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01.09.2021 | Gesundheitspolitik | Nachrichten

Auswertung zur Service-Hotline

Warum Bundesbürger die 116 117 anrufen

Autor:
Thomas Hommel

Welche Beschwerden haben Patienten, die bei der Service-Hotline 116 117 anrufen? Das Zi hat nun erstmals knapp eine Million Anrufe auf den Behandlungsanlass hin untersucht. Corona spielt erwartungsgemäß eine große Rolle – aber nicht die größte.

Sorgen wegen einer Coronavirus-Infektion waren im vergangenen Jahr wie auch zu Beginn dieses Jahres einer der Hauptanlässe für Anfragen bei der vertragsärztlichen Service-Hotline 116 117. Das geht aus einer Auswertung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) von knapp einer Million medizinischer Ersteinschätzungen über die 116 117 im Zeitraum Mai 2020 bis Mai 2021 hervor.

Gut jeder zehnte Anruf (110.000 Anfragen) drehte sich demnach um allgemeine COVID-19-Informationen sowie typische Beschwerdebilder dieser Erkrankung. Mehr als 850.000 Anrufer meldeten sich mit anderen Beschwerden bei der Hotline. Insgesamt verzeichnete das Zi mehr als 100 verschiedene Behandlungsanlässe, die zu Ersteinschätzungen über die 116 117 führten.

105 verschiedene Behandlungsanlässe

Zu jedem dieser Anlässe riefen den Zi-Angaben zufolge im Schnitt mehr als 9000 Patienten an. Am häufigsten meldeten sich Menschen mit Rückenschmerzen (81.546), gefolgt von COVID-19-Symptomen (80.230) und Bauchschmerzen (73.540). Die übrigen gut 750.000 Anrufe seien anderen Beschwerden wie Schwindel, Durchfall, Stürzen oder Atembeschwerden zuzuordnen gewesen.

Mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz hatte der Gesetzgeber im Mai 2019 festgelegt, dass die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) ab 2020 unter der bundesweiten Rufnummer 116 117 rund um die Uhr erreichbar sein müssen.

Patienten werden dort über ein softwaregestütztes Ersteinschätzungsverfahren in die für sie angemessene Versorgungsebene vermittelt: Arztpraxis, Bereitschaftsdienst, Krankenhaus-Notaufnahme oder Rettungsdienst, sprich die 112. Die KVen greifen dabei auf die Software SmED zurück. Das Kürzel steht für „Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland“.

SmED fungiert als „Gedächtnisstütze“

Zi-Vorstandschef Dr. Dominik von Stillfried sagte, die Vielfalt der Behandlungsanlässe zeige, wie wichtig gerade bei selteneren Beschwerden eine qualitätsgesicherte und strukturierte medizinische Ersteinschätzung sei. SmED fungiere als „Gedächtnisstütze“ für das medizinische Fachpersonal.

Das Personal solle auch unter Zeitdruck alle Fragen stellen, die notwendig seien, um „die Dringlichkeit und den besten Ort für die Behandlung zu identifizieren“. Das Zi habe nun erstmals bundesweit SmED-Daten ausgewertet.

Die Software werde fortlaufend evaluiert und um weitere Symptome ergänzt, betonte der Zi-Chef. Schon bald wolle man Patienten auch die Möglichkeit bieten, über SmED selbstständig am heimischen Computer eine Ersteinschätzung vorzunehmen. Zudem werde die Software in verschiedenen Praxissettings erprobt und angewandt – etwa am gemeinsamen Tresen der Bereitschaftspraxen oder den Notaufnahmen der Kliniken.

Quelle: Ärzte Zeitung

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