Therapie und Prävention von unkomplizierten Harnwegsinfektionen
- 29.01.2019
- Harnwegsinfektionen
- CME mit Partnern
Unkomplizierte, bakterielle, ambulant erworbene Harnwegsinfektionen gehören zu den häufigsten Infektionen im ambulanten Bereich. Die Prävalenz der im DRG-System gestellten Diagnose „unkomplizierte Harnwegsinfektion“ (N39.0) lag 2013 bei 7,32%, für die akute unkomplizierte Zystitis (N30.0) bei 1,73% und für die akute unkomplizierte Pyelonephritis (N10) bei 0,16%. Gerade aufgrund dieser Häufigkeit ist vor dem Hintergrund global zunehmender Antibiotikaresistenzen eine exakte Diagnostik und gezielte Therapie sowie Prävention unkomplizierter Harnwegsinfektionen unerlässlich. Die Verordnungspraxis bei der Diagnose Zystitis auf Basis der Barmer-GEK-Daten ist jedoch konträr zu den Empfehlungen der Leitlinie von 2010. So wurden 2012 für Harnwegsinfektionen primär Fluorchinolone in 48% der Fälle verordnet. Die hieraus resultierenden Antibiotikaresistenzen stellen ein zunehmendes Problem dar, welches zu erheblichen Herausforderungen und Kosten im Gesundheitssystem führt. Ziel dieses Artikels ist es daher, die aktuelle Evidenz zur Therapie und Prävention unkomplizierter Harnwegsinfektionen darzulegen und somit zur Vermeidung eines unangemessenen Einsatzes bestimmter Antibiotikaklassen und damit der Resistenzentwicklung im Allgemeinen beizutragen.
Nachdem Sie diese Lerneinheit absolviert haben, ...
- haben Sie die dringende Notwendigkeit eines rationalen Einsatzes von Antibiotika bei der Therapie der akuten unkomplizierten Harnwegsinfektion verstanden.
- können Sie die akute unkomplizierte Zystitis und Pyelonephritis leitliniengerecht behandeln.
- sind Ihnen die Kollateralschäden gängiger Antibiotika bekannt und Ihnen sind deren Auswirkungen bewusst.
- sind Sie über die Bedeutung der asymptomatischen Bakteriurie und deren Notwendigkeit zur antibiotischen Behandlung informiert.
Die Bayerische Landesärztekammer vergibt für diese Fortbildung der Kategorie I 2 Fortbildungspunkte. Die Fortbildung ist damit auch für andere Ärztekammern anerkennungsfähig. Gemäß Diplom-Fortbildungs-Programm (DFP) werden die auf CME.SpringerMedizin.de erworbenen Fortbildungspunkte von der Österreichischen Ärztekammer 1:1 als fachspezifische Fortbildung angerechnet (§26(3) DFP Richtlinie).