Zum Inhalt
Die Gynäkologie

Umwelteinflüsse und Frauengesundheit

Erschienen in:

Auszug

Während unseres gesamten Lebens sind wir vielfältigen äußeren Einflüssen ausgesetzt. Dies waren von jeher natürliche Phänomene, wie extreme Kälte oder Hitze und Sonnenstrahlung, welche auf Menschen einwirken und zu entsprechenden Anpassungen ihres Lebensstils zum Schutz und Erhalt ihrer körperlichen Unversehrtheit veranlassen. Im Zeitalter der Industrialisierung und Urbanisierung nimmt der schädliche Einfluss durch exogene Noxen, wie beispielsweise durch Dioxine, zu – dramatische Ereignisse wie die Giftgaswolke von Seveso (1976) zwingen zu neuen Formen der Auseinandersetzung und werden zu feststehenden Begriffen, die auch nachhaltig den Umgang mit der Thematik nicht nur in der Arbeitswelt, sondern mit Blick auf die gesamte Bevölkerung ändern. Spätestens durch die intensive Diskussion der letzten Jahre, beispielsweise über Feinstaubmesswerte durch Kraftfahrzeugemissionen oder Glyphosat in der Landwirtschaft, ist das Bewusstsein für eine umweltversursachte Gesundheitsgefährdung noch stärker in der breiten Öffentlichkeit angekommen. Als übergeordnete Behörde ist in Deutschland das Umweltbundesamt (UBA) seit 1974 zuständig und definiert seine Rolle wie folgt: „Als Deutschlands zentrale Umweltbehörde kümmern wir uns darum, dass es in Deutschland eine gesunde Umwelt gibt, in der Menschen so weit wie möglich vor schädlichen Umwelteinwirkungen, wie Schadstoffen in Luft oder Wasser, geschützt leben können“ [1]. Als Beispiel für die Bestrebungen des UBA zur Datenerhebung und Erforschung von Zusammenhängen sei das kontinuierliche Biomonitoring im Rahmen des German Environmental Survey (GerES) of Children and Adolescents V 2014–17 beispielsweise für die ubiquitären Phthalate in Urinproben genannt [2]. Neben anderen Chemikalien stehen die Phthalate beispielhaft für ein komplexes Wirkungsgeflecht exogener Substanzen auf das endokrin regulierte System mit Auswirkungen speziell auf metabolische Prozesse, aber auch auf geschlechtsspezifische Hormonsysteme und die kindliche, teils bereits die intrauterine Entwicklung. Aber inwieweit lässt sich der Zusammenhang einzelner Umweltgifte mit bestimmten Erkrankungen oder Veränderungen in der körperlichen Entwicklung tatsächlich auch kausal anhand von Studiendaten belegen? …
Titel
Umwelteinflüsse und Frauengesundheit
Verfasst von
Prof. Dr. Barbara Sonntag
Prof. Dr. Günter Emons
Publikationsdatum
01.04.2021
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Gynäkologie / Ausgabe 4/2021
Print ISSN: 2731-7102
Elektronische ISSN: 2731-7110
DOI
https://doi.org/10.1007/s00129-021-04765-w
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Neu im Fachgebiet Onkologie

Podcast

Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Darmkrebsvorsorge

Deutschland ist ein Koloskopieland. Doch ist das eine gute Idee? Oder würde der Stuhltest ausreichen, um Darmkrebs im frühen Stadium zu erkennen? Prof. Markus M. Lerch und Prof. Ulrike Denzer diskutieren die Vor- und Nachteile der Screening-Verfahren. Außerdem gibt die Endoskopie-Expertin Prof. Denzer Tipps, wie suspekte Darmpolypen effektiv erkannt und abgetragen werden können.

Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin

Demografische Variablen mit dem Rezidivrisiko bei Darmpolypen assoziiert

Bei der Festlegung der Intervalle für Kontrollkoloskopien nach einer Polypektomie sollten nicht ausschließlich polypenbezogene Merkmale berücksichtigt werden. Wie eine internationale Studie zeigt, beeinflussen auch individuelle demografische Faktoren, wie Geschlecht, Body-Mass-Index und Ethnie, das Rezidivrisiko.

Ist die Mundmikrobiota mit Pankreaskrebs assoziiert?

In einer Kohortenstudie wurde ein Zusammenhang zwischen oralen Bakterien und Pilzen und dem Auftreten von Pankreaskarzinomen gesehen. Diese Assoziation könnte helfen, Patientinnen und Patienten für gezielte Vorsorgeuntersuchungen ausfindig zu machen.

ASS schützt im Alter langfristig nicht vor Krebs

Schützt niedrigdosierte Azetylsalizylsäure (ASS) vor Krebs oder erhöht sie vielleicht sogar das Risiko, an einem Tumor zu versterben? Die ASPREE-XT-Studie gibt diesbezüglich Entwarnung. Ein langfristiger Schutz vor Karzinomen konnte allerdings auch nicht nachgewiesen werden.

Update Onkologie

Bestellen Sie unseren Fach-Newsletter und bleiben Sie gut informiert.

Bildnachweise
DGIM Podcast-Reihe - Koloskopie/© (M)Kzenon / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen)Logo: Springer Medizin Verlag GmbH, Vorbereitung für Koloskopie/© Eugene Nekrasov / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodellen), Eine Speichelprobe wird entnommen/© Animaflora PicsStock / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell), Frau mit Tablette und Wasserglas in Händen/© fizkes / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)