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17.04.2019 | Gesundheitspolitik | Nachrichten

Statistik für 2017

Jeder Bürger trinkt eine Badewanne voll Alkohol

Autoren:
dpa, Anno Fricke, Thorsten Schaff

In Deutschland wurde 2017 weniger gesoffen und geraucht als im Jahr zuvor, heißt es im neuen Jahrbuch Sucht. Dennoch sind nach wie vor zumeist Alkohol und Tabak für Suchtprobleme verantwortlich.

Deutschland bleibt nach dem neuen Jahrbuch Sucht beim Thema Alkohol ein Hochkonsumland. Nach den jüngsten Berechnungen für 2017 tranken die Bundesbürger pro Kopf der Bevölkerung rund 131 Liter Alkoholika, teilte die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) am Mittwoch in Berlin mit.

Das waren von der Menge her rund zwei Prozent weniger als bei der Analyse für das Jahr 2016. Der geringe Rückgang lasse aber keine Entwarnung zu, heißt es im Jahrbuch. 131 Liter entsprechen rund einer Badewanne voller alkoholischer Getränke.

Die legalen Drogen Alkohol und Tabak sind nach Einschätzung der Hauptstelle nach wie vor für den größten Teil der Suchtproblematik in Deutschland verantwortlich. Der Zigarettenkonsum sei 2018 um knapp zwei Prozent gesunken. Dafür griffen aber mehr Raucher als früher zu Zigarren, Zigarillos und Pfeife.

Medikamentenabhängigkeit trifft vor allem ältere Menschen

Auch Medikamentenabhängigkeit ist nach Angaben der DHS verbreitet. Allein von Beruhigungs- und Schlafmitteln sind in Deutschland etwa 1,2 bis 1,5 Millionen Menschen abhängig, heißt es im Jahrbuch Sucht.

Weitere 300.000 bis 400.000 Bundesbürger sind demnach von nicht psychotropen Medikamenten abhängig. Medikamentenabhängigkeit treffe vor allem ältere Menschen und überwiegend Frauen, berichtet die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen.

Am häufigsten als Schlafmittel verordnet werden laut DHS die so genannten Z-Drugs, also Zolpidem und Zopiclon. Abhängigkeit trete in diesen Fällen bereits nach mehreren Wochen ununterbrochener Einnahme auf.

Suchtprobleme sorgen für viele Fehltage

Zahlen zur Suchtproblematik von Erwerbstätigen hatte die DAK-Gesundheit am Dienstag vorgelegt. Die Kasse hat berechnet, dass rund vier Millionen Arbeitnehmer in Deutschland einen riskanten Alkoholkonsum haben und 160.000 als alkoholabhängig gelten.

6,5 Millionen Beschäftige gelten als abhängige Raucher und 400.000 erfüllten die Kriterien einer Computerspielsucht, heißt es im DAK-Gesundheitsreport 2019. Arbeitnehmer, die rauchen, übermäßig Alkohol trinken oder Drogen konsumieren, fehlten häufiger im Job als ihre Kollegen, berichtete die Kasse. 

Quelle: Ärzte Zeitung

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