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19.01.2017 | Leitthema | Ausgabe 3/2017

Der Urologe 3/2017

Harnröhrenstrikturrate nach Bestrahlung eines Prostatakarzinoms

5-Jahres-Daten eines zertifizierten Prostatakarzinomzentrums

Zeitschrift:
Der Urologe > Ausgabe 3/2017
Autoren:
FEBU Dr. med. J. Kranz, G. Maurer, U. Maurer, O. Deserno, S. Schulte, J. Steffens

Zusammenfassung

Hintergrund

Harnröhrenstrikturen können als narbige Veränderungen der Urethra obstruktive Miktionsstörungen mit Folgeschäden des oberen Harntraktes verursachen. Rund 45 % aller Strikturen sind iatrogener Genese; sie treten in ca. 9 % nach radikaler Prostatektomie auf, können jedoch auch Folge einer Strahlentherapie des Prostatakarzinoms sein. Diese Studie liefert erstmals 5‑Jahres-Daten eines zertifizierten Prostatakarzinomzentrums (PKZ) in Bezug auf radiogen bedingte urethrale Strikturen und ihre Therapieoptionen, die bei der präoperativen Patientenberatung Verwendung finden.

Material und Methoden

Zwischen 01/2008–12/2012 wurden insgesamt 519 Patienten im PKZ bestrahlt (LDR-/HDR-Brachytherapie und perkutane Strahlentherapie [EBRT]). Das gesamte Kollektiv wurde, getrennt nach Bestrahlungsart, nach einem standardisierten Protokoll bis 01/16 nachuntersucht. Aufgetretene kurzstreckige Harnröhrenstrikturen wurden mittels Urethrotomie nach Sachse, rezidivierende und langstreckige Verengungen mit Mundschleimhauturethroplastik beherrscht.

Ergebnisse

Insgesamt 18/519 (3,4 %) Patienten entwickelten posttherapeutisch eine therapiebedürftige Harnröhrenstriktur, welche in 66 % der Fälle nach erstmaliger operativer Sanierung rezidivierte. Die HDR-Brachytherapie weist mit 14 Harnröhrenstrikturen von 158 behandelten Patienten (8,9 %) das höchste Risiko auf.

Schlussfolgerung

Harnröhrenstrikturen nach Strahlentherapie eines Prostatakarzinoms müssen zum langfristigen Erhalt einer guten Nierenfunktion rechtzeitig diagnostiziert und behandelt werden. Die Harnröhrenstrikturrate entspricht mit 3,4 % im untersuchten Patientenkollektiv in etwa jener in der Literatur beschriebenen Rate. Aufgrund einer hohen Rezidivrate nach Radiatio hat die Urethrotomie nur einen begrenzten Stellenwert.

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