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13.07.2016 | Gynäkologische Urologie | Leitthema | Ausgabe 8/2016

Der Urologe 8/2016

Urogynäkologische Aus- und Weiterbildungssituation in Deutschland

Kluft zwischen Anspruch und Realität

Zeitschrift:
Der Urologe > Ausgabe 8/2016
Autoren:
Dr. J. Kranz, L. Schneidewind, D. Barski, R. Tahbaz, N. Huppertz, C. Zerrenner, M. Grabbert, S. Mühlstädt, F. Queissert, S. Schott, S. Grundl, A. Boymanns, J. Steffens, A. E. Pelzer
Wichtige Hinweise
J. Kranz, L. Schneidewind, D. Barski, R. Tahbaz, N. Huppertz, C. Zerrenner, M. Grabbert, S. Mühlstädt, F. Queissert und A. E. Pelzer sind Mitglieder der GeSRU-Academics Forschungsgruppe Funktionelle Urologie und BPS
Jennifer Kranz und Laila Schneidewind sind gleichberechtigte Erstautoren.

Zusammenfassung

Hintergrund

Durch die steigende Alterserwartung, demographische Bevölkerungsentwicklung und fortschreitende Enttabuisierung der Inkontinenzproblematik werden Urologen wie Gynäkologen zunehmend mit urogynäkologischen Fragestellungen konfrontiert. Bislang stellt die Urogynäkologie jedoch keine standardisierte Behandlungssäule dar; daher ist der Ausbildungsstatus in der deutschen Urogynäkologie sehr heterogen.

Material und Methoden

Die GeSRU-Academics-Forschungsgruppe („German Society of Residents in Urology“) „Funktionelle Urologie & BPS“ evaluierte zwischen April 2015 bis Mai 2016 bundesweit die urogynäkologische Aus- und Weiterbildungssituation aus Sicht urologischer und gynäkologischer Weiterbildungsassistenten (WA) sowie deren Chefärzte (CA) mittels einer Online-Umfrage (34- bzw. 36-item-Fragebogen).

Ergebnisse

An der Umfrage beteiligten sich 336 WA und 190 CA aus urologischen Kliniken sowie 171 WA und 175 CA aus gynäkologischen Kliniken. 70 % der befragten WA gaben ein persönliches Interesse an der Urogynäkologie an, 42 % (gynäkologische WA) bzw. 52 % (urologische WA) erhalten jedoch aus eigener Sicht keine standardisierte Weiterbildung in ihrer Klinik. Die Befragung der CA ergab bei selbiger Fragestellung diskrepante Ergebnisse, <10 % der WA erhalten nach Ansicht der CA keine standardisierte Aus- und Weiterbildung. Den befragten CA ist die urogynäkologische Aus- und Weiterbildung ihrer WA in der eigenen Klinik jedoch sehr wichtig, dies zeigt sich u. a. bei der hohen klinikinternen Rate an Fortbildungen zur Thematik (ca. 75 %).

Diskussion

Anspruch und Realität der urogynäkologischen Aus- und Weiterbildungssituation weichen stark voneinander ab. Durch eine strukturierte, interdisziplinäre Aus- und Weiterbildung kann das Ziel einer in Deutschland flächendeckenden, transparenten Qualifikation auf dem Gebiet der Urogynäkologie erreicht werden.

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