2. Novellierung des Curriculums Endovaskuläre Techniken 2025
Fortbildungs- und Prüfungsordnung zur Zertifizierung als Endovaskuläre/r Chirurg/in DGG und Endovaskuläre/r Spezialist/in DGG
- Open Access
- 15.11.2024
- Gefäßchirurgie
- Übersichten
1 Einleitung
2 Lernmethoden
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Ausbildung in der heimischen Klinik mit assistierter und selbstständiger Durchführung endovaskulärer Eingriffe und deren Dokumentation im „Logbuch“
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Besuch der für das jeweilige Zertifikat vorgesehenen von der Privaten Akademie gGmbH zertifizierten Kurse
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Selbst‑/Literaturstudium
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Training an Modellen und am Simulator
3 Voraussetzungen
3.1 Facharztanerkennung
3.2 Strahlenschutz
3.3 Kurse
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Kursaufbau nach lernpädagogischen Kriterien
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Nachweis Kursdauer (8 Unterrichtseinheiten à 45 min)
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Gliederung in Theorie und Praxis
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Kursevaluierung nach dem Muster der Privaten Akademie gGmbH
3.4 Logbuch
4 Zertifikat Endovaskuläre/r Chirurg/in DGG (EC)
4.1 Vorbemerkung
4.2 Kurse
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Grundkurs Endovaskuläre Techniken
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Aufbaukurs abdominelle Aorta
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Aufbaukurs Beckengefäße
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Aufbaukurs Oberschenkelgefäße
4.3 Erforderliche Eingriffe
Selbstständige Durchführung von Begründungen der rechtfertigenden Indikation | 50 |
Selbstständige Durchführung von Punktionen mit und ohne Ultraschall | 50 |
Selbstständige Durchführung und Gebrauch eines Verschlusssystems | 50 |
Angiographien einschließlich anschließender, eigenständiger Bildbearbeitung, Dokumentation der Befunde | 50 |
Aorta und Becken: selbstständige Durchführung von Interventionen an der Aorta/Beckenetage perkutan oder als Hybrideingriffe | 50 |
Oberschenkel: selbstständige Durchführung von 50 Interventionen perkutan oder als Hybridverfahren am Oberschenkel | 50 |
Bauchaortenaneurysma (BAA): selbstständige Durchführung von EVAR-Implantationen | 20 |
4.4 Curriculum der nachzuweisenden Kenntnisse und Fertigkeiten
4.4.1 Kompetenzlevel 1 (allgemeine und organbezogene Kenntnisse)
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Grundlagen der Erkrankungen der infrarenalen Aorta, der Arterien des Beckens und des Oberschenkels
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Klinische und apparative Diagnostik sowie der Indikationen, Differential- und Kontraindikationen zur Therapie
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Doppler/Duplex, Digitale Subtraktionsangiographie (DSA), Computertomographie-Angiographie (CTA), Magnetresonanzangiographie (MRA), CO2-Angiographie
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Kontrastmittel, Bildbearbeitung und Dokumentation
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Strahlenschutz persönlich/apparativ, As Low As Reasonably Achievable (ALARA)-Regel, Grenzwerte, gesetzliche Bestimmungen, Mitarbeitendenschutz
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Spezielle Röntgenanatomie einzelner Gefäßregionen, Bedeutung für eine geplante Therapie
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Prä-, peri- und postoperatives Management
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Basistechniken des endovaskulären Arbeitens, verwendete Materialien, deren Instructions for Use (IFU), Größenangaben und Kompatibilität
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Punktionstechniken mit oder ohne sonographischer Führung, Zugangswege zu den Gefäßen ante-/retrograd, crossover, Rendezvous-Technik
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Material, Form und Beschichtung sowie Einsatzmöglichkeiten von Drähten, Schleusen (hämostatisches Ventil/Tuohy-Borst, Innen‑/Außendurchmesser), Sondierungs‑, Führungs- und Ballonkathetern (Marker, Compliance, Crossing, Profile), Stents und Stentgrafts
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Komplikationsmöglichkeiten und Therapie verschiedener Behandlungsverfahren und Devices
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Verschlusssysteme (Zulassung für bestimmte Gefäße und Schleusengrößen)
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Differentialindikation zum offenen Ersatz (OR)
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Bedeutung elongierter Gefäße
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Eingriffplanung/Messen
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Spezielle Drähte und Katheter
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Verschlusssysteme
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IFUs einzelner Devices für EVAR
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Differentialindikation offen
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Endovaskulär Hybrid
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Zugangswege ante-/retrograd
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Schlingenmanöver
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Großlumige/gecoverte Stents
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Rekanalisation
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Differentialtherapie POBA/DEB/BMS/DES/gecoverter Stent
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CTO (Rekanalisationstechnik, Re-Entry–Devices, Schlingen)
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Mechanische Thrombektomie/Thrombendarteriektomie
4.4.2 Kompetenzlevel 2 – Erwerb technischer Erfahrung durch Assistenz
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Punktionen, Angiographien und therapeutische endovaskuläre Eingriffe unter besonderer Berücksichtigung des Strahlenschutzes und der Dosisrichtwerte
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Endovaskuläres Komplikationsmanagement bei Fehlpunktionen, Versagen Verschlusssystem, differenziertes Materialwissen
