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Gefässchirurgie

Die Verwendung der Armvene in der peripheren Bypasschirurgie

Erschienen in:

Zusammenfassung

Die Ischämie der unteren Extremität stellt trotz der Fortschritte der endovaskulären Therapie nach wie vor große Anforderungen an die offene Gefäßchirurgie. Bei allen peripheren Bypassoperationen sollte nach Möglichkeit immer eine autologe Rekonstruktion angestrebt werden, bevor Prothesenmaterial zum Einsatz kommt. Primär steht für eine periphere Bypassanlage die ipsi- oder kontralaterale V. saphena magna zur Verfügung. Diese Vorgehensweise ist aber aufgrund unzureichender Qualität und Länge der V. saphena magna nicht immer möglich. Als bevorzugte Alternative zum verfügbaren Prothesenmaterial wird der Einsatz der Armvenen empfohlen. Sowohl die V. basilica als auch die V. cephalica stehen als wertvolles autologes Bypassmaterial zur Verfügung. Periphere Bypässe können komplett aus Armvene bestehen. Armvene kann aber auch sehr gut mit noch vorhandener V. saphena magna oder V. saphena parva zu einem zusammengesetzten Bypassgraft kombiniert werden. Die langfristigen Ergebnisse sind hinsichtlich der Bypassfunktion und des Gliedmaßenerhalts nur unwesentlich schlechter diejenigen der autologen V. saphena magna. Armvenen können auch mit Gefäßprothesen in der Form von sog. Composite-Bypässen kombiniert werden. Insbesondere beim peripheren Mehrfachanschluss können dabei akzeptable Ergebnisse erreicht werden.
Die funktionellen Ergebnisse der Armvene sind insbesondere in der kruralen und pedalen Bypasschirurgie dem eines Prothesenbypasses in Hinsicht auf Bypassoffenheit und Beinerhalt klar überlegen. Notwendig erscheint eine regelmäßige duplexsonographische Überwachung des Implantats, um die Entwicklung von Graftstenosen frühzeitig zu erkennen, die erfolgreich interventionell oder offen-operativ behandelt werden können. Die Verwendung von Armvene sollte daher ein regelhafter Bestandteil in der Planung und Durchführung peripherer Bypassoperationen sein.
Titel
Die Verwendung der Armvene in der peripheren Bypasschirurgie
Verfasst von
PD Dr. A. Neufang
Dr. S. Savvidis
Publikationsdatum
24.01.2018
Verlag
Springer Medizin
Schlagwort
Gefäßchirurgie
Erschienen in
Gefässchirurgie / Ausgabe 1/2018
Print ISSN: 0948-7034
Elektronische ISSN: 1434-3932
DOI
https://doi.org/10.1007/s00772-017-0346-8
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