Zum Inhalt
Die Nephrologie

Glomerulonephritis mit MPGN-Muster und verwandte Formen

Erschienen in:

Zusammenfassung

Mit der letzten KDIGO(Kidney Disease: Improving Global Outcomes)-Leitlinie zu glomerulären Erkrankungen werden seltene, durch das Komplementsystem vermittelte Formen der Glomerulonephritis (GN) in die Kategorie der Glomerulonephritis mit einem MPGN(membranoproliferative GN)-Muster geordnet. Erkenntnisse zur Pathophysiologie legen nahe, dass es sich dabei um ein Spektrum sekundärer und idiopathischer Erkrankungen mit Übergang zwischen immunkomplexvermittelter MPGN (IC-MPGN) und C3-Glomerulopathie (C3G) handelt. In Bezug auf sekundäre Ursachen, Autoantikörper und genetische Faktoren bestehen viele Gemeinsamkeiten. Das MPGN-Muster besteht nicht exklusiv, sondern ist eine von mehreren histopathologischen Ausprägungen. Die pathogenetische Rolle der Leichtkettenerkrankungen ist für diese Erkrankungen von besonderer Bedeutung. Das Verständnis der Pathophysiologie ist entscheidend für die weiterführende Diagnostik, insbesondere zur Identifikation sekundärer Ursachen. Daher sollten neben der primären Suche nach sekundären Ursachen eine umfassende Analyse des Komplementsystems, ein Antikörperscreening sowie eine humangenetische Untersuchung konsequent durchgeführt werden. Chronische Schäden, hohe Proteinurie und ein nachweislich aktiviertes Komplementsystem sind prognostisch ungünstig. Nach wie vor mangelt es an systematischen Interventionsstudien. Patienten sollten, wann immer möglich, systematisch erfasst, aufgearbeitet und ggf. in laufende Phase-III-Studien zur spezifischen Blockade des Komplementsystems eingeschlossen werden.
Titel
Glomerulonephritis mit MPGN-Muster und verwandte Formen
Verfasst von
Prof. Dr. med. Bernd Hohenstein
Publikationsdatum
05.12.2024
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Nephrologie / Ausgabe 1/2025
Print ISSN: 2731-7463
Elektronische ISSN: 2731-7471
DOI
https://doi.org/10.1007/s11560-024-00810-6
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Kompaktes Leitlinien-Wissen Innere Medizin (Link öffnet in neuem Fenster)

Mit medbee Pocketcards schnell und sicher entscheiden.
Leitlinien-Wissen kostenlos und immer griffbereit auf ihrem Desktop, Handy oder Tablet.

Neu im Fachgebiet Innere Medizin

RSV birgt in der postakuten Phase erhebliche Risiken

Ob und wie stark können Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus kardiorespiratorische Probleme auch in der postakuten Phase verursachen? Eine Studie hat das untersucht.

Opportunistische Salpingektomie lohnt sich häufig

Eine opportunistische Eileiterentfernung reduziert das Risiko für tubo-ovarielle Karzinome um 40 bis 80% – ohne kurzfristige Nachteile für die Ovarialfunktion. Die Europäische Gynäkologievereinigung rät Frauen ohne Kinderwunsch daher, solche Eingriffe zu nutzen.

Beschleunigt leichte nächtliche Hypertonie eine Niereninsuffizienz?

Haben Menschen mit einer chronischen Niereninsuffizienz nachts systolische Blutdruckwerte über 110 mmHg, scheint dies die Nierenfunktion weiter zu verschlechtern. Ab 65 Jahren ist es nach Daten aus China aber genau umgekehrt.

Orales Semaglutid kann Herzinsuffizienz-Komplikationen reduzieren

Die Behandlung eines Typ-2-Diabetes mit oralem Semaglutid scheint sich auch auf eine bestehende Herzinsuffizienz günstig auszuwirken. Laut einer Sekundäranalyse der SOUL-Studie profitieren vor allem Patienten und Patientinnen mit erhaltener Auswurffraktion.

Update Innere Medizin

Bestellen Sie unseren Fach-Newsletter und bleiben Sie gut informiert.

Bildnachweise
Die Leitlinien für Ärztinnen und Ärzte, Seniorin verschluckt sich beim Teetrinken/© South_agency / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell), Hysterektomie/© nkeskin / Getty Images / iStock