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2017 | OriginalPaper | Buchkapitel

46. Geschlechtsspezifische Aspekte psychischer Erkrankungen

verfasst von : U. Habel, F. Schneider

Erschienen in: Facharztwissen Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie

Verlag: Springer Berlin Heidelberg

Zusammenfassung

Bei den meisten psychischen Erkrankungen bestehen geschlechtsspezifische Prävalenzunterschiede. Frauen haben ein etwa doppelt so hohes Risiko, an einer unipolaren Depression zu erkranken. Auch das klinische Erscheinungsbild unipolarer Depressionen weist geschlechtsspezifische Unterschiede auf. An einer Schizophrenie erkranken Frauen im Durchschnitt bis zu fünf Jahre später als Männer, zu einem Zeitpunkt, an dem sie schon besser sozial integriert sind, was den weiteren Verlauf günstig beeinflusst. Signifikante Geschlechtsunterschiede hinsichtlich der Inzidenz bei Alzheimer-Demenz bestehen erst ab einem höheren Lebensalter (Frauen sind stärker betroffen), es findet sich aber ein altersassoziierter schnellerer kognitiver Abbau und eine stärkere kognitive Beeinträchtigung bei älteren Frauen im Vergleich zu Männern. Im Rahmen einer Alzheimer-Demenz finden sich entsprechend bei Frauen stärkere sprachliche Leistungseinbußen als bei Männern. ADHS wird bei Jungen häufiger diagnostiziert als bei Mädchen. Mädchen weisen oft eine mildere Symptomatik auf, bei der v. a. Aufmerksamkeitsstörungen dominieren.
Literatur
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Metadaten
Titel
Geschlechtsspezifische Aspekte psychischer Erkrankungen
verfasst von
U. Habel
F. Schneider
Copyright-Jahr
2017
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-50345-4_46

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