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Über dieses Buch

Patienten mit Hautkrankheiten machen schon jetzt einen großen Anteil der Patienten in der Allgemeinarztpraxis aus. Darüber hinaus werden Hauterkrankungen immer häufiger, und das Wissen von Patienten um die wichtige Rolle einer gesunden Haut nimmt zu. Für den Allgemeinmediziner wird daher dermatologisches Wissen in seiner täglichen Arbeit immer relevanter.

Prägnante Texte zu Klinik, Pathogenese, Diagnose und Therapie helfen, die häufigsten dermatologischen Probleme zu lösen, mit denen sich der Allgemeinarzt konfrontiert sieht. Zahlreiche Abbildungen unterstützen bei der schnellen Zuordnung der Symptome des Patienten.

Der Autor gibt klare persönliche Empfehlungen zum Ablauf der Therapie und dem Einsatz von Wirkstoffen. Außerdem legt er einen Schwerpunkt auf die Pflege der Haut, damit diese nach einer erfolgreichen Heilung nicht erneut erkrankt. Empfehlungen zu aktueller weiterführender Literatur geben dem Arzt eine schnelle Orientierung über weitere Informationen zu den einzelnen Hautkrankheiten.

Die aktualisierte 2. Auflage wird durch 3 neue Kapitel zu weiteren häufigen Hautkrankheiten erweitert.

Ob Akne, Fußpilz, Nagelerkrankungen oder Psoriasis – Diese schnelle und übersichtliche Informationsquelle zu dermatologischen Problemen sollte sich kein Hausarzt entgehen lassen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Die dermatologische Diagnose

Zahlreiche dermatologische Diagnosen sind klassische »Blickdiagnosen«. Einmal gesehen und richtig zugeordnet, kann bei erneuter Präsentation die Diagnose problemlos abgerufen werden. Dies setzt jedoch zum einen die entsprechenden Patienten voraus, zum anderen den entsprechenden dermatologischen Lehrer.
Dietrich Abeck

2. Acne vulgaris

Die Akne gehört zu den Erkrankungen, die unabhängig vom Schweregrad häufig mit einer hohen psychischen Belastung der Betroffenen einhergehen. Sie ist deshalb als eine ernst zu nehmende Erkrankung und nicht als geringfügiges Pubertätsproblem aufzufassen.
Dietrich Abeck

3. Aktinische Keratosen

Die Hautveränderungen imponieren zumeist als raue oder schuppende Rötungen, deren Durchmesser einige Millimeter bis zu 1–2 cm betragen kann. Den Betroffenen fällt auf, dass eine Abheilung auch nach verstärktem Eincremen mit einem Pflegepräparat nicht auftritt. Eine tastbare Verhärtung (Infiltration) fehlt bei initialen Veränderungen (◘ Abb. 3.1), stellt sich jedoch häufig im weiteren Verlauf ein (◘ Abb. 3.2). Aktinische Keratosen finden sich fast ausschließlich in den sonnenlichtexponierten Hautarealen und somit am Kopf (hier v. a. bei Männern mit fehlendem oder schütterem Kopfhaar), an der Stirn, den Schläfen, der Nase, der Unterlippe und den Handrücken.
Dietrich Abeck

4. Aphthen

Mehrheitlich spricht man von einer leichten Verlaufsform bei scharf begrenzten, einzelnen oder wenigen Ulzera mit einem Durchmesser von < 1 cm, die innerhalb eines Zeitraums von 10–14 Tagen spontan abheilen (◘ Abb. 4.1, ◘ Abb. 4.2). Die Einzelläsionen sind v. a. in den ersten Tagen ihres Auftretens sehr schmerzhaft.
Dietrich Abeck

