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12.04.2019 | Übersichten

Glukokortikoide bei nichtendokrinen Erkrankungen, bei Kortisolmangel und bei endogenem Exzess – der Einfluss therapeutischer Strategien auf das kindliche Wachstum

Zeitschrift:
Monatsschrift Kinderheilkunde
Autoren:
Prof. Dr. med. B. P. Hauffa, G. Binder, W. Bonfig, M. Bettendorf, H.-G. Dörr
Wichtige Hinweise

Redaktion

B. Koletzko, München
T. Lücke, Bochum
E. Mayatepek, Düsseldorf
N. Wagner, Aachen
S. Wirth, Wuppertal
F. Zepp, Mainz

Zusammenfassung

Hintergrund

Nebennierenrindenhormone können das Wachstum von Kindern und Jugendlichen beeinflussen.

Fragestellung

Wie beeinflussen chronische Glukokortikoidtherapie nichtendokriner Erkrankungen und endogenes Cushing-Syndrom das Wachstum? Was ist bei der Behandlung von Patienten mit zentraler Nebennierenrindeninsuffizienz unter Wachstumshormonsubstitution und bei Patienten mit adrenogenitalem Syndrom bezüglich des Wachstums zu beachten?

Material und Methoden

Die vorliegende Arbeit basiert auf den Ergebnissen eines Arbeitstreffens von pädiatrischen Endokrinologen. Jeder Autor hat eine aktuelle Literaturrecherche über das Wachstum bei spezifischen Aspekten der Nebennierenrindenphysiologie und -pathologie und deren Therapie durchgeführt.

Ergebnisse

Therapeutischer Einsatz hoher Dosen synthetischer Glukokortikoide bei nichtendokrinen Erkrankungen (pharmakologische Therapie) hemmt das Längenwachstum von Kindern und Jugendlichen. Ein Einsatz über längere Zeit sollte vermieden und glukokortikoidsparende Therapieschemata (Biologika, andere) sollten vorgezogen werden. Hohe endogene Kortisolspiegel beim Cushing-Syndrom erzeugen eine Wachstumsverlangsamung. Überwiegt die Sekretion von Androgenen kann das Längenwachstum auch gesteigert sein. Bei Patienten mit Wachstumshormonmangel ist an die Möglichkeit des späteren Ausfalls der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrindenachse zu denken und eine Reevaluation einzuplanen. Hohe Hydrokortisondosen bei der Substitution sind zu vermeiden, um die Wirkung der Wachstumshormontherapie nicht zu gefährden (Substitutionstherapie). Patienten mit adrenogenitalem Syndrom und 21-Hydroxylase-Mangel weisen bezüglich ihres Wachstums Besonderheiten in den verschiedenen Lebensphasen auf. Dabei stellt es eine therapeutische Herausforderung dar, mit einer individuell angepassten Glukokortikoidtherapie eine normale Endgröße zu erzielen.

Schlussfolgerungen

Die adäquate Diagnose, Therapie und Verlaufskontrolle von Störungen der Nebennierenrindenfunktion sind wichtig, um negative Folgen für das Wachstum von Kindern und Jugendlichen möglichst zu verhindern.

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