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Handlungsempfehlung nach der S3-Leitlinie Halsschmerzen

AWMF-Registernummer 053/010

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Auszug

Halsschmerzen sind einer der häufigsten Konsultationsanlässe in der kinder- und jugend- sowie der hausärztlichen Praxis [1, 2]. Akute Halsschmerzepisoden unter 14 Tagen Dauer sind in der Mehrzahl der Fälle infektiös und in den allermeisten Fällen viral bedingt [2]. Weitaus seltener, gleichwohl aber die häufigsten tonsillitisverursachenden Bakterien, sind β‑hämolysierende Streptokokken der Gruppe A (GAS, S. pyogenes, [3]). Weder anhand von klinischen noch mikrobiologischen oder laborchemischen Parametern kann man eindeutig eine virale von einer bakteriellen Genese von Halsschmerzen differenzieren [2, 4]. Die größte diagnostische Trennschärfe bei Kindern und Jugendlichen mit Halsschmerzen wird durch die Kombination eines klinischen Scores (Punktwert) mit der Testung auf GAS erreicht [1, 2, 4]. Es sollte jedoch nur eine Testung auf GAS (z. B. mithilfe eines GAS-Schnelltests) erfolgen, wenn das Testergebnis die Entscheidung für oder gegen eine antibiotische Therapie der Halsschmerzen maßgeblich beeinflusst [1]. Das Vorgehen entsprechend der AWMF-S3-Leitlinie Halsschmerzen wird im Algorithmus (Abb. 1) als Handlungsempfehlung vorgestellt [1]. Dieser sieht vor, dass zunächst klinische Symptome in einem Punktwert (Score) ermittelt werden, um die Vortestwahrscheinlichkeit für die Durchführung eines Streptokokkenschnelltests zu erhöhen. Ab einem erhöhten Score kann bei entsprechender Therapiekonsequenz eine Testung auf GAS erfolgen und/oder eine antibiotische Therapie veranlasst werden. Entsprechend einer Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie aus dem Jahr 2022 gibt es keinen Hinweis, dass aufgrund des postpandemischen Anstiegs invasiver GAS-Infektionen eine Modifikation der bestehenden Leitlinienempfehlungen notwendig ist [6].
Abb. 1
Vorgehen bei Halsschmerzen. a Delayed prescription: Rezept über unten genannte antibiotische Therapie ausstellen. Einzulösen bei signifikanter Verschlechterung oder wenn nach 3 bis 5 Tagen keine Besserung eintritt. b Antibiotische Therapie: Penicillin V 50.000–100.000 IE/kgKG täglich, verteilt auf 3 Einzeldosen (ED, max. 3-mal 0,8–1,0 Mio. IE/Tag ) p.o. für 5 bis 7 Tage. Bei Penicillinunverträglichkeit: Clarithromycin 15 mg/kgKG täglich, verteilt auf 2 ED (max. 2-mal 250–500 mg/Tag) p.o. für 5 Tage. GAS Gruppe-A-Streptokokken, NNT „number needed to treat“, NSAR nichtsteroidale Antirheumatika, UAW unerwünschte Arzneimittelwirkung. (Nach Oltrogge et al. [1]) Grafik: O. Hippmann
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Titel
Handlungsempfehlung nach der S3-Leitlinie Halsschmerzen
AWMF-Registernummer 053/010
Verfasst von
PD Dr. med. Nicole Töpfner
Prof. Dr. med. Reinhard Berner
Publikationsdatum
28.07.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Monatsschrift Kinderheilkunde / Ausgabe 9/2025
Print ISSN: 0026-9298
Elektronische ISSN: 1433-0474
DOI
https://doi.org/10.1007/s00112-025-02243-4
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Bildnachweise
Untersuchung beim Kinderarzt/© LightFieldStudios / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell), CME App