) Grenzen achten. Schutz vor sexuellem Missbrauch in Institutionen. Kiwi, Köln, S 129–146
8.
Zurück zum Zitat Fegert JM, Kölch M, König E, Harsch D, Witte S, Hoffmann U (2018) Schutz vor sexueller Gewalt und Übergriffen in Institutionen – Für die Leitungspraxis im Gesundheitswesen, Jugendhilfe und Schule. Springer, BerlinCrossRef
9.
Zurück zum Zitat Fegert JM, Rassenhofer M, Schneider T, Spröber N, Seitz A (2013) Sexueller Kindesmissbrauch – Zeugnisse, Botschaften, Konsequenzen – Ergebnisse der Begleitforschung für die Anlaufstelle der Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs, Frau Dr. Christine Bergmann. Beltz Juventa, Weinheim, Basel
10.
Zurück zum Zitat G‑BA (2020) Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Änderung der Qualitätsmanagement-Richtlinie (QM-RL): Vorgaben für die regelmäßige Erhebung und Dar-legung des aktuellen Stands der Umsetzung und Weiterentwicklung von einrichtungsinternem Qualitätsmanagement sowie weitere Änderung in § 4 der Richtlinie. Gemeinsamer Bundesausschuss. https://www.g-ba.de/downloads/39-261-4379/2020-07-16_QM-RL_Vorgaben-aktueller-Stand.pdf. Gesehen 15. Februar 2023
11.
Zurück zum Zitat Hoffmann U (2011) Sexueller Missbrauch in Institutionen. Eine wissenssoziologische Diskursanalyse. Pabst, Lengerich
12.
Zurück zum Zitat Hoffmann U, Fegert JM, König E, Maier A, Herberhold M (2021) Entwicklung von Schutzkonzepten gegen (sexuelle) Gewalt im medizinisch-therapeutischen Bereich. Kindh Entwickl 30:225–223. https://doi.org/10.1026/0942-5403/a000356CrossRef
13.
Zurück zum Zitat Horvay R, Naumann A (2018) Schutz vor grenzverletzendem Verhalten und Übergriffen in einer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Konzept zur Prävention, Intervention und Aufarbeitung. Books on Demand, Norderstedt
14.
Zurück zum Zitat Kappler S, Hornfeck F, Pooch MT, Kindler H, Tremel I (2019) Kinder und Jugendliche besser schützen – der Anfang ist gemacht. Schutzkonzepte gegen sexuelle Gewalt in den Bereichen: Bildung und Erziehung, Gesundheit, Freizeit. Deutsches Jugendinstitut. https://www.dji.de/fileadmin/user_upload/bibs2019/28116_UBSKM_DJI_Abschlussbericht.pdf. Zugegriffen: 15. Febr. 2023
15.
Zurück zum Zitat König E, Hoffmann U, Witte S, Harsch D, Kölch M, Fegert JM (2018) Anwendungsbereich für den Transfer in die Praxis. In: Fegert JM, Kölch M, König E, Harsch D, Witte S, Hoffmann U (Hrsg) Schutz vor sexueller Gewalt und Übergriffen in Institutionen – Für die Leitungspraxis im Gesundheitswesen, Jugendhilfe und Schule. Springer, Berlin, S 443–541
16.
Zurück zum Zitat König E, Hoffmann U, Witte S, Harsch D, Kölch M, Fegert JM (2018) Arbeitsblatt 2: Gefährdungsanalyse. In: Fegert JM, Kölch M, König E, Harsch D, Witte S, Hoffmann U (Hrsg) Schutz vor sexueller Gewalt und Übergriffen in Institutionen. Für die Leitungspraxis in Gesundheitswesen, Jugendhilfe und Schule. Springer, Berlin, Heidelberg, S 461–472CrossRef
17.
Zurück zum Zitat Rau T, Pohling A, Andresen S, Fegert JM, Allroggen M (2019) Sexuelle Gewalterfahrungen von Jugendlichen in Heimen und Internaten. Ergebnisse einer deutschlandweiten Befragung. In: Wazlawik M, Voß H, Retkowski A, Henningsen A, Dekker A (Hrsg) Sexuelle Gewalt in pädagogischen Kontexten. Aktuelle Forschungen und Reflexionen. Springer, Berlin, S 25–38CrossRef
18.
Zurück zum Zitat Schulz M, Löhr M (2018) Schutzkonzepte in der (psychiatrischen) Krankenpflege. In: Fegert JM, Hoffmann U, König E, Niehues J, Liebhardt H (Hrsg) Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen. Ein Handbuch zur Prävention und Intervention im medizinischen, psychotherapeutischen und pädagogischen Bereich. Springer, Berlin/Heidelberg, S 403–414
19.
Zurück zum Zitat UBSKM (2022) Schutzkonzepte. https://beauftragte-missbrauch.de/themen/schutz-und-praevention/schutzkonzepte. Zugegriffen: 15. Febr. 2023 (Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs)
20.
Zurück zum Zitat UKS – Universitätsklinikums des Saarlandes (2022) Schutzkonzept Gewaltprävention am UKS. Universitätsklinikums des Saarlandes. https://www.uniklinikum-saarland.de/de/wir_ueber_uns/schutzkonzept_gewaltpraevention_am_uks. Zugegriffen: 15. Febr. 2023
21.
Zurück zum Zitat UKW – Universitätsklinikum Würzburg (2022) Das Kinderschutzkonzept der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (KJPPP) Würzburg. Universitätsklinikum Würzburg. https://www.ukw.de/fileadmin/uk/kinder_jugendpsychiatrie/Kinderschutzkonzept_18e.pdf. Zugegriffen: 15. Febr. 2023
22.
Zurück zum Zitat Von Bismarck S (2014) Leitfaden zum Aufbau eines Präventionskonzeptes gegen sexuellen Missbrauch in Kinderkliniken. Arbeitsgemeinschaft Kinderschutz in der Medizin e. V. https://www.dgkim.de/dateien/ag_kim_leitfaden_zur_praevention_von_skm_in_kinderkliniken.pdf. Zugegriffen: 15. Febr. 2023
23.
Zurück zum Zitat Wolff M, Schröer W, Fegert JM (2017) Schutzkonzepte in Theorie und Praxis. Ein beteiligungsorientiertes Werkbuch. Beltz Juventa, Weinheim, Basel

Kompaktes Leitlinien-Wissen Allgemeinmedizin (Link öffnet in neuem Fenster)

Mit medbee Pocketcards schnell und sicher entscheiden.
Leitlinien-Wissen kostenlos und immer griffbereit auf ihrem Desktop, Handy oder Tablet.

Neu im Fachgebiet Allgemeinmedizin

Pflanzenbasierte Kost und Krebsrisiko

Eine gepoolte Analyse von elf prospektiven Studien liefert eine umfassende Bestandsaufnahme zu Zusammenhängen von verschiedenen Kostformen und dem Krebsrisiko. Neben bekannten Vorteilen von eher pflanzenbasierten Kostformen fanden sich überraschenderweise auch Hinweise auf einzelne ungünstige Effekte.   

So gut hilft Botox gegen Nacken- und Gelenkschmerzen

Botulinumtoxin hat einen festen Stellenwert in der Schmerztherapie. Im Fachbereich Orthopädie wird das Nervengift unter anderem zur Schmerzlinderung bei Myogelosen und zunehmend bei Arthrosen eingesetzt. Die empirische Beweislage für diese Off-Label-Anwendungen ordnete die Schmerztherapeutin Julia Wölfle-Roos beim Ortho Trauma Update ein.

Plaques bei Frauen lassen kardiovaskuläres Risiko schon früh steigen

Frauen mit stabiler Angina pectoris haben zwar in der Regel seltener und auch weniger ausgedehnte koronare Plaques als Männer; dafür steigt bei ihnen das kardiovaskuläre Risiko bereits bei geringerer Plaquebelastung deutlich an, und zwar viel steiler als bei Männern.

GI-Blutung bei kardiovaskulärer Erkrankung: Wie geht es weiter?

Gastrointestinale Blutungen erhöhen die Mortalität von kardiovaskulär Erkrankten. Nach den Ergebnissen einer prospektiven Studie sind sie aber kein Grund, für längere Zeit auf Antithrombotika zu verzichten – im Gegenteil.

EKG Essentials: EKG befunden mit System

In diesem CME-Kurs können Sie Ihr Wissen zur EKG-Befundung anhand von zwölf Video-Tutorials auffrischen und 10 CME-Punkte sammeln.
Praxisnah, relevant und mit vielen Tipps & Tricks vom Profi.

Update Allgemeinmedizin

Bestellen Sie unseren Fach-Newsletter und bleiben Sie gut informiert.

Bildnachweise
Die Leitlinien für Ärztinnen und Ärzte, Seniorenpaar frühstückt/© Halfpoint / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen), Patientin und Arzt im Gespräch/© Guillem de Balanzó / stock.adobe.com, Gastrointestinale Blutung/© Springer Medizin, EKG befunden mit System - EKG Essential/© Springer Medizin Verlag GmbH