5. Atopisches Ekzem

Das atopische Ekzem ist eine chronische bzw. chronisch rezidivierende juckende, entzündliche Hauterkrankung, die durch unscharf begrenzte, meist infiltrierte Erytheme mit Schuppung, Papulovesikeln, nässenden, teils verkrusteten Arealen sowie häufig punkt- und strichförmige Exkoriationen gekennzeichnet ist. Bei chronischem Verlauf findet sich außerdem eine deutliche Lichenifikation, insbesondere im Bereich der Beugen. Meist besteht ein quälender Juckreiz. Altersabhängig finden sich bevorzugte Lokalisationen und Ekzemmorphen. Während im Säuglingsalter überwiegend nichtinfiltrierte Erytheme auffallen (◘ Abb. 5.1), die auch häufig exsudative Veränderungen aufweisen, entwickeln sich im Kleinkind- und Vorschulalter die eher beugenbetonten Ekzemherde, die vorwiegend im Bereich der Kniekehlen, Ellenbeugen, am Hals, aber auch am Nacken, im Gesicht – insbesondere an den Lidern – an Fußrücken und Händen auftreten. Hier imponieren die Veränderungen auch gern als nummuläre Herde (◘ Abb. 5.2). Im Erwachsenenalter sind neben den großen Gelenkbeugen (◘ Abb. 5.3) Gesicht und Hals bevorzugt befallen. Zudem besteht meist eine ausgeprägte Sebostase.
Dietrich Abeck

6. Brüchige Nägel

Ein Aufsplittern der Nägel vom freien Rand her (Onychochisis; ◘ Abb. 6.1) oder ein längsfaseriges Aufsplittern der Nägel (Onychorrhexis; ◘ Abb. 6.2) stellen die mit Abstand häufigsten Nagelprobleme dar.
Dietrich Abeck

7. Chronische Paronychie

Betroffen sein können Finger- oder Fußnägel, wobei Fingernägel den größeren Anteil ausmachen. Klinische Kennzeichen sind ein unterschiedlich stark entzündeter und verdickter proximaler Nagelwall sowie häufig auch eine verdickte, in ihrem Aufbau gestörte Nagelplatte (◘ Abb. 7.1). Typisch ist der Verlust des Nagelhäutchens als Eintrittspforte für irritative Substanzen. Der Befall eines Nagels wird häufiger beobachtet als multipler Befall. Subjektiv bestehen Schmerzen, insbesondere bei einem versehentlichen Druck auf den erkrankten Nagel.
Dietrich Abeck

8. Dermatitis solaris

In den der Sonne ausgesetzten Arealen zeigt sich ein flächiges Erythem (◘ Abb. 8.1), das sich kontinuierlich 3–5 h nach der UV-Exposition entwickelt, sein Maximum nach 12–24 h erreicht und mehr als 48 h persistieren kann, bevor es langsam abblasst.
Dietrich Abeck

9. Dermatofibrom

Klinisch imponieren die Hautveränderungen als kutansubkutane, palpatorisch derbe Knoten mit bevorzugtem Sitz im Bereich der unteren Extremitätenstreckseiten. Juckreiz kann intermittierend bestehen. Die Farbe reicht von hautfarben über rötlich bis bräunlich (◘ Abb. 9.1, ◘ Abb. 9.2). Das klassische dermatoskopische Muster besteht aus einem zentralen weißlichen Anteil mit dem umgebendem Pigmentnetzwerk (◘ Abb. 9.3).
Dietrich Abeck

10. Fußpilz

Pilzinfektionen im Bereich der Zehenzwischenräume, die in unterschiedlicher Zahl befallen sein können, zeigen sich als trockene Schuppung ohne subjektive Symptome oder als schuppende Rötungen und Einrisse, die dann auch schmerzen können (◘ Abb. 10.1).
Dietrich Abeck

11. Handekzem

Ekzeme im Handbereich imponieren durch eine große morphologische Vielfalt. Neben irritativen Veränderungen in Form von flächigen Rötungen mit Schuppung werden auch Bläschen und Blasen beobachtet, die das sog. dyshidrosiforme Handekzem (◘ Abb. 11.1) charakterisieren, oder flächige Keratosen, die immer wieder Rhagaden zeigen und die für das hyperkeratotisch-rhagadiforme Handekzem (◘ Abb. 11.2) typisch sind. Subjektiv besteht Juckreiz, der sehr intensiv sein kann. Die rhagadiformen Einrisse schmerzen.
Dietrich Abeck

