Gesundheitsförderliches Verhalten in Deutschland
Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung aus dem Jahr 2013
- 01.05.2016
- Originalarbeit
- Verfasst von
- Dr. Susanne Schnitzer
- Florian Tille
- Klaus Balke
- Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey
- Erschienen in
- Prävention und Gesundheitsförderung | Ausgabe 2/2016
Zusammenfassung
Hintergrund
Ziel des vorliegenden Beitrags ist es, gesundheitsförderliches Verhalten in Deutschland zu untersuchen. Gesundheitsförderliches Verhalten, Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsförderung beeinflussen sich wechselseitig und stehen in enger Verbindung miteinander, so dass es angeraten ist, die Begriffe konzeptionell voneinander abzugrenzen. Im vorliegenden Beitrag erfolgt eine Einordnung in Anlehnung an Don Nutbeams „Outcome Model for Health Promotion“.
Material und Methoden
Grundlage der Analyse bildet eine Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (2013), in der 6093 Versicherte im Alter zwischen 18 und 79 Jahren befragt wurden. Der Zusammenhang von gesundheitsförderlichem Verhalten und gesundheitsrelevanten Merkmalen wurde mittels bi- und multivariater Verfahren (logistische Regression) untersucht.
Ergebnisse
Für Personen mit einer ausgezeichneten Gesundheit ist die Chance, sich gesundheitsförderlich zu verhalten, knapp 4fach erhöht (Odds Ratios: 3,77; 95 %-Konfidenzintervall: 2,69–5,29) gegenüber Personen mit einer schlechten Gesundheit. Besonders gesundheitsförderlich verhalten sich auch jene Patienten, die ihre medizinischen Entscheidungen überwiegend selbst treffen (informative Arzt-Patienten-Beziehung) (Odds Ratios: 1,50; 95 %-Konfidenzintervall: 1,22–1,84). Darüber hinaus sind es die ältesten Befragten, Frauen und formal hoch Gebildete, die sich gesundheitsförderlich verhalten.
Schlussfolgerung
Vor allem Kranke, denen es subjektiv schlecht geht, sollten im Fokus des ärztlichen Aufklärungsgesprächs stehen. Da sich jene Patienten gesundheitsförderlich verhalten, die eine informative Arzt-Patienten-Beziehung angeben, ist zumindest denkbar, dass gesundheitsförderliches Verhalten durch eine stärkere Beteiligung an medizinischen Entscheidungen erhöht werden könnte.
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- Titel
-
Gesundheitsförderliches Verhalten in Deutschland
Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung aus dem Jahr 2013 - Verfasst von
-
Dr. Susanne Schnitzer
Florian Tille
Klaus Balke
Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey
- Publikationsdatum
- 01.05.2016
- Verlag
- Springer Berlin Heidelberg
- Erschienen in
-
Prävention und Gesundheitsförderung / Ausgabe 2/2016
Print ISSN: 1861-6755
Elektronische ISSN: 1861-6763 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s11553-016-0539-0
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