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Die Gynäkologie

Müttersterblichkeit in Deutschland – Zwischen niedriger offizieller Ratio und systematischen Erfassungsdefiziten

Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Die Ratio der Müttersterblichkeit in Deutschland ist offiziell eine der niedrigsten weltweit – doch systematische Erfassungsdefizite lassen an der Validität dieser Statistik zweifeln.

Fragestellung

Welche Datenlücken lassen sich in Deutschland identifizieren und welche Lösungsansätze sind vorhanden?

Methoden

Auf der Basis kürzlich publizierter Berliner Studien werden Probleme identifiziert, die Signifikanz im Kontext internationaler Studien hervorgehoben und an deren Vorbild Schritte zur verbesserten Erfassung von Müttersterbefällen (MSTF) und Verbesserung der Frauengesundheit formuliert.

Ergebnisse

Die aktuelle Erfassung von MSTF erfolgt nur über eine Datenquelle: die Todesursachen auf Leichenschauscheinen. Fehlerhafte Klassifizierung sowie die lückenhafte, bundesweit uneinheitliche Abfrage von Schwangerschaft auf dem Totenschein führen zu einer erheblichen Untererfassung von MSTF in Deutschland.

Schlussfolgerungen

Um Müttersterblichkeit in Deutschland in Zukunft verlässlich zu erfassen, sollten sowohl die Datenqualität der Erfassung über Leichenschauscheine erhöht als auch ein Register etabliert werden, in dem diese Routinedaten mit direkter Meldung sowie Verknüpfung zu anderen Gesundheitsdatenquellen ergänzt werden. Die Implementierung eines geburtshilflichen Mortalitätsregisters ermöglicht die Fallanalyse mit Identifikation potenzieller Risikofaktoren und Formulierung von Lessons Learned.
Titel
Müttersterblichkeit in Deutschland – Zwischen niedriger offizieller Ratio und systematischen Erfassungsdefiziten
Verfasst von
Dr. med. Julia Callaghan
Safiya Fatima Zaloum
Prof. Dr. med. Lars Hellmeyer
Prof. Dr. med. Joachim Wolfram Dudenhausen
Prof. Dr. med. Klaus Vetter
Martina Ziegert
Prof. Dr. med. Thorsten Braun
PD Dr. med. Josefine Theresia Königbauer
Publikationsdatum
09.03.2026
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Gynäkologie / Ausgabe 4/2026
Print ISSN: 2731-7102
Elektronische ISSN: 2731-7110
DOI
https://doi.org/10.1007/s00129-026-05475-x
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