12. Herpesinfektionen

Bei Herpes-simplex-Virus (HSV)-Infektionen imponiert initial ein umschriebenes Erythem, in dem sich rasch Vesikel bilden. Charakteristisch ist die polyzyklische Begrenzung der Läsion, mit Krustenbildung im Verlauf infolge des Eintrocknens der Bläschen. Subjektiv klagen die Patienten über Brennen, Parästhesien und evtl. auch Schmerzen. Eine Schwellung der regionären Lymphknoten ist möglich.
Dietrich Abeck

13. Hyperhidrosis

Klinische Kennzeichen sind eine sichtbare Nässe in den erkrankten Arealen und zudem ein unangenehmer Geruch. Hautirritationen in Form von Rötungen, Mazeration (◘ Abb. 13.1, ◘ Abb. 13.2) und oberflächliche Schuppung der Haut sind möglich. Im Hand- und Fußbereich imponieren kalte und nasse Handflächen bzw. Fußsohlen.
Dietrich Abeck

14. Hypertrophe Narben und Keloide

Hypertrophe Narben und Keloide, die nach Verletzungen, nach Operationen (◘ Abb. 14.1) oder auch spontan auftreten, imponieren als palpatorisch derbe, knotige, wulstoder plattenartige Hautveränderungen mit glatter Oberfläche. Ihre Farbe ist initial häufig hellrot und blasst im weiteren Verlauf ab. Während hypertrophe Narben auf den Bereich des Traumas beschränkt bleiben (◘ Abb. 14.2) und im Verlauf die Tendenz zum Abflachen haben, greifen Keloide über diesen hinaus und entwickeln dann auch häufig typische krebsscherenartige Ausläufer (◘ Abb. 14.3). Eine spontane Regression von Keloiden erfolgt in der Regel nicht. Während sich die hypertrophe Narbe i. Allg. 4 Wochen nach der Hautverletzung ausbildet, beträgt der Zeitraum für Keloide länger. Typisch ist ein Zeitraum von 3 Monaten, wobei ein Keloid in Einzelfällen auch bis zu 1 Jahr nach dem Trauma auftreten kann. Insbesondere bei jungen Hautläsionen besteht häufig ein Spannungsgefühl, Schmerzen und teilweise auch ein sehr intensiver Juckreiz. Während hypertrophe Narben an jeder Lokalisation auftreten können, insbesondere im Bereich der Gelenkstreckseiten, sind die Prädilektionsstellen der Keloide der Brustbereich, hier v. a. die Prästernalregion, der Schulter- und der hintere Halsbereich sowie die Ohrläppchen.
Dietrich Abeck

15. Impetigo contagiosa

Erythematöse und erosive Flächen mit typischen honiggelben Krusten, die sich an allen Körperstellen, bevorzugt jedoch im Mund- und Nasenbereich, manifestieren, erlauben die Diagnosestellung (◘ Abb. 15.1). Zusätzlich können auch intakte Blasen imponieren (◘ Abb. 15.2). Durch Schmierinfektion kommt es zur Ausbreitung der ursprünglich lokalisierten Erkrankung (◘ Abb. 15.3).
Dietrich Abeck

16. Intertrigo

Initial zeigen sich in den Hautfalten, insbesondere submammär und inguinal flächige Erytheme, die abhängig von der Entzündungsaktivität blass oder auch feuerrot imponieren können (◘ Abb. 16.1, ◘ Abb. 16.2). Im weiteren Verlauf sind erosive Umwandlungen möglich. Die sekundäre Besiedelung der Intertrigo ist häufig. Für eine Candidabesiedelung sprechen die typischen Satellitenpapeln und ‑pusteln, die sich im Randbereich der Intertrigoherde manifestieren. Insbesondere bei initialen Läsionen kann Juckreiz fehlen, der in Abhängigkeit von der Entzündungsaktivität sehr ausgeprägt sein kann. Bestehen nässende Hautveränderungen, sind diese häufig mit brennenden Missempfindungen assoziiert.
Dietrich Abeck

