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29.01.2020 | Glaukom | Originalien | Ausgabe 10/2020

Der Ophthalmologe 10/2020

Therapieerfolg von Kanaloplastik und Trabekulektomie durch denselben Operateur mit demselben Erfahrungslevel im Langzeitverlauf

Zeitschrift:
Der Ophthalmologe > Ausgabe 10/2020
Autoren:
Dr. med. Lina Nassri, apl. Prof. Niklas Plange, Dr. med. Friederike Lindemann, Dr. med. Hannah Schellhase, Univ.-Prof. Peter Walter, Dr. med. David Kuerten

Zusammenfassung

Hintergrund

Die Trabekulektomie (TE) mit Einsatz von Antimetaboliten ist das Referenzverfahren in der Glaukomchirurgie, wohingegen die Kanaloplastik (KP) als nicht penetrierende Methode eine potenziell weniger invasive Alternative ist.

Ziel der Arbeit

Ziel dieser retrospektiven Fallserie ist es, den langfristigen Therapieerfolg von KPs sowie TEs bei gleichen Rahmenbedingungen und demselben Erfahrungslevel des Operateurs zu vergleichen sowie zu untersuchen, ob präoperativer intraokularer Druck (IOD) und postoperativer IOD zusammenhängen.

Methoden

Es wurden 57 Augen, die eine KP bzw. TE (KP n = 27; m = 50,0 % Alter 60,7 ± 13,2; TE n = 30; m = 55,6 % Alter 68,0 ± 9,1 Jahre) erhalten haben, in die Studie aufgenommen. Die Eingriffe wurden durch denselben Operateur mit jeweils vergleichbarer Erfahrung mit dem jeweiligen Verfahren vorgenommen. Verglichen wurden u. a. der prä- und postoperative Gesichtsfeldschaden, prä- und postoperativer IOD (in mm Hg) nach 1 und 6 Wochen, 6 und 12 Monaten sowie im Langzeitverlauf (1 bis 3 Jahre) sowie die notwendige Lokaltherapie zu den entsprechenden Zeitpunkten.

Ergebnisse

Mit beiden Verfahren konnte keine Verschlechterung des Gesichtsfeldes festgestellt werden, die Patientengruppen zeigten eine vergleichbare MD („mean deviation“) prä- wie postoperativ. Bei den KPs zeigte sich eine positive Korrelation zwischen dem prä- und postoperativen 1‑Jahres-IOD (r = 0,4; p = 0,022), wohingegen es bei den TEs keine signifikante Korrelation zwischen prä- und postoperativen IODs gab. Die lokale Wirkstoffanzahl im Langzeitvergleich (1 bis 3 Jahre nach Operation) war bei den KPs größer als bei den TEs (1,5 ± 1,6 vs. 0,5 ± 0,8; p = 0,003). In beiden Gruppen gab es keine schwerwiegenden postoperativen Komplikationen. Die absoluten Erfolgsraten (ohne Therapie) waren zu allen Zeitpunkten höher nach TE.

Diskussion

Mit beiden Verfahren konnte bei einem gleich erfahrenen Operateur eine effektive Drucksenkung des IODs erreicht werden. Es scheint, dass je höher der präoperative IOD vor KP, desto höher ist auch der erzielbare Druck nach 1 Jahr und im Langzeitverlauf. Im Gegensatz dazu wurde nach TE der IOD langfristig unabhängig vom Ausgangsdruck effektiv gesenkt. Die KP scheint der TE unter denselben Rahmenbedingungen im Hinblick auf einen vollständigen chirurgischen Erfolg (ohne Lokaltherapie) unterlegen zu sein.

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