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01.09.2009 | Leitthema | Ausgabe 9/2009

Der Nervenarzt 9/2009

Glücksspiel- und Internetsucht

Review und Forschungsagenda

Zeitschrift:
Der Nervenarzt > Ausgabe 9/2009
Autoren:
K. Wölfling, M. Bühler, T. Leménager, C. Mörsen, K. Mann

Zusammenfassung

Substanzungebundenes abhängiges Verhalten („Verhaltenssucht“) wie pathologisches Glücksspiel und „Internetabhängigkeit“ steht im Fokus des wissenschaftlichen und gesundheitspolitischen Interesses. Parallelen zu stoffgebundenen Abhängigkeiten werden verstärkt diskutiert, wobei die vergleichsweise geringe Anzahl fundierter Studien auffällt. Aktuelle Prävalenzschätzungen gehen von 0,2–0,5% pathologischen Glücksspielern in der deutschen Gesamtbevölkerung aus. Diese Zahlen sind vergleichbar mit den Prävalenzraten bei Abhängigkeit von illegalen Drogen. Auch bei „Internetabhängigkeit“ vermuten aktuelle Schätzungen ca. 1,5 Mio. (3%) Betroffene in Deutschland. Untersuchungen der „Glücksspiel-“ sowie der „Internetsucht“ auf klinischer und neurowissenschaftlicher Ebene werden derzeit in verschiedenen Zentren begonnen.
Der vorliegende Überblick stellt den aktuellen Stand der Forschung zu „Glücksspiel-“ und „Internetsucht“ dar und zeigt im Bereich des pathologischen Glücksspiels mögliche Forschungsperspektiven in Bildgebung und Genetik auf. Ziel dabei ist es, integrative Erklärungsmodelle zu entwickeln, bestehende Therapieansätze zu erweitern und die Prävention zu verbessern. Aufgrund des Staatsvertrags zur Glücksspielsucht wird Forschung in Teilbereichen derzeit von den Bundesländern finanziert. Die Autoren dieses Beitrags haben, unterstützt von wissenschaftlichen Fachgesellschaften, eine „Forschungsplattform Spielsucht“ etabliert. Hier werden Strategien und Methoden abgestimmt, die geplante und laufende Studien zu pathologischem Glücksspiel möglichst vergleichbar machen sollen.

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