17. Lichen ruber

Die Erkrankung ist durch rötliche, rötlich-violette oder livid- bräunliche, polygonale, flach-erhabene Papeln gekennzeichnet, die bei stärkerem Eruptionsdruck auch zu Plaques zusammenfließen können. Prädilektionsstellen sind die Extremitätenstreckseiten, insbesondere die Handgelenke (◘ Abb. 17.1). Die Oberfläche der Läsionen ist glänzend und zeigt eine feine bis netzartige weißliche (Wickham) Zeichnung. Neben der örtlich begrenzten Aggregation von Papeln gibt es auch Verläufe mit einem generalisierten Auftreten der Papeln, dem Lichen ruber exanthematicus (◘ Abb. 17.2). Charakteristisch ist bei der Mehrzahl der Patienten ein intensiver Juckreiz, wobei das Reaktionsmuster auf den Juckreiz ebenfalls wegweisend für die Diagnose ist: Die Hautveränderungen werden gerieben und im Gegensatz zur Ekzemantwort nicht aufgekratzt. Auch beim Lichen ruber ist ein positives Köbner-Phänomen zu beobachten. Eine Inspektion der Mundhöhle ist bei Verdacht auf Lichen ruber immer durchzuführen. Der Lichen ruber mucosae ist durch eine feine netzig-weißliche Zeichnung an der Wangenschleimhaut gekennzeichnet.
Dietrich Abeck

18. Nagelpilz

Kennzeichen einer Nagelpilzerkrankung sind farbliche, insbesondere weißliche, gelbliche oder gelblich-bräunliche und strukturelle Veränderungen in Form von Verdickung, Aufsplitterung der Nagelplatte und des Nagelbetts mit typischen subungualen Keratosen. Die Veränderungen sind in der Regel auf den Nagel beschränkt. Eine Beteiligung der Nagelumgebung fehlt.
Dietrich Abeck

19. Periorale Dermatitis

Hautveränderungen in Form von entzündlichen Papeln und Papulopusteln, die auf unveränderter Haut oder innerhalb schuppender Erytheme auftreten, finden sich typischerweise um den Mund herum. Charakteristisch, aber nicht zwingend reichen die Hautveränderungen nicht direkt an das Lippenrot heran, wodurch eine schmale, von Effloreszenzen freie Zone im Bereich von Ober- und Unterlippe entsteht (◘ Abb. 19.1). Häufig finden sich die Veränderungen jedoch zusätzlich oder sogar ausschließlich perinasal und periokulär, weshalb auch der Begriff »periorifizielle Dermatitis« vorgeschlagen wurde (◘ Abb. 19.2). Juckreiz fehlt mehrheitlich, kann jedoch manchmal in leichterer Form bestehen. Ein Aufkratzen der Hautveränderungen wie beim atopischen Ekzem wird nicht beobachtet.
Dietrich Abeck

20. Perlèche

Klinisch imponieren an den Mundwinkeln ein- oder beidseitig eine Schuppung und entzündliche Fissuren (◘ Abb. 20.1). Auch gelbliche oder hämorrhagische Schuppenkrusten treten auf (◘ Abb. 20.2).
Dietrich Abeck

21. Pityriasis rosea

Die Pityriasis rosea wird auch als Chamäleon der Dermatologie bezeichnet. Neben typischen Verlaufsformen gibt es auch immer wieder untypische Varianten, die große differenzialdiagnostische Probleme bereiten können.
Dietrich Abeck

22. Pityriasis versicolor

Überwiegend zeigen sich ovaläre Hautareale von weißlicher, rötlicher oder auch bräunlicher Farbe, die eine sehr feinlamellöse (pityriasiforme) Schuppung aufweisen (◘ Abb. 22.1, ◘ Abb. 22.2). Durch Konfluenz entstehen auch größere Areale. Prädilektionsstellen sind der obere Stamm, Nacken und Oberarme. Subjektive Symptome fehlen häufig ganz, gelegentlich besteht ein leichtes Jucken.
Dietrich Abeck

23. Polymorphe Lichtdermatose

Nach Sonnenexposition kommt es, begrenzt auf die sonnenexponierten Areale, v. a. auf Brustausschnitt, Streckseiten der Arme und Handrücken zu
  • kleinknotigen Erythemen (PLD vom papulösen Typ, ◘ Abb. 23.1 und ◘ Abb. 23.2),
  • scharf begrenzten, infiltrierten Erythemen (PLD vom Plaquetyp),
  • Bläschen, Papulovesikeln oder
  • Blasen (PLD vom papulovesikulösem Typ).
Dietrich Abeck

