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Hämolytische Anämien in der Notfall- und Intensivmedizin

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Zusammenfassung

Hämolytische Anämien (HA) sind durch die frühzeitige Zerstörung oder den vorzeitigen Abbau von Erythrozyten bedingt. Laborchemisch sind sie durch erniedrigte Hämoglobin- und Haptoglobinwerte, eine Retikulozytose sowie die Erhöhung von Laktatdehydrogenase und Bilirubin gekennzeichnet. Es wird unterschieden zwischen korpuskulären HA, denen Defekte der Erythrozyten selbst zugrunde liegen, und extrakorpuskulären, durch äußere Faktoren ausgelösten HA. Die klinische Symptomatik korreliert in der Regel mit dem Schweregrad der Anämie. Im Vordergrund stehen Abgeschlagenheit und Dyspnoe. Die optimale Behandlung von Patienten mit HA setzt zunächst eine sorgfältige Anamnese, unter anderem hinsichtlich vorbekannter Erythrozytendefekte (z. B. bei Sichelzellkrankheit oder anderen Hämoglobinopathien), B‑Symptomatik oder kürzlicher Reiseaktivität voraus. Im Anschluss sollte eine möglichst zielgerichtete hämatologische (z. B. Erythrozytenmorphologie im Ausstrich), infektiologische (z. B. im Hinblick auf Virusinfektionen, bestimmte bakterielle Infektionen oder Malaria), immunologische (z. B. bezüglich des Vorliegens von Autoantikörpern) und/oder radiologische (z. B. zur Tumorsuche) Diagnostik erfolgen. Die Therapie von HA richtet sich nach der mutmaßlichen Ursache. Bei immunologisch vermittelter HA ist eine immunsuppressive Behandlung angezeigt, bei Infektionen bessert sich die HA in der Regel unter einer adäquaten antiinfektiven Therapie. Eine empirische antiinfektive Therapie sollte auch bei Patienten mit schwerer HA im Rahmen einer Sichelzellkrankheit erwogen werden. Die Prognose von HA hängt vom Auslöser ab. In vielen Fällen sind HA gut behandelbar.
Titel
Hämolytische Anämien in der Notfall- und Intensivmedizin
Verfasst von
Dennis A. Eichenauer
Matthias Kochanek
Publikationsdatum
04.01.2023
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin / Ausgabe 1/2023
Print ISSN: 2193-6218
Elektronische ISSN: 2193-6226
DOI
https://doi.org/10.1007/s00063-022-00980-y
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