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28.04.2022 | Glaukom | Kasuistiken

Empty-Sella-Syndrom und/oder Normaldruckglaukom?

verfasst von: Dr. med. Iva R. Bartmann, Kai Kallenberg, Maged Alnawaiseh, Natasa Mihailovic

Erschienen in: Der Ophthalmologe

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Auszug

Ein 81-jähriger, männlicher Patient wurde notfallmäßig bei Verdacht auf nichtarteriitische anteriore Optikusneuropathie (NAION) des linken Auges an unsere Klinik überwiesen. Anamnestisch berichtete er über eine leichte Farbsinnstörung seit 2 Tagen, weshalb er sich beim niedergelassenen Augenarzt vorgestellt hatte. Die Augenanamnese ergab eine mehrere Jahre zurückliegende Kataraktoperation beidseits, der Visus am rechten Auge sei seit etwa 8 Jahren bei Zustand nach Venenastverschluss dauerhaft reduziert. Eine regelmäßige Augentropfenapplikation bestünde nicht. Als Vorerkrankungen waren bei dem Patienten eine koronare Herzkrankheit, eine arterielle Hypertonie sowie eine Hypothyreose bekannt. Als systemische Medikation nahm er Ramipril, Metoprolol, Nifedipin, Atorvastatin, Acetylsalicylsäure und Jodid ein. Der Visus lag am rechten Auge (RA) bestkorrigiert bei 0,25, am linken Auge (LA) bei 0,63. Der intraokulare Druck (IOD) lag applanatorisch am RA bei 8 mm Hg, am LA bei 10 mm Hg. In der Spaltlampenbiomikroskopie zeigte sich eine reizfreie Pseudophakie. Die Pupillomotorik war beidseits regelrecht ohne Hinweis für ein relativ afferentes pupilläres Defizit. In der Fundoskopie zeigten sich am RA eine farbarme, randscharfe Papille mit vergrößerter Exkavation sowie sektorielle Laserkoagulationsherde temporal superior. Am LA zeigte sich die Papille fundoskopisch ebenfalls blässlich, temporal fast randständig exkaviert mit sichtbarer Lamina cribrosa sowie superiorer und inferiorer „flammenförmiger“ Randunschärfe, differenzialdiagnostisch am ehesten einem Pseudopapillenödem bei myelinisierten Nervenfasern entsprechend (Abb.  1). Weiterhin zeigten sich an beiden Augen (BA) die Makula mit zartem Glitzern bei epiretinaler Gliose und eine allseits anliegende Netzhaut. Die 30°-Schwellenperimetrie ergab am RA einen Gesichtsfelddefekt nasal inferior, vereinbar mit dem sektoriellen Gefäßverschluss. Am LA zeigten sich zirkulär relative unspezifische Gesichtsfelddefekte ohne Hinweis für einen altitudinalen Defekt und insgesamt untypisch für eine NAION (Abb.  2). Die Nervenfaserschichtdicke (RNFL) zeigte am RA eine grenzwertige Verdünnung der Nervenfaserschichten temporal superior, am LA zeigte sich die Nervenfaserschicht temporal und temporal superior leicht verdickt, ansonsten im oberen Normbereich (Abb.  3).
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Literatur
3.
Zurück zum Zitat Beattie AM, Trope GE (1991) Glaucomatous optic neuropathy and field loss in primary empty sella syndrome. Can J Ophthalmol 26(7):377–382 PubMed Beattie AM, Trope GE (1991) Glaucomatous optic neuropathy and field loss in primary empty sella syndrome. Can J Ophthalmol 26(7):377–382 PubMed
Metadaten
Titel
Empty-Sella-Syndrom und/oder Normaldruckglaukom?
verfasst von
Dr. med. Iva R. Bartmann
Kai Kallenberg
Maged Alnawaiseh
Natasa Mihailovic
Publikationsdatum
28.04.2022
Verlag
Springer Medizin
Schlagwort
Glaukom
Erschienen in
Der Ophthalmologe
Print ISSN: 2731-720X
Elektronische ISSN: 2731-7218
DOI
https://doi.org/10.1007/s00347-022-01637-z