24. Psoriasis vulgaris

Verschiedene Verlaufsformen werden beobachtet. Am häufigsten manifestiert sich die Erkrankung als Psoriasis vulgaris vom chronisch-stationären Typ mit den typischen, unterschiedlich stark infiltrierten Erythemen, die unbehandelt von silbrig-weißen Schuppen flächig belegt sind (◘ Abb. 24.1).
Dietrich Abeck

25. Rhagaden an Händen und Füßen

Klinisch imponieren spaltförmige Einrisse an den Fingern (◘ Abb. 25.1) und Zehen sowie palmar und plantar (◘ Abb. 25.2). Alle Schichten der Epidermis sind durchtrennt; der Defekt reicht bis in die obere Dermis.
Dietrich Abeck

26. Rosazea

Die Veränderungen bevorzugen die zentralen Gesichtspartien, insbesondere Nase und Wangen. Der etwa 3-mal häufigere erythematöse Typ (Stadium I: Rosacea erythematosa) mit persistierenden Erythemen und Teleangiektasien (◘ Abb. 26.1) wird vom papulopustulösen Typ (Stadium II: Rosacea papulopustulosa), der zusätzlich durch entzündliche oder auch pustulöse Knoten gekennzeichnet ist (◘ Abb. 26.2), unterschieden. Stärker entzündliche Knoten in Verbindung mit einer Gewebsvermehrung kennzeichnen die Rosacea conglobata (Stadium III). Als Vorstadium werden flüchtige (transiente) Erytheme, die anfallsweise auftreten, gewertet.
Dietrich Abeck

27. Schleimretentionszyste

Es imponiert ein relativ derbes, glasig-zystisches Knötchen überwiegend im Bereich des Lippenrots sowie der Mukosa der Unterlippe, seltener an der Wangenschleimhaut (◘ Abb. 27.1, ◘ Abb. 27.2).
Dietrich Abeck

28. Seborrhoisches Ekzem

Erytheme mit feuchter Schuppung perinasal, im Bereich der Glabella und der Augenbrauen werden am häufigsten beobachtet (◘ Abb. 28.1, ◘ Abb. 28.2). Der individuelle Ausprägungsgrad hinsichtlich der Entzündungsreaktion sowie das Ausmaß des Befalls weisen hohe Unterschiede auf.
Dietrich Abeck

29. Senile Hämangiome

Klinisch imponieren rubinfarbene Papeln unterschiedlicher Größe, die im Normalfall multipel auftreten und sich bevorzugt am Stamm manifestieren. Die Farbtöne reichen von hellrötlich bis dunkelblau (◘ Abb. 29.1, ◘ Abb. 29.2). Dermatoskopisch zeigen sich typische rötliche bzw. blaurötliche Gefäßkonvolute (◘ Abb. 29.3).
Dietrich Abeck

30. Skabies

Neben geröteten, oberflächlichen Gangstrukturen finden sich in typischen Fällen entzündliche rötliche Papeln und Papulovesikel, papulokrustöse Veränderungen sowie durch den Juckreiz bedingte Kratzexkoriationen. Prädilektionsstellen sind beim Erwachsenen die Finger- und Zehenzwischenräume, die Handgelenkbeugeseiten (◘ Abb. 30.1), die Ellenbogenstreckseiten, die Nabelregion, der Genitoanalbereich (Penis [◘ Abb. 30.2], Analfalte) und das Gesäß. Beim Erwachsenen bleiben Kopf, Hals, Palmae und Plantae meist ausgespart; dagegen lassen Papeln, Papulovesikel und Bläschen palmo-plantar im Säuglings- und Kleinkindalter immer eine Skabies vermuten (◘ Abb. 30.3).
Dietrich Abeck