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EVAR – Komplikationsmanagement
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Endoleaks (Coiling, Verlängerung)
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Notfallmanagement Ruptur
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Wissen FEVAR/ChEVAR/
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Iliac side branch
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Stenting isolierter Läsionen Aorta und Becken retrograd/crossover
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Komplexe Läsionen (Kissing Stents, CERAB, Stentgrafts)
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Hybrideingriffe
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POBA, Stenting Rekanalisation, Re-Entry-Devices
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Mechanische Thromb-/endartherektomie
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DEB/DES
4.4.3 Kompetenzlevel 3 (Erwerb von praktischen Erfahrungen durch selbstständige Durchführung)
5 Zertifikat Endovaskuläre/r Spezialist/in DGG (ES)
5.1 Vorbemerkung
5.2 Kurse
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Spezialkurs Carotis und supraaortale Gefäße
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Spezialkurs Thorakale Aorta
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Spezialkurs Thorakoabdominelle Aorta und Aortenbogen
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Spezialkurs Viszeralgefäße
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Spezialkurs Shuntinterventionen
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Spezialkurs Poplitea und Unterschenkelgefäße
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Spezialkurs Endovaskuläre Behandlung der tiefen Venen
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Spezialkurs Endovaskuläre Behandlung besonderer Entitäten
5.3 Erforderliche Eingriffe
Carotis: selbstständige Durchführung von Eingriffen an den supraaortalen Gefäßen (inklusive Hybrideingriffe) | 50, 30 davon an der A. carotis interna |
Thorakale Aorta: selbstständige Durchführung von thorakalen Stentgraftimplantationen bei verschiedenen Indikationen | 10 |
Thorakoabdominelle Aorta und Aortenbogen: selbstständige Durchführung von Stentgraftimplantationen bei verschiedenen Indikationen | 10 |
Viszeralgefäße: selbstständige Durchführung von Eingriffen an den viszeralen Gefäßen | 15 |
Shuntinterventionen: selbstständige Durchführung von Interventionen am Dialyseshunt (auch im Hybridverfahren) | 20, davon 5 an zentralvenösen Stenosen |
Poplitea und Unterschenkelgefäße: selbstständige Durchführung von Interventionen am Unterschenkel inkl. A. poplitea (auch als Hybrideingriff) | 50 |
Endovaskuläre Behandlung der tiefen Venen: selbstständige Durchführung von Eingriffen am tiefen Venensystem | 20 |
Endovaskuläre Behandlung besonderer Entitäten: selbstständige Durchführung, beispielsweise Kathetergestützte Eingriffe an der V. cava superior oder inferior (inklusive Cavaschirm) Kathetergestützte Thrombektomien und Lysebehandlungen Kathetergestützte Behandlungen von AV-Malformationen | 10 |
5.4 Curriculum der nachzuweisenden Kenntnisse und Fertigkeiten
5.4.1 Kompetenzlevel 1 (allgemeine und organbezogene Kenntnisse)
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Spezielle Krankheitsbilder der supraaortalen Gefäße, der thorakalen und thorakoabdominalen Aorta, der Viszeralgefäße, der Dialysezugänge, der A. poplitea und Unterschenkelgefäße, des Venensystems – auch zentralvenös – sowie möglicher Folgeerkrankungen (Lungenembolie, postthrombotisches Syndrom), Gefäßtrauma und AV-Malformationen
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Spezielle Röntgenanatomie des gesamten Gefäßsystems und daraus folgender Einstellungen des C‑Bogens, Auswirkung auf die Strahlenbelastung
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Gefäß- und Plaquemorphologie (zirkulär, Softplaque, Elongation)
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Indikation, Differential- und Kontraindikation der offenen und interventionellen Therapie in den Modulen
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Komplikationsmöglichkeiten und -management
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Prä-, peri- und postoperatives Management
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IFUs der verwendeten Materialien
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Röntgenprojektionen, Plaque
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Morphologie
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Zugangswege
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Stents tapered, closed/open–cell design
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Embolic Protection
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Filter, proximale/distale Occlusion
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Neuromonitoring
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Konfiguration Aortenbogen
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Dissektion/Ruptur
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Entry/Re-Entry, Organperfusion, Landezonen
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IFUs diverser Devices
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Prophylaxe spinaler Ischämie
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Spezielle anästhesiologische Anforderungen
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Zugangswege
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Stentauswahl
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Spezielle Materialkunde
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AV-Shunts, modifizierte Prothesenshunts
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Dialysekatheter
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Hämodynamik
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Low‑, High- und Hyperflow-Shunts
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Steal-Syndrome
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Punktionstechnik
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Strickleiter‑/Arealpunktion
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High-Pressure Balloon