31. Urtikaria

Quaddeln (Urticae) sind flüchtige, unscharf begrenzte, über das Hautniveau erhabene Hautveränderungen, die jucken. Sie werden den Primäreffloreszenzen zugerechnet. Ihre Größe kann sehr stark variieren (◘ Abb. 31.1, ◘ Abb. 31.2) und Handtellermaße überschreiten (Urticaria gigantea). Der Farbton ist in Abhängigkeit von der Spannung initial weiß (Urticaria porcellanea), später rot (Urticaria rubra). Den Hautveränderungen liegt ein Ödem in der oberen Dermis zugrunde. Sitzt das Ödem in der tiefen Dermis, fehlen die typischen Quaddeln und es imponieren unscharf begrenzte, weiche, teigige Schwellungen. Diese Hautveränderungen sind für das Angioödem charakteristisch. Urtikaria tritt etwa gleich häufig mit und ohne Angioödem auf.
Dietrich Abeck

32. Verrucae

Warzen zeigen klinische Unterschiede abhängig von der Lokalisation. An druckfreien Arealen wie den Handrücken oder den Extremitäten imponieren sie als hautfarbene halbkugelige Knoten mit zunächst glatter Oberfläche, die mit zunehmendem Wachstum der Läsion zerklüftet und keratotisch wird (◘ Abb. 32.1). In den Läsionen zeigen sich typischerweise dunkle Punkte, das Korrelat einer Blutung aus dermalen Kapillaren in das Warzenepithel. Diese Warzenhämorrhagien lassen sich insbesondere dermatoskopisch eindrucksvoll darstellen (◘ Abb. 32.2). Im Bereich der Plantae liegen die Hautveränderungen aufgrund der Druckbelastung in der Regel im Hautniveau, weisen aber die zerklüftete Oberfläche auf (◘ Abb. 32.3).
Dietrich Abeck

33. Verrucae seborrhoicae

Die überwiegend multipel vorliegenden Hautveränderungen imponieren als scharf begrenzte, gräulich-bräunliche, manchmal auch dunkel pigmentierte flache Knoten oder Plaques (◘ Abb. 33.1). Die Oberfläche ist stumpf, spiegelt nicht. Bereits makroskopisch sind manchmal kleine komedoartige Pfröpfe, die sog. Pseudohornzysten, sichtbar (◘ Abb. 33.2). Dermatoskopisch sind die Hornzysten oder Pseudohornzysten und die pseudofollikulären Öffnungen charakteristisch (◘ Abb. 33.3).
Dietrich Abeck

34. Vitiligo

Sehr scharf begrenzte weiße Flecken sind die typischen Hautveränderungen, die keine Schuppung aufweisen. Eine singuläre Läsion ist möglich, häufiger jedoch bestehen gleichzeitig mehrere Herde (◘ Abb. 34.1). Ein umschriebener Befall der Haare kann auftreten (Poliosis, ◘ Abb. 34.2), zusätzliche Depigmentierungen der angrenzenden Schleimhäute werden oft beobachtet. Diese mit ca. 90 % verbreitetste Form der nichtsegmentalen Vitiligo ist von der selteneren segmentalen Vitiligo abzugrenzen, die die häufigere Variante (30 %) im Kindesalter darstellt. Subjektive Symptome fehlen.
Dietrich Abeck

35. Zoster

Initial kommt es mehrheitlich zu individuell unterschiedlichen Prodromalsymptomen. Dabei wird am häufigsten über Schmerzen, Dysästhesien, Parästhesien, leichte Temperaturerhöhung und Abgeschlagenheit geklagt. Jedoch können auch Symptome wie Pruritus bzw. auf ein oder mehrere Dermatome lokalisierte intermittierende oder persistierende Schmerzen vorherrschen. Diese treten meist 1–3 Tage vor den ersten Hautsymptomen auf und erschweren in diesem Stadium die richtige Diagnose.
Dietrich Abeck

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Klinik Diagnose Therapie

Patienten mit Hautkrankheiten machen einen großen Anteil der Patienten in der Allgemeinarztpraxis aus. Prägnante Texte und zahlreiche Abbildungen zu Klinik, Pathogenese, Diagnose und Therapie helfen, die häufigsten dermatologischen Probleme zu lösen.

Autor:
Prof. Dr. med. Dietrich Abeck

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