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DCB, Stent/Stentgraft
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Verschluss/Aneurysma
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Indikation/Kontraindikation
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Bewegungssegmente
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Low-profile-Katheter
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CTO-Drähte, Tip load
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Kombinierter Zugang ante-/retrograd
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Schlingen-Manöver
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Doppler/Duplex
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Indikation Phlebographie
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Thrombektomiekatheter evtl. mechanisch
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Venöser Stent
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Gerinnungsmanagement
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Röntgenanatomie, Varianten
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Diagnostik (CT, MRT)
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Kombinierter Zugang ante-/retrograd
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Rekanalisation ante-/retrograd
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Klinische Evaluation
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Indikation
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Gerinnungsmanagement
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Zugangswege
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Aspiration, Fragmentierung, spezielle Devices
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Kreislaufmanagement
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Direkt – indirekt
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Stumpf – scharf
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Röntgenanatomie
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Material
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Coiling, Embolisation, Stentgraft
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Komplikationsmanagement
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Krankheitsbilder
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Ätiogenese
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(Mikro‑)Coils/Plugs,
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Material
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Coiling, Embolisation
5.4.2 Kompetenzlevel 2 – assistierte technische Durchführung
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Endovaskuläre Interventionen an A. carotis und A. vertebralis sowie weiteren supraaortalen Gefäßen, Komplikationsmanagement bei Verschluss, Dissektion, Embolie
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Implantation thorakaler und thorakoabdominaler Stentgrafts bei TAA, TAAA und Dissektion, Kenntnisse zur Verlängerung Landezone (Transposition/Debranching/Chimney‑/Sandwich-Techniken), differenziertes Komplikationsmanagement
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Viszerale PTA/Stenting/Coiling bei speziellen Krankheitsbildern, Komplikationsmanagement bei Ruptur, Verschluss, Misplacement von Stents
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Endovaskuläre Therapie von Shunt-Dysfunktionen mit High-Pressure- oder Cutting Balloons, Stents und Stentgrafts
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Stentgraft A. poplitea bei Aneurysma; bei AVK, PTA/Rekanalisation/evtl. Stent ggf. über kombinierte Zugänge, Low Profile Balloon, CTO-Drähte, Re-Entry-Prozeduren
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Rekanalisation des tiefen Venensystems, kathetergestützte Thrombektomie, Stenting, Fibrinolyse, Therapieplanung
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Kathetergestützte Eingriffe zur Rekanalisation an V. cava superior und inferior, Komplikationsmanagement bei Blutung, Dissektion, Ruptur, Cava-Schirmfilter
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Endovaskuläre Prozeduren in allen Gefäßregionen, Komplikationsmanagement bei Blutung, Dissektion, Ruptur, Embolie, Verschluss, Reperfusions-Syndrom, Schock
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Kathetergestützte Thrombektomie der A. pulmonalis, Lyse, Komplikationsmanagement
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Endovaskuläre Ausschaltung von AV-Malformationen durch Plugs, Coils oder Embolisation mittels Partikeln oder Polymeren
5.4.3 Kompetenzlevel 3 – selbstständig durchgeführte Eingriffe
6 Prüfung zum Erwerb der Zertifikate Endovaskuläre/r Chirurg/in und Endovaskuläre/r Spezialist/in DGG
6.1 Anmeldung zur Prüfung
6.2 Prüfungsablauf
6.2.1 Theoretische Prüfung
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Indikation, Differentialindikation und Differentialtherapie
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Therapieplanung
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Mögliche Komplikationen und deren Management
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Prä-, peri- und postoperatives Management
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Materialkunde und -planung
6.2.2 Praktische Prüfung am Simulator
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Manuelle Geschicklichkeit bei der Intervention
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Arbeiten step by step
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Einhalten von Standards der interventionellen Gefäßbehandlung
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Korrekte Materialauswahl
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Ergebnis der Intervention, ggf. Outcome des virtuellen Patienten
6.3 Prüfungskriterien
in folgenden Domains:gut, ausreichend, nicht ausreichend
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Materialkunde
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Indikation und Differentialindikation
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Therapieplanung
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Durchführung der Intervention
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Ergebnis